BuV - Business und Vermarktung Dez/Jan 2017-2018

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Konjunktur in den Regionen

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Konjunktur und Zufriedenheit in

den Regionen – es bleibt erfreulich

Die Stimmung war selten so gut, das kann ja nur heiter werden

Von Thomas Kießling

Das ist ja mal ein Ding: Verbraucher, Wirtschaft

und Volkswirtschaftler blicken gleichermaßen optimistisch

in die Zukunft, obwohl es politisch drunter

und drüber geht. Wäre ja noch schöner, wenn wir uns

von der Politik die guten Geschäfte kaputt machen

lassen. 2018 kann kommen, und womöglich kommt es

ganz dicke.

Deutsche Verbraucher sind so zuversichtlich wie lange

nicht mehr. Trotz Terrorängsten und Trump-Turbulenzen

blicken die Deutschen laut einer Nielsen-Umfrage,

die die Deutsche Presse Agentur veröffentlich hat, derzeit

so zuversichtlich in die Zukunft wie seit vielen

Jahren nicht mehr. Das Verbrauchervertrauen in der

Bundesrepublik habe einen Rekordwert erreicht, unterstreicht

die Nielsen-Umfrage. Seit Beginn der Umfragen

2005 seien die Verbraucher „noch nie mit einer so guten

Stimmung in ein neues Jahr gestartet“. Das kann regional

nur noch betont werden, hat die IHK Ulm in ihrer

Herbstkonjunktur-Umfrage festgestellt: Die regionale

Wirtschaft hat 2017 erneut sehr gut abgeschnitten. Die

Geschäfte laufen so rund wie selten zuvor. „Trotz einiger

Unsicherheitsfaktoren sind die Betriebe zudem recht

zuversichtlich. Und bei der Beschäftigung zeichnen sich

neue Höchststände ab“, kommentierte IHK-Präsident

Dr. Peter Kulitz das Ergebnis.

Sechs von zehn Unternehmen berichten demnach von

gut laufenden Geschäften. Weitere 36 Prozent vermelden

zumindest eine befriedigende Situation. Die Lageeinschätzungen

sind damit so gut wie selten zuvor.

Ursachen dafür sind ordentliche Umsatzzahlen und

künftigen Aufträge. Zudem hat sich die Ertragslage auf

einem ohnehin hohen Niveau sogar noch einmal leicht

verbessert, nicht bei allen, aber beim Großteil der Unternehmen

fast quer durch alle Branchen.

Gleichzeitig hält die Zuversicht unter den Betrieben an.

Unbeirrt von einer ungewissen internationalen Wirtschaftspolitik

bleiben die Erwartungen für die kommenden

zwölf Monate von Optimismus geprägt. Das

Gros der Unternehmen sieht eine weitere Entwicklung

auf dem erreichten, guten Niveau. Mehr als jedes vierte

Unternehmen erwartet im kommenden Jahr sogar eine

Verbesserung. Eine stabile Tendenz bei den Auftragseingängen

untermauert diese Einschätzungen dabei.

Wie sind die Unternehmen dabei derzeit mit ihrem

Standort zufrieden, auch das haben IHK-Untersuchungen

herausgefunden. Die Unternehmen – speziell in der

IHK-Region Ulm – bewerten wie schon bei der letzten

gleichnamigen Untersuchung 2012 den Wirtschaftsstandort

auf der Skala von 1-6 mit einer ausgezeichneten

Note von 2,0.

„Die Gesamtnote „Gut“ und die im Regionenvergleich

bessere Bewertung ist aber wie bei den letzten Umfragen

kein Anlass, untätig zu werden. Denn die Umfrage zeigt

neben Stärken der Region auch klare Handlungsfelder“,

so IHK Ulm-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle. Daher

legt die IHK besonderes Augenmerk bei der Auswertung

der Umfrage auf die Standortfaktoren, die bei den Mitgliedsunternehmen

eine hohe Priorität („Wichtigkeit“)

haben und bei denen gleichzeitig eine große Zufriedenheit

(Stärke) oder Unzufriedenheit (Schwäche bzw.

Handlungsfeld) besteht.

Fachkräfte, Breitband, Wohnraum, wirtschaftsfreundliche

Verwaltung und Kosten für Gewerbeimmobilien

werden als Schwäche ausgemacht. Als größtes Problem

und wichtigstes Handlungsfeld wird aber der Mangel

an beruflich qualifizierten Fachkräften genannt. „Seit

Jahren weisen wir auf die besorgniserregende Entwicklung

hin. Was wir über unseren Fachkräftemonitor und

die Konjunkturumfragen zur Fachkräfteproblematik

wissen, spiegelt sich nun deutlich in der Umfrage wieder.

Daher ist das Ergebnis für uns nicht überraschend“,

kommentiert Sälzle das Ergebnis und ergänzt: „Sorge

bereitet unseren Unternehmen der Mangel an beruflich

ausgebildeten Fachkräften und nicht an Akademikern.

Politik und Wirtschaft müssen weiter gemeinsam an

verschiedenen Stellschrauben drehen, um die duale Ausbildung

zu stärken und Weiterbildung zu intensivieren.“

Dies zeigt sich auch im Vergleich zu 2012, da die Bedeutung

akademisch Qualifizierter für die Betriebe deutlich

zurückgegangen ist: in der aktuellen Umfrage befindet

sich dieser Standortfaktor nur noch auf dem viertletzten

Rang der wichtigsten Faktoren für die Firmen. Nach

dem IHK-Fachkräftemonitor fehlen in der IHK-Region

Ulm zwischen 2017 und 2030 jährlich mehr als 14 000

Fachkräfte, darunter zu 90 Prozent beruflich qualifizierte,

nicht akademische Fachkräfte. Kein Grund also, die

Hände in den Schoß zu legen. www.ihk-ulm.de

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