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Sivananda_Das Buch der Gitas_Die Essenz des Advaita Vedanta

Geliebter Sucher, dieses Buch der Gitas ist der himmlische Schlüssel für dich, mit dessen Hilfe du den Eintritt in das Reich des Göttlichen Lebens und der Fülle erhälst. Diese Gitas enthalten lebensspendede Botschaften von erleuteten Sehern. Sie haben die Macht, dein Leben von Grund auf zu verwandeln . . .

Die

Die Essenz der Siddha Gita Die Siddha Gita ist ein Teil des Upashanti-Prakarana des Yogavasishtha. Es handelt sich bei ihr um einen Gesang der vielen Siddhas 1 nahe des Palastes von König Janaka 2 aus Videha. Die Erweiterung des Bewusstseins in die Unendlichkeit wird durch die Selbstbeherrschung und die Verneinung der Subjekt-Objektbeziehung herbeigeführt. Darin besteht die Essenz der Siddha Gita. I-9 Die Siddhas sprachen: Der Seher und das Gesehene zermahlen einander. Da gibt es die objektive Wahrnehmung und dann taucht das Individuum ins Höchste ein – daraufhin entstehen dann Gewahrsein und Freude bzw. die Weisheit des Selbst und Seligkeit. Zu diesem Wandellosen Selbst nehmen wir unsere Zuflucht. I-10 Indem wir dem Seher, dem Sehen und dem Gesehenen zusammen mit sämtlichen Vasanas 3 entsagen, nehmen wir Zuflucht zum Selbst, welches das Wurzelbewusstsein jenseits jedweder Objektivierung ist. I-11 Wir nehmen Zuflucht zum Selbst, welches das Licht der Lichter ist, welches die Mitte aller Konzepte wie „ist“ und „ist nicht“ darstellt, welches den neutralen Raum zwischen Sein und Nicht-Sein einnimmt. I-12 Wir nehmen Zuflucht zu dieser Wahrheit, in welcher alles ist, von welcher alles ist, von welcher alles ausgeht, zu welcher alles geht, durch welche alles ist, welche alles ist. I-13 Wir nehmen Zuflucht zu diesem Selbst, welches sich selbst stets als „Ich“ in allen erweist, welches mit dem Buchstaben „A“ beginnt und mit „HA“ und dem Punkt „M“ endet (d. h., „AHAM“), welches in allen Formen existiert. 1 Wesen mit spirituellen Kräften 2 mythischer König 3 unerwünschte, wiederkehrende Gedankenmuster 102

I-14 Diejenigen, die den Gott verlassen, der im Innern der Herzenshöhle wohnt, und nach einem anderen Gott im Außen verlangen, sind wahrhaftig auf der Suche nach Muschelschalen, nachdem sie den Kaustubha 1 -Edelstein, der in ihrer Hand lag, fortgeworfen haben. I-15 Diese Höchste Frucht (des Selbst) kann nur von demjenigen erlangt werden, der allen Hoffnungen und Erwartungen entsagt und die Wurzeln der giftigen Kräuter von Verlangen und Streben durchhauen hat. I-16 Derjenige ist wahrhaftig ein Esel und kein menschliches Wesen, der trotz seines Wissens über die totale Nicht-Existenz von Glück in sämtlichen Objekten der Welt immer noch hinter diesen herjagt. I-17 Die Schlangen der Sinne, die sich wieder und wieder im Innern erheben und wieder und wieder zischen, sollten mit der Zuchtrute der entschlossenen Unterscheidung gemordet werden – so wie Indra 2 die Berge mit seiner Waffe Vajra zerschmettert hat. I-18 Man sollte nach dem heiligen Glück der Stille streben. Wer still geworden ist, beherrscht seinen Verstand sehr leicht. Wer seinen Verstand zurückzuhalten versteht, frohlockt auf immer in der Höchsten Seligkeit der Selbst- Verwirklichung. * * * 1 göttliches Juwel 2 König der Götter 103

Sankaracharya_Atma Bodha