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Sankaracharya_Atma Bodha

Sankara (788-820), der Kodifikator des Advaita Vedanta, Verfasser vieler grundlegender Schriften des Hinduismus und Begründer zahlreicher Klöster des alten Indien, erläuter in dieser Schrift in 68 Sutras die Praxis der Erkenntnis des Selbst. Die klaren, umfangreichen und für das Verständnis des Texten ungemein erhellenden Erläuterungen stammen vermutlich von Swami Nikhilananda.

Weshalb ist der

Weshalb ist der allesdurchdringende Atman nicht ebenso wie in den Hüllen in allen anderen Dingen manifestiert? 16 Obwohl er allesdurchdringend ist, leuchtet der Atman nicht gleichermaßen in allen Dingen. Er manifestiert sich nur in der buddhi; auf dieselbe Weise, wie sich Licht nur in klarem Wasser oder in einem makellosen Spiegel reflektiert. Allesdurchdringend: Der Atman ist in allen Dingen als Sein, Leuchten und Seligkeit enthalten. (Siehe Hinweis im Sloka 8) Buddhi: Eine Modifikation des antahkarana, des inneren Organs, welches die wahre Natur einer Sache bestimmt. Weil in der buddhi das sattvische Element überwiegt und sie von Natur aus licht ist, ist die buddhi das geeignete Mittel zur Reflektion des Atman. Diese Reflektion wird als der jiva bzw. der individuelle verkörperte Selbst bezeichnet. * * * Obwohl der Atman im verkörperten individuellen Selbst (jiva) anwesend ist, ausgestattet mit den Organen, den pranas usw., ist er trotzdem von ihnen unterschieden. 17 Verstehe, dass der Atman unterschieden vom Körper, den Organen der Sinne, dem Verstand, der buddhi und der undifferenzierten prakriti ist und wie ein König der Zeuge ihrer Tätigkeiten ist. 36

Unterschieden usw.: Obwohl das Selbst im Körper allgegenwärtig ist, wie in den Sinnesorganen usw., ist er doch vollständig unterschieden von diesen, was darauf zurückzuführen ist, dass er das ewige Subjekt und wandellose Bewusstsein ist. Prakriti: Materie. * * * Der König sieht sich an seinem Hof auf seinem erhöhten Thron als den Betrachter der Aktivitäten seiner Minister und Bediensteten. Er sieht, dass er aufgrund seines Ranges als der einzigen Majestät unterschieden von allen diesen ist. Ebenso bewohnt das Selbst den Körper als der Zeuge der Tätigkeiten des Körpers, der Sinne, des Verstandes usw., bleibt aber selbst unterschieden von allen diesen, da es selbst von der Natur des Lichtes, des Bewusstseins und der Seligkeit ist, die in der Materie oder den materiellen Objekten nicht vorkommen. Man könnte nun einwenden, dass der Atman kein bloßer Zeuge ist, sondern dass er auch an den Aktivitäten des Körpers und der Sinne teilnimmt. Diesem Einwand wird mit Hilfe eines Bildes begegnet: 18 Auf dieselbe Weise, wie der Mond durch die Bewegung der Wolken am Himmel bewegt erscheint, so scheint auch der Atman aus der Sicht des Nicht-Unterscheidenden aktiv zu sein, wenn er mit Hilfe der Sinnesorgane betrachtet wird. Die Bewegung der Wolken am Himmel in einer mondhellen Nacht erzeugt die Illusion, dass der Mond sich bewege. Die Kinder glauben, dass er Versteck mit ihnen spiele. Gleichermaßen erzeugen die Aktivitäten des Verstandes und der Sinne die Illusion, dass das Selbst aktiv sei. Die Menschen ohne Fähigkeit der Unterscheidung zwischen dem Selbst und dem Körper 37

Aparoksha Anubhuti_Die direkte Verwirklichung des Selbst_Übersetzung von Clemens Vargas Ramos
Sivananda_Das Buch der Gitas_Die Essenz des Advaita Vedanta