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Sivananda_Das Buch der Gitas_Die Essenz des Advaita Vedanta

Geliebter Sucher, dieses Buch der Gitas ist der himmlische Schlüssel für dich, mit dessen Hilfe du den Eintritt in das Reich des Göttlichen Lebens und der Fülle erhälst. Diese Gitas enthalten lebensspendede Botschaften von erleuteten Sehern. Sie haben die Macht, dein Leben von Grund auf zu verwandeln . . .

II-25 Von

II-25 Von Diesem (Selbst) spricht man als unmanifestiert, jenseits des Denkens und unwandelbar. Kenne es als ein solches, und du wirst nicht mehr trauern. II-27 Sicher ist der Tod für den Geborenen, und sicher ist die Geburt für den Toten – trauere daher nicht mehr über das Unvermeidbare. II-38 Kämpfe in der Schlacht, indem du Freude und Leid, Gewinn und Verlust, Sieg und Niederlage als dasselbe betrachtest. Auf diese Weise wirst du nicht sündigen. II-40 Diese Praxis zieht keinerlei Verlust an Kraft und keinen Schaden nach sich (d.h., keine widersprüchlichen Resultate oder falsches Verhalten). Auch nur ein Weniges dieser Erkenntnis (sogar nur wenig Praxis dieses Yoga) schützt vor großer Furcht. II-47 Du hast ein Recht zur Arbeit, aber niemals ein Recht auf die Früchte. Lass nicht die Früchte des Handelns dein Motiv sein, und lass da auch keine Anhaftung ans Untätigsein entstehen. II-48 Führe deine Handlungen, oh Dhananjava, in der Stetigkeit des Yoga, im Aufgeben der Anhaftungen und im Gleichmut bei Gewinn und Verlust aus. Die Gleichförmigkeit des Gemüts ist Yoga. II-56 Wessen Gemüt nicht von Feindseligkeit aufgerührt, wer nicht nach den Sinnesvergnügen giert, wer frei von Anhaftung, Furcht und Zorn ist – den nennt man jemanden mit festgegründeter Weisheit. II-57 Wer stets ohne Anhaftung ist, ob ihm Gutes oder Schlechtes begegnet, wer weder frohlockt noch hasst – dessen Weisheit ist gefestigt. II-59 Die Sinnesobjekte verlassen denjenigen, der enthaltsam ist, und hinterlassen ein nur noch geringes Verlangen, aber sogar dieses Verlangen noch verschwindet, sobald er das Höchste geschaut hat. II-69 Was Nacht ist für alle Wesen, ist Wachen für den selbstbeherrschten Menschen; was Tag ist für alle Wesen, ist Nacht für den Muni (Weisen), der zu sehen vermag. II-70 Derjenige erlangt den Frieden, in dem alle Wünsche untergehen wie die Wasser im Ozean, der, obwohl an allen Seiten gefüllt, unbewegt bleibt, aber nicht derjenige, der ein Verlangen nach dem Wünschen hegt. 54

II-71 Derjenige Mensch erlangt den Frieden, der alle Wünsche aufgibt und ohne Verlangen, ohne den Sinn des „mein“ und ohne Egoismus in dieser Welt wandelt. II-72 Darin besteht der Brahmische Stand (ewiger Stand), oh Sohn des Pritha. Wer dies erlangt, wird niemals getäuscht. Wer in diesem Stand verankert ist, erlangt am Ende des Lebens sogar das Einssein mit Brahman. III-5 Wahrhaftig vermag niemand, nicht einmal für einen kurzen Moment, ohne Tätigkeit zu sein, denn jeder wird in der Tat durch die der Prakriti entspringenden Kräfte hilflos zum Handeln veranlasst. III-6 Wer nach außen selbstbeherrscht erscheint, aber im Innern seines Gemüts über den Sinnesobjekten brütet, hat ein falsches Verständnis und muss als Heuchler bezeichnet werden. III-17 Der Mensch jedoch, der nur im Selbst frohlockt, der mit dem Selbst zufrieden ist, der nur im Selbst zu sein wünscht und nirgends sonst – für einen solchen gibt es wahrhaftig nichts mehr zu tun. III-18 Für einen solchen besteht weder ein Interesse an dem, was getan oder noch nicht getan wurde, noch irgendein Angewiesensein auf Wesen oder Objekte. III-27 Sämtliche Tätigkeiten werden in allen Fällen stets nur durch die Kräfte der Prakriti gewirkt. Wessen Verstand durch den Egoismus getäuscht wird, der denkt: „Ich bin der Täter“. III-28 Derjenige jedoch, der die Wahrheit kennt, oh große Seele, über die Teilungen der Kräfte und (deren) Funktionen und weiß, dass die Gunas 1 in der Gestalt der Sinne mitten unter den Gunas in der Gestalt der Objekte wirken 2 , erfährt keine Anhaftung. III-29 Diejenigen, die von den Kräften der Prakriti getäuscht sind, haften an den Funktionen dieser Kräfte. Der Mensch der vollkommenen Erkenntnis darf aber diejenigen nicht stören, die nur unvollkommene Erkenntnis besitzen 1 die Kräfte der Erregung, Trägheit und Ausgeglichenheit 2 d. h., die Gunas wirken aufeinander ein, erzeugen sich gegenseitig selbst immer wieder neu; ein „Ich“ ist daran nicht beteiligt 55

Sankaracharya_Atma Bodha