Aufrufe
vor 10 Monaten

Sankaracharya_Atma Bodha

Sankara (788-820), der Kodifikator des Advaita Vedanta, Verfasser vieler grundlegender Schriften des Hinduismus und Begründer zahlreicher Klöster des alten Indien, erläuter in dieser Schrift in 68 Sutras die Praxis der Erkenntnis des Selbst. Die klaren, umfangreichen und für das Verständnis des Texten ungemein erhellenden Erläuterungen stammen vermutlich von Swami Nikhilananda.

Befriedigung von

Befriedigung von Wünschen in der Welt der Dualität gesucht wird. Nur die Verwirklichung der Nicht-Dualität kann Frieden und Segen herbeiführen. Der selbstleuchtende Atman manifestiert alle materiellen Objekte wie den Verstand und die äußere Welt, kann aber selbst nicht von diesen manifestiert werden. 27 Auf dieselbe Weise, wie ein Licht einen Napf oder einen Topf beleuchtet, so erleuchtet auch der Atman (das Selbst) den Verstand, die Sinne und alles andere. Die materiellen Objekte jedoch können nicht ihrerseits das Selbst erleuchten, da sie nicht bewusst sind. Der Verstand usw.: Die scheinbar leuchtende Natur des Verstandes, der Sinnesorgane usw. ist in Wahrheit auf den Atman, ihr Substrat, zurückzuführen. Sie sind selbst nichts als nicht bewusste Materie. „Jenes, das nicht von den Augen gesehen, aber mit Hilfe der Augen alle Objekte sieht. – Dieses ist das Brahman; erkenne dieses, aber nicht das, was die Leute bewundern (aufgrund der Unwissenheit)“. Kena Upanishad, 1,4.6. Das Selbst: Das Selbst bzw. das allesdurchdringende Bewusstsein, und nur Dieses, ist das wirkliche Substrat bzw. die Essenz des Verstandes, des Ego, der Sinnesorgane usw. Der Atman Selbst reflektiert Sich selbst aufgrund der prakriti bzw. der Materie, die die Form des Verstandes, des Intellekts, der Sinne usw. annimmt. In Wahrheit kann Brahman, der der Eine ohne Zweites ist, keinerlei Unterschiede annehmen. Er durchdringt alle diese illusorischen Formen. * * * Da er seiner Natur nach leuchtend ist, beleuchtet der Atman Sich selbst. Der Atman hängt hinsichtlich Seiner eigenen Manifestation von nichts anderem ab. 46

28 Auf dieselbe Weise, wie eine brennende Lampe keine andere Lampe benötigt, um ihr Licht auszustrahlen, so benötigt auch der Atman, der Erkenntnis selbst ist, keinerlei andere Erkenntnis, die Kenntnis von Ihm hat. Was ist es, das den Atman leuchten lässt? Wenn man entsprechend dieser Fragestellung annimmt, dass es eine andere Art von Erkenntnis gibt, muss man gleichzeitig die Frage stellen, was diese zweite Art von Erkenntnis leuchten lässt. Auf diese Weise gelangt man nur in einen sinnlosen regressus ad infinitum. Wenn man andererseits argumentiert, dass der Atman von einem Licht beleuchtet werde, das nur im Atman leuchtet, setzt man sich dem Einwand aus, dass diese Antwort schwerlich zufriedenstellen kann. Man kann argumentieren, dass der unwissende Mensch die Natur des Atman nicht im absoluten Sinne kennen kann und seine Unwissenheit daher nur schwerlich durch die Bestätigung, dass dieses Licht des Atman durch den Atman selbst manifestiert werde, zerstreut werden. Es ist ebenso, als würde man das Fieber als eine Art von Krankheit definieren, die die Symptome des Fiebers aufweist. Jedoch kann diese Argumentation nicht auf den Atman angewendet werden. Der Atman ist selbstleuchtend. Niemand leugnet die Existenz seiner selbst bzw. zieht diese in Zweifel. Der Atman bleibt das Selbst sogar dann, wenn man Seine Existenz leugnen oder in Zweifel ziehen wollte. Kein Gedanke ist möglich ohne das Bewusstsein des „ich bin“. Das wahre „ich“ hinter dem „ich bin“ ist der Atman. An dieser Stelle kann der folgende Einwand aufkommen: Wenn der Atman selbstleuchtend ist und Seine Manifestation natürlich, spontan und unabhängig von jeder Aktivität ist, dann müsste die Befreiung durch Selbsterkenntnis ohne jede Bemühung oder Disziplin erlangt werden können, denn die Erkenntnis 47

Aparoksha Anubhuti_Die direkte Verwirklichung des Selbst_Übersetzung von Clemens Vargas Ramos
Sivananda_Das Buch der Gitas_Die Essenz des Advaita Vedanta