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Ramana Maharshi_Die Perlen Bhagavans

Alle Wesen wünschen sich stets Glück, ein Glück ohne jeden Schatten einer Sorge, Gleichzeitig liebt sich jeder selbst am meisten. Die Ursache für Liebe ist nur das Glück. Daher liegt das Glück nur in uns selbst . . .

Guru ist im allgemeinen

Guru ist im allgemeinen notwendig außer für sehr seltene und fortgeschrittene Seelen. Wenn der eigene Guru verstorben ist, kann man zu einem anderen Guru gehen. Letztlich jedoch sind alle Gurus Einer, denn keiner von ihnen ist die Form. Der mentale Kontakt ist stets der beste. Satsangh bedeutet die Gemeinschaft mit Sat bzw. der Wirklichkeit. Wer Sat kennt oder realisiert hat, wird selbst als Sat angesehen. Eine solche Gemeinschaft ist für alle unbedingt erforderlich. Sankara sagte: „In allen drei Welten gibt es kein Satsangh vergleichbares Boot, um sicher den Ozean der Geburten und Tode zu überqueren.“ Der Guru ist nicht physisch. Auch nach dem Verschwinden Seiner Form bleibt der Kontakt mit Ihm bestehen. Wenn nur ein einziger Jnani in der Welt existiert, dann wird Sein Einfluss oder sein Segen auf der ganzen Welt von allen, nicht nur von seinen unmittelbaren Schülern, wahrgenommen. Wie im Vedanta Chudamani beschrieben, können alle Menschen in der Welt in vier Gruppen eingeteilt werden: Die Schüler des Gurus, bhaktas, diejenigen, die Ihm gegenüber gleichgültig sind, und diejenigen, die ihm feindlich gesonnen sind. Alle diese profitieren vom Segen der Existenz eines Jnani – jeder auf seine eigene Weise und in verschiedenen Graden. Bhagavan las aus dem Buch Göttliche Gnade durch totale Selbst-Hingabe von D. C. Desai die folgenden Zitate von Paul Brunton zu unserem Nutzen vor: Göttliche Gnade ist eine Manifestation des tätigen, kosmischen, freien Willens. Er kann den Verlauf der Ereignisse auf eine mysteriöse Weise und aufgrund seiner eigenen, unbekannten Gesetze abändern, die allen Naturgesetzen überlegen sind, und die letzteren durch Eingriff 36

modifizieren. Es ist dies die mächtigste Kraft im Universum. Sie wirkt nur dann und kommt nur dann hernieder, wenn sie durch die totale Selbst- Hingabe dazu aufgerufen ist. Sie arbeitet von innen heraus, da Gott in den Herzen aller Wesen lebt. Ihr Wispern wird nur von einem Gemüt vernommen, welches durch Selbst-Hingabe und Gebet gereinigt ist. Die Rationalisten lachen darüber, und die Atheisten verspotten sie, und doch existiert sie. Dies ist ein Abstieg Gottes in das Feld des Gewahrseins der Seele. Es ist eine Heimsuchung durch eine unerwartete und unvorhersagbare Kraft. Es ist eine Stimme, die in der kosmischen Stille spricht – Es ist „Kosmischer Wille, der nach seinen eigenen Gesetzen reine Wunder wirken kann.“ In Wahrheit sind Gott und der Guru nicht verschieden. So wie die Beute, die dem Tiger in die Klauen gefallen ist, nicht entkommen kann, so sind diejenigen, die in den Umkreis des Gnadenblickes des Gurus gekommen sind, gerettet und werden nicht verloren gehen; und doch sollte jeder sich bemühen, den Pfad zu wandeln, der ihm von Gott oder dem Guru gezeigt wird und Erlösung erlangen. Jede Sucher nach Gott sollte die Gelegenheit haben, seinen eigenen Weg zu gehen, und zwar den Weg, der für ihn gedacht (gemeint) ist. Es ist nicht richtig, ihn mit Gewalt auf einen anderen Weg zu bringen. Der Guru wird mit seinem Schüler dessen eigenen Pfad gemeinsam gehen und ihn dann graduell im Moment der Reife zum Höchsten Pfad hinwenden. Nehmt einmal an, ein Fahrzeug fährt mit voller Geschwindigkeit – es plötzlich anzuhalten und umzuwenden kann nur katastrophale Ergebnisse haben. 37