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Sivananda_Das Buch der Gitas_Die Essenz des Advaita Vedanta

Geliebter Sucher, dieses Buch der Gitas ist der himmlische Schlüssel für dich, mit dessen Hilfe du den Eintritt in das Reich des Göttlichen Lebens und der Fülle erhälst. Diese Gitas enthalten lebensspendede Botschaften von erleuteten Sehern. Sie haben die Macht, dein Leben von Grund auf zu verwandeln . . .

III-33 Derjenige

III-33 Derjenige überquert den Ozean des Samsara – der so schwer zu überqueren ist –, der erkennt, dass sämtliche Freuden nur Schmerzen in anderer Gestalt sind. IV-1 Wer sich an einen einsamen Ort setzt, dort ruhig ist und an nichts denkt und nach und nach allem entsagt, wird frei von allen Handlungen und Initiativen. IV-2 Derjenige Mensch ist befreit, der der Freund aller ist, der alles geduldig erträgt, der still und selbstbeherrscht ist, der frei von Furcht und Zorn und ohne Leidenschaften ist. IV-3 Derjenige ist in der Tat rundherum befreit, der rein im Herzen und selbstbeherrscht ist und alle Wesen als sein eigenes Selbst betrachtet, der egolos und ohne Stolz ist. IV-4 Der ist befreit, der derselbe im Leben wie im Tode, in Vergnügen und Schmerzen, Gewinn und Verlust, Liebe und Hass ist. IV-5 Derjenige ist gewiss ein Befreiter, der andere um nichts bittet, der niemanden kränkt, der jenseits der Gegensatzpaare und frei von Wünschen ist. IV-6 Derjenige ist befreit, der weder Feinde noch Freunde und keine Kinder hat, der Dharma, Artha und Kama 1 aufgegeben hat und ohne Erwartungen ist. IV-7 Derjenige erlangt die Befreiung, der weder tugendhaft noch lasterhaft ist, der keine Vorräte anhäuft, der das Fleisch gekreuzigt hat, der heiteren Gemütes und ohne die Gegensatzpaare ist. IV-8 Jemand, der den Tätigkeiten entsagt hat und wunschlos geworden ist, sollte stets bedenken, wie doch die gesamte Welt vergänglich, ruhelos und schwer zu kontrollieren ist und stets von Geburt, Alter und Tod verfolgt wird. IV-10 Man erlangt die Befreiung, wenn man das Selbst wahrnimmt, welches ohne Geruch, ohne Geschmack, ohne Berührung, ohne Klang, unergreifbar, farblos und unkennbar ist. 1 Dharma, Artha, Kama: Lebenspflichten, Wohlstandserwerb, weltliche Freuden 66

IV-14 Wer von allen Samskaras 1 frei geworden ist, erlangt das ewige Brahman, das Höchste, das Friedvolle, das Unbewegte, das Immerwährende, das Unverderbliche. IV-17 Nachdem man von den Sinnen Abstand genommen hat, sollte man den Verstand im Atman fixieren. Zu Beginn sollte man nachdrückliche Askese praktizieren, danach sollte der Yoga der Befreiung praktiziert werden. IV-24 Sobald eine Person klar das Selbst als die Absolute Identität wahrzunehmen in der Lage ist, gibt es für sie keinen Gott mehr, da sie selbst zum Gott der drei Welten geworden ist. IV-26 Derjenige, der im Selbst zentriert ist, überlässt sogar sein Gott-sein den Göttern. Er gibt den vergänglichen Körper auf und erlangt das Unzerstörbare Brahman. IV-27 Ein solcher fürchtet nichts, wenn die Welten zerstört werden; ein solcher ist nicht gequält davon, dass die Wesen leiden. IV-29 Ihn verletzen die Waffen nicht, für ihn gibt es keinen Tod. Nirgendwo in der Welt könnte eine größere Freude gefunden werden. IV-32 Wer, nachdem er sich im Selbst verankert hat, das Selbst im Selbst zu sehen vermag, verlangt nicht nach den Titeln Indras 2 . XX-16 Die Erkenntnis ist das Höchste. Sannyasa 3 ist das größte Tapas 4 . Wer mit Bestimmtheit die Wahrheit der Weisheit, das unberührte Selbst in allen Wesen, kennt, ist die Quelle und die Zuflucht für alle. XX-34 Brahman ist Wahrheit. Tapas ist Wahrheit. Der Schöpfer ist Wahrheit. Alle Wesen werden aus der Wahrheit geboren. Die ganze Welt mitsamt ihrem Inhalt ist Wahrheit. XX-35 Daher sind die Brahmins 5 in der Wahrheit verwurzelt. Sie sind auf immer dem Yoga hingegeben. Sie 1 „Gedankensamen“, hier: schädliche Neigungen aus der Vergangenheit 2 Der Gott der Götter 3 Leben als Entsagender 4 Askese, Selbstbeherrschung, Sammlung 5 Brahman-Priester und -Gelehrte 67

Sankaracharya_Atma Bodha