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Sankaracharya_Atma Bodha

Sankara (788-820), der Kodifikator des Advaita Vedanta, Verfasser vieler grundlegender Schriften des Hinduismus und Begründer zahlreicher Klöster des alten Indien, erläuter in dieser Schrift in 68 Sutras die Praxis der Erkenntnis des Selbst. Die klaren, umfangreichen und für das Verständnis des Texten ungemein erhellenden Erläuterungen stammen vermutlich von Swami Nikhilananda.

des

des Atman, sondern Seine essenzielle Natur. Sie sind stets im Atman gegenwärtig, obwohl sie durch die maya verdunkelt sein können. * * * Man könnte einwenden, dass die genannten Charakteristika wie das Bewusstsein und die Seligkeit dem Atman nur dann zugesprochen werden können, wenn der Mensch erfahrungsgemäß wissend oder glücklich sei. In diesem Falle kann der Atman nicht von der Natur des absoluten Seins, des Bewusstseins und der Seligkeit und frei von Modifikation sein. Hier folgt die Widerlegung dieses Einwands: 24 Die Wahrnehmung von „ich weiß“ wird aufgrund der Unwissenheit durch die Verbindung einer Modifikation des Verstands mit zwei Aspekten des Atman, nämlich Sein und Bewusstsein, hervorgerufen. Aufgrund von usw.: Die Verbindung des Atman mit dem Verstand, die eine Wirkung der Unwissenheit ist, kann nicht wirklich sein, weil es keinerlei echte Verbindung zwischen zwei wesenhaft unterschiedlichen Dingen geben kann; wie beispielsweise zwischen Geist und Materie oder Licht und Dunkelheit. Diese Verbindung besteht nur scheinbar, wie im Falle der illusorischen Überlagerung. Der Atman verbleibt stets nicht-anhaftend an maya. Modifikation des Verstandes: Der Verstand besteht aus drei gunas: sattva, rajas und tamas. Die Erinnerung an ein vergangenes Ereignis oder die Sicht auf ein Objekt stimuliert eines der gunas und erzeugt eine Erregung bzw. Modifikation (vritti) im Verstand, in dem der Atman reflektiert wird. Auf diese Weise rufen die Reflektion des Atman und die Erregung im Verstand gemeinsam Wahrnehmungen wie „ich weiß“ oder „ich bin glücklich“ hervor. 42

Zwei Aspekte: Das Wort „zwei“ wird hier in einem bildlichen Sinne gebraucht, da der Atman einheitlich, unteilbar und ohne Teile ist. * * * Das Bewusstsein und die Wirklichkeit, die die Natur des Atman konstituieren, reflektieren sich in Form einer Erregung innerhalb des Verstandes und erzeugen ein gegenwärtiges Objekt oder, mit Hilfe der Erinnerung, ein Objekt aus der Vergangenheit. Die Erregung von Glücklichsein, Unglücklichsein oder Täuschung sind auf eine unausgewogene Funktion von sattva, rajas oder tamas zurückzuführen. Die Reflektion des Atman in der Erregung identifiziert sich selbst mit der Erregung und lässt Wahrnehmungen wie „ich bin glücklich“, „ich bin unglücklich“, „ich weiß“ oder „ich bin unwissend“ entstehen usw. Das Glücklichsein, das Unglücklichsein usw., die Charakteristika des Verstandes sind, sind Attribute des Atman, die aufgrund seiner durch Nicht- Unterscheidung entstehenden Identifikation hervorgerufen werden. In Wirklichkeit ist der Atman stets von der Natur des Seins, Bewusstseins und der Seligkeit. Die Natur des Atman erleidet keinerlei realen Wandel, sondern es ist im Gegenteil das individuelle verkörperte Selbst (jiva), welches sich glücklich, unglücklich oder unwissend fühlt. Im Folgenden wird ausführlich die wandellose Natur des Atman erörtert, auf die im vorhergegangenen Teil des Textes bereits Bezug genommen worden ist. 25 Der Atman erleidet nicht den geringsten Wandel, während die buddhi mit keinerlei Bewusstheit ausgestattet ist. Der Mensch jedoch glaubt, dass der Atman identisch mit der buddhi sei und verfällt der Täuschung, dass er (der Mensch) der Seher und Kenner sei. 43

Aparoksha Anubhuti_Die direkte Verwirklichung des Selbst_Übersetzung von Clemens Vargas Ramos
Sivananda_Das Buch der Gitas_Die Essenz des Advaita Vedanta