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Sivananda_Das Buch der Gitas_Die Essenz des Advaita Vedanta

Geliebter Sucher, dieses Buch der Gitas ist der himmlische Schlüssel für dich, mit dessen Hilfe du den Eintritt in das Reich des Göttlichen Lebens und der Fülle erhälst. Diese Gitas enthalten lebensspendede Botschaften von erleuteten Sehern. Sie haben die Macht, dein Leben von Grund auf zu verwandeln . . .

Die

Die Essenz der Rama Gita (1) Aus: Adhyatma-Ramayana Diese Gita erscheint im Adhyatma-Ramayana 1 . Sie enthält eine Unterhaltung zwischen Sri Rama und seinem Bruder Sri Lakshmana. Darin werden der Advaita Vedanta und seine verschiedenen Prinzipien von Jiva, Avidya, Ishvara, Maya usw. sowie der Prozess der Verwirklichung des Ewigen Seins, des Brahman, dargelegt. 8. Sri Rama sprach: Alle Tätigkeiten führen zu weiterer Bindung und zur Wiedergeburt. Aufgrund von Liebe und Hass scheinen sich die Tätigkeiten voneinander zu unterscheiden. Wegen der Anhaftung begeht der Mensch gute und schlechte Taten und gelangt so immer tiefer in den Zyklus der Wiedergeburten. Nach der Wiedergeburt finden wieder weitere Tätigkeiten statt. Auf diese Weise beginnt der Verlauf des weltlichen Lebens wie ein Rad umherzuwirbeln. 9. Die Wurzelursache dafür ist die Unwissenheit. Die Austilgung der Unwissenheit ist daher das einzige Mittel zur Zerstörung dieser Ursache des weltlichen Lebens. Nur die Erkenntnis vermag diese Unwissenheit zu vernichten. Die Tätigkeiten können dies nicht, weil sie selbst aus der Unwissenheit geboren wurden und ihr daher weder widersprechen noch entgegengesetzt sind. 10. Die Ausübung von Tätigkeiten zerstört weder die Unwissenheit noch die Anhaftung. Sie führt nur zu weiterem Leiden im verkörperten Leben. Ein weiser Mensch sollte daher die Tätigkeiten aufgeben, die voller Makel sind, und sich der Erkenntnis und Meditation verpflichten. 16. Daher sollte der weise Mensch alle Tätigkeiten aufgeben. Es kann kein Nebeneinander von Tätigkeit und Erkenntnis geben, weil Tätigkeit der Erkenntnis 1 Ein altes Sanskrit-Werk bestehend aus 4200 Strophen, das die spirituellen Tugenden des Ramayana, eines antiken Epos, hervorhebt. 80

widerspricht. Ziehe die Sinne von sämtlichen Objekten zurück und widme dich stets der Erlangung der Selbst- Verwirklichung. 18. Wenn einer das Höchste Licht der Erkenntnis im Selbst erlangt, welches die Idee der Getrenntheit des Höchsten Selbst und der individuellen Seele zerstört, verschwindet Maya 1 zusammen mit ihren Sprösslingen, die Geburt, Wiedergeburt und neue Tätigkeit verursachen, sofort. 19. Sobald die Unwissenheit durch diese Erkenntnis, die selbst nichts als reine und nonduale Lichtheit ist, ausgelöscht wurde, kann sie nicht wiederkehren. Wie könnte die Avidya 2 erneut Tätigkeiten verursachen, wenn sie ein und für alle Mal durch die aus den Srutis 3 gewonnene Erkenntnis beseitigt wurde? 21. Die Taittiriya-Upanishade hat nachdrücklich erklärt, dass man ganz gewiss sämtlichen Tätigkeiten zu entsagen habe. Die Brihadaranyaka-Upanishade hat darüber hinaus gesagt, dass nur die Erkenntnis allein und niemals die Tätigkeit zu Moksha 4 führen könne. 24. Erwirb mit einem Herzen voller Glauben und einem gereinigten Verstand die Gnade des Guru und erkenne das Einssein des Jiva 5 mit Brahman durch den Ausspruch: „Tat Tvam Asi“ (Das bist Du). Sei dann glücklich und so fest wie der Berg Meru. 25. Die Bedeutung dieses Ausspruchs wird richtig erkannt, indem die Bedeutung der drei Worte darin richtig verstanden wird. „Tat“ und „Tvam“ stehen für das Höchste Selbst und die individuelle Seele, während „Asi“ auf die Identität beider hinweist. 26. Durch Eliminierung der Upadhis 6 – des Nahegelegenen und des Ferngelegenen 7 –, die den Jiva 1 Täuschung über die Natur der Welt 2 Unwissenheit über die Natur des Seins, Glaube an die Körperlichkeit der Welt 3 heilige Schriften 4 Befreiung 5 individuelle Seele 6 „begrenzende Attribute“, d.h. falsche Wahrnehmungen der Realität 7 d. h., das Außen und Innen der sinnlichen Wahrnehmung erzeugt die Illusion der individuellen Persönlichkeit 81

Sankaracharya_Atma Bodha