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Ramana Maharshi_Die Perlen Bhagavans

Alle Wesen wünschen sich stets Glück, ein Glück ohne jeden Schatten einer Sorge, Gleichzeitig liebt sich jeder selbst am meisten. Die Ursache für Liebe ist nur das Glück. Daher liegt das Glück nur in uns selbst . . .

Schicksal und freier

Schicksal und freier Wille Freier Wille und Schicksal existieren für immer. Schicksal ist das Ergebnis vergangener Aktion und betrifft den Körper. Lasst den Körper handeln wie er möchte. Weshalb kümmern Sie sich darum? Weshalb achten Sie darauf, was er tut? Freier Wille und Schicksal dauern so lange an, wie der Körper andauert. Jnana aber transzendiert beides. Das Selbst befindet sich jenseits von Erkenntnis und Unwissenheit. Was auch immer geschieht, geschieht als das Ergebnis der eigenen vergangenen Handlungen, aufgrund von göttlichem Willen und anderer Faktoren. Es gibt nur zwei Wege, das Schicksal zu erobern oder unabhängig von ihm zu sein: Zum einen zu ergründen, wessen Schicksal es ist und zu entdecken, dass nur das Ego durch das Schicksal gebunden ist, aber nicht das Selbst, und dass das Ego inexistent ist. Der andere Weg besteht darin, das Ego vollständig durch Hingabe an den Herrn zu töten, die eigene Hilflosigkeit zu erkennen und alle Zeit hindurch zu sagen: „Nicht ich, sondern du, oh Herr!“, und dadurch alle Empfindungen von „Ich“ und „mein“ aufzugeben und es dem Herrn zu überlassen zu tun, was er tun möchte. Die vollständige Austilgung des Egos ist erforderlich zur Eroberung des Schicksals, ob Sie nun diese Austilgung durch Selbst-Ergründung oder bhakti marga (Pfad der Hingabe) erreichen. Alles ist vorherbestimmt. Jedoch steht es einem Menschen immer frei, die Identifizierung mit dem Körper aufzugeben und unberührt von den Vergnügen oder Schmerzen als Folge der Tätigkeiten des Körpers zu sein. Nur die allein, die keine Erkenntnis der Quelle haben, aus der Schicksal und freier Wille aufsteigen, 56

diskutieren darüber, welcher Teil davon den anderen erobern könnte. Diejenigen, die ihr Selbst realisiert haben, das die Quelle von Schicksal und freier Wille ist, haben Diskussionen dieser Art hinter sich gelassen und haben nie wieder etwas damit zu schaffen. Erfolg und Versagen hängen vom prarabdha karma und nicht von der Willenskraft oder dem Fehlen dieser ab. Man muss danach streben, unter allen Umständen das Gleichgewicht des Gemüts zu erlangen. Darin besteht die Willenskraft. * * * 57