Aufrufe
vor 10 Monaten

Sivananda_Das Buch der Gitas_Die Essenz des Advaita Vedanta

Geliebter Sucher, dieses Buch der Gitas ist der himmlische Schlüssel für dich, mit dessen Hilfe du den Eintritt in das Reich des Göttlichen Lebens und der Fülle erhälst. Diese Gitas enthalten lebensspendede Botschaften von erleuteten Sehern. Sie haben die Macht, dein Leben von Grund auf zu verwandeln . . .

II-2 So wie sich Wasser

II-2 So wie sich Wasser mit Wasser, Milch mit Milch und geklärte Butter mit geklärter Butter vermischt, so vermischt sich – ohne dass es da die leiseste Unterschiedenheit gäbe – die individuelle Seele mit der Höchsten Seele in der Wahrheit. II-5 Sobald die Person durch die Weisheit entflammt wird, wird ihr Intellekt zu einem Teil Brahmans selbst, und ein solcher Weiser verbrennt dann die Bindung des Karma mit dem Feuer der Erkenntnis des Brahman. II-8 An welchem Ort und unter welchen Bedingungen auch immer der Jnani 1 stirbt – er taucht ins Sein ein und wird wie der allesdurchdringende Raum. II-37 So wie der Raum im zerbrochenen Krug als der ursprüngliche, weite Raum weiterexistiert, so existiert der Jiva 2 , sobald seine Verkörperung zerbrochen ist, als das ewige Unendliche weiter. II-38 Wer die Wahrheit kennt, dass das (individuelle) Selbst nur wie der Raum innerhalb des Kruges und der jederzeitigen Auflösung unterworfen ist, gelangt in den Selbst-existierenden Zustand, der durch Weisheit erlangt werden kann. Daran besteht nicht der geringste Zweifel. II-40 Tausende von Sünden, wie sie durch das Töten von Brahmanas 3 , und hunderte von Sünden, wie sie durch das Morden von Embryos entstanden sind, werden durch diesen Yoga der Meditation wie vom Feuer verzehrter Brennstoff verbrannt. II-41 Wer sogar nach dem Studium der vier Veden und der Dharma-Shastras 4 immer noch nicht realisiert hat: „Ich bin Brahman“, der ist wie ein in ein erlesenes Getränk getauchter Löffel (der dessen Geschmack nicht zu kosten vermag). II-42 Ein mit Sandelholz auf seinem Rücken beladener Esel kennt nur das Gewicht, aber nicht den Duft seiner Last. So trägt auch einer, der nur die zahlreichen Bücher studiert, aber nicht deren Essenz erfasst hat, nichts als die Lasten des schriftlichen Vermächtnisses mit sich herum. 1 Wissender 2 individuelle Seele 3 Brahman-Priester 4 antike Rechtsbücher 106

II-43 So lange es da keine Erkenntnis der Wirklichkeit gibt, wandert man zu den heiligen Plätzen der Pilgerschaft, nimmt heilige Bäder, vollführt zahlreiche wohltätige Akte, achtet auf Reinheit und praktiziert Buße und Opfer zum Erlangen des Glücks. II-45 Die Kühe sind verschiedenfarbig, aber ihre Milch ist stets von gleicher Farbe. Ähnlich dazu ist Weisheit immer von derselben Natur, obwohl die Körper wie die bunten Kühe von unterschiedlicher Natur sind. II-46 Nahrung, Schlaf, Furcht und Geschlechtsverkehr sind sowohl wilden Tieren als auch Menschen gemeinsam. Nur bezüglich der Erkenntnis gibt es einen Unterschied zwischen beiden. Personen, die keine Erkenntnis besitzen, sind nur wilde Tiere. II-47 Am Morgen folgt man dem Drang der körperlichen Bedürfnisse, am Mittag dem Essen und Trinken und in der Nacht den ehelichen Bedürfnissen oder dem Schlaf. (Beides hat man mit den wilden Tieren gemeinsam.) II-51 Wird der Verstand getötet und zum Nicht-Verstand, dann wird Dualität nicht mehr wahrgenommen. Die Zerstörung des Verstandes bedeutet die Erlangung des Höchsten Zustandes. III-1 Die Schriften sind nicht zu überblicken. Das Wissen ist grenzenlos. Die Zeit ist knapp. Die Hindernisse sind zahllos. Folglich muss aus allem nur die Essenz entnommen werden – so wie der Schwamm die Milch durch Abtrennung des Wassers trinkt. III-2 Die Puranas, das Mahabharata 1 , die Veden, die verschiedenen Schriften, die Bindung des Samsara in der Gestalt von Söhnen, Ehefrauen usw. sind samt und sonders Hindernisse in der Praxis des Yoga. III-3 Dies ist die Erkenntnis – dies muss erkannt werden. Dies ist, was du zu wissen wünschtest. Auch wenn du tausend Jahre lang leben würdest, könntest du das Ende der Schriften und Bücher nicht erreichen. III-4 Das Leben ist äußerst unsicher. Nur das Unverderbbare Sein („seiend sein“) muss erkannt werden. Nimm, indem du sämtlichen Schriften und Büchern entsagst, deine Zuflucht zu dem, was die Wahrheit ist. 1 indisches Nationalepos 107

Sankaracharya_Atma Bodha