BuV - Business und Vermarktung Dez/Jan 2017-2018

thomas.kiessling

Das neue BuV - mehr Auflage, größeres Gebiet, spannende News und Stories.

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Sport ist Standortmarketing

Risiken vs. Chancen & Finanzen vs. Fantasie

Formal geht es um einen Gebäudekomplex. OrangeCampus,

so der Name des Sportzentrums, das BBU ’01 auf dem

alten Donaubadgelände errichten möchte. Ein Teil davon

wird „ideeller Teil“ genannt. Gemeint ist der Teil, in dem

Sport getrieben wird – der ist 6.980 Quadratmeter groß und

kostet 12.200.000 Euro (davon sind 10.450.000 Euro bezuschussungsfähig).

Der andere Teil ist dafür da, Einnahmen

zu generieren, um den laufenden Betrieb zu gewährleisten

und dafür keine weiteren Steuergelder beanspruchen zu

müssen. Dieser Teil – also das Fitnesszentrum, ein Bürogebäude,

sowie der Gastro- und Shop-Bereich – kostet

10.600.000 Euro. In der öffentlichen Wahrnehmung endet

die Diskussion über den OrangeCampus meist genau hier.

Dass nur der „ideelle Teil“, also der in dem zumeist junge

Menschen ausgebildet werden, gefördert wird – der Rest

aber nicht – geht meist unter. Es geht um Zuschüsse, Darlehen

und den Unterschied zwischen Eigenmitteln und

Eigenkapital. Es geht nicht darum, was erreicht wird. Es

geht nur darum, was es kostet.

Um sich vorzustellen, was der OrangeCampus bringt,

braucht es etwas Fantasie. Etwas Vergleichbares gab es

in der Region ja noch nie. Ein Sportzentrum in unmittelbarer

Nähe der Stadtzentren Ulms und Neu-Ulms. Keine

Shopping Mall, kein Kino, kein Elektronik-Discounter,

oder was den Menschen sonst noch gerne zum Zeitvertreib

angeboten wird. Stattdessen ein Gelände, das aktiven

Basketballern optimale Trainingsbedingungen bietet

– in Halle eins ist eine 160 Meter lange Laufbahn rund um

das Spielfeld geplant – und Sportinteressierte Bürger gleichermaßen

anspricht. „Sport ist gut für Herz, Kreislauf,

Muskeln. Und nicht zuletzt ist Sport gut für das Gehirn!

Krankenkassen müssten sich beteiligen, denn das ist echte

Prävention“, urteilt Prof. Dr. Manfred Spitzer in seiner

Funktion als Ärztlicher Direktor der psychiatrischen Universitätsklinik

Ulm.

Ohne Breite keine Spitze

Martina Haas sagt: „Ein vergleichbares Projekt kenne ich

nur vom VfB Stuttgart.“ Haas ist als Geschäftsführerin

des Württembergischen Landesverbandes (WLSB) für

Sportentwicklung zuständig. Ihr Verband hat einen Zuschuss

für den OrangeCampus in Höhe von knapp 700.000

Euro in Aussicht gestellt. Haas sagt auch: „Ohne Breite

keine Spitze. Was BBU ’01 hier macht, ist ein beispielhaftes

Zusammenspiel zwischen Breiten- und Leistungssport

und Schule und Verein.“

In Köln haben unlängst drei Wissenschaftler der Sporthochschule

in einer Studie festgestellt, „dass öffentliche

Ausgaben für Sportanlagen und Schwimmbäder einen

signifikanten positiven Effekt auf die Sportaktivität der

Menschen“ haben.

Was BBU ’01 mit dem OrangeCampus im ersten Schritt

also erreicht, ist Menschen in Bewegung zu bringen. „Die

Menschen zum Sporttreiben zu bewegen, ist nicht nur von

Bedeutung für die Volksgesundheit, sondern forciert auch

die Entwicklung von sozialer Kompetenz und schafft Arbeitsplätze,

ist also ein wichtiges Ziel jeder Gesellschaft“,

schreiben Sören Dallmeyer, Dr. Pamela Wicker und Prof.

Dr. Christoph Breuer in ihrer Arbeit „Public expenditure

and sport participation: An examination of direct, spillover,

and substitution effects”. Für Kommunen sollte dieses

Ziel also gleichermaßen gelten.

Bewegung ist ein Ziel jeder Gesellschaft

Und Kommunen leben von ihren Vorzeigeobjekten. Zum

Beispiel das Ulmer Münster oder Albert Einstein – wer

von ihnen spricht, spricht von der Stadt, aus der sie stammen.

ratiopharm ulm, das Team, das in der Basketball

Bundesliga seit Dezember 2011 bei jedem seiner Heimspiele

ausverkauft meldet, bringt die beiden Städte ins Ge-

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