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Sivananda_Das Buch der Gitas_Die Essenz des Advaita Vedanta

Geliebter Sucher, dieses Buch der Gitas ist der himmlische Schlüssel für dich, mit dessen Hilfe du den Eintritt in das Reich des Göttlichen Lebens und der Fülle erhälst. Diese Gitas enthalten lebensspendede Botschaften von erleuteten Sehern. Sie haben die Macht, dein Leben von Grund auf zu verwandeln . . .

29. Wer erkennt, dass

29. Wer erkennt, dass diese Bindung das Ergebnis des Egoismus in der Beziehung zum Atman und selbst unwirklich ist, sollte Leidenschaftslosigkeit entwickeln, seinen Stand in Turiya 1 nehmen und sich selbst vom Kummer des Samsara befreien. 30. So lange das Empfinden von Unterschieden nicht aus dem Sinn des Menschen, der Unterschiede in den Dingen zu sehen vermeint, verschwindet – trotz seiner vernünftigen Überlegungen und logischer Betrachtung –, muss er wahrhaftig als unwissend angesehen werden; wie ein Mensch, der im Wachen schläft und im Traum wach zu sein glaubt. 31. Da außer dem Atman kein anderes Ding Wirklichkeit besitzt, sind die Idee der Unterschiedenheit, die durch die Dinge hervorgerufen wird, und die verschiedenen Modifikationen und Ursachen dieser Unterschiede sämtlich unwirklich wie Traumwahrnehmungen. 32. Da ist nur dieser eine Atman, der sich im Wachen mit der Hilfe der Sinne dieser äußeren, vergänglichen Objekte erfreut, der im Traum ähnliche innere Objekte erfährt, und der sich im Schlaf von allen diesen zurückzieht, da er sich schließlich in diesen drei Zuständen seiner Identität als der Herr der Sinne erinnert. 33. Nachdem du also die Wahrheit ergründet und zu der Überzeugung gelangt bist, dass die drei Zustände des Verstandes von den Gunas 2 und durch Meine Maya 3 in Mir erzeugt werden, und da du nun mit der Hilfe der Empfehlungen der Weisen und der scharfen Worte der Weisheit den Egoismus entwurzelt hast, der die Ursache aller Zweifel ist, meditiere nun über Mich. 34. Man sollte erkennen, dass die gesamte Welt nur die verrückte Täuschung und der Tanz des Verstandes ist und eine nur scheinbare Wirklichkeit besitzt, dass sie verderblich und unzusammenhängend wie der geschwungene Feuerbrand 4 ist, dass es nur das Eine 1 „vierter“ Bewusstseinszustand, der über Wachen, Träumen und Tiefschlaf steht 2 die drei Gundqualitäten des Universums der Trägheit, Erregung und Ausgeglichenheit 3 Täuschung, die in der Überlagerung der Wirklichkeit durch etwas Unwirkliches besteht 4 der geschwungene Feuerbrand erzeugt die Illusion eines Lichtkreises 124

Bewusstsein ist, welches als das Viele erscheint, und dass die von den Gunas erzeugten, verschwommenen Verschiedenheiten auf dreierlei Art illusionär sind. 35. Nachdem man das Auge von der sichtbaren Welt zurückgezogen und sich vom Verlangen nach etwas abgewandt hat, sollte man ohne Bestrebungen und Pläne still verbleiben und in der Seligkeit der Selbst- Verwirklichung ruhen. Sollte dann die Welt gelegentlich als real erneut auftauchen, wird dies keine Täuschung mehr verursachen, denn sobald sie einmal als irreal erkannt wurde, klingt sie als Welt nur noch in der Erinnerung nach. 36. Wer auf diese Weise Weisheit erlangt und seine essenzielle Natur verwirklicht hat, erblickt den vergänglichen Körper nicht mehr, ob er nun bewegungslos oder bewegt ist oder fällt, ob er vom Karma beherrscht wird oder es losgeworden ist – wie eine Person, die trunken vom Alkohol ist, nicht mehr erkennt, ob sie noch Kleidung trägt oder nicht. 37. Der Körper, der unter der Kontrolle der Mächte des Karma steht, dauert so lange an, bis seine Ursache, das Karma, erschöpft ist. Das Individuum, welches in Samadhi- Yoga versunken ist und das Überbewusstsein erlangt hat, sucht nicht länger Zuflucht in der Welt, die wie ein Traum ist. * * * 125