BuV - Business und Vermarktung Dez/Jan 2017-2018

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Sport ist Standortmarketing

Ein Kommentar

Der OrangeCampus:

Eine Chance für die Region

Von Thomas Kießling

Campus-Zahlen

Green Campus Mit Hilfe eines Wärmepumpensystems wird

dem Boden Grundwasser entnommen, das zur Energiegewinnung

der Niedertemperaturbereiche genutzt wird und

anschließend dem Boden wieder zugeführt wird. In Kombination

mit einer Photovoltaik-Anlage ist die Erreichung eines

„KfW55 Standards“ gegeben. Auf dem Gelände werden

155 Fahrradständer installiert und 11 neue Bäume gepflanzt.

Hallennutzung Um zu ermitteln, welche Teile des Komplexes

durch die Kommunen und den WLSB förderungswürdig

sind, wurde detailliert festgelegt, wie die drei Sporthallen

genutzt werden. Das Ergebnis: Halle 2 + 3 stehen zu 100

Prozent dem Nachwuchs- und Breitensport zur Verfügung;

in Halle 1 sind es 90 Prozent. Insgesamt nimmt die Nachwuchsforderung

also 95 Prozent des Belegungsplans ein.

Finanzierung Für 2/3 der 22,8 Millionen Euro (brutto) ist

BBU ’01 verantwortlich. 14,5 Millionen Euro stellt der Club

über Eigenmittel (5,5 Mio. Cash + 9 Mio. Bank-Darlehen).

Zuschüsse: 4,5 Mio. städtisch, 700.000 Euro (WLSB), 3,1

Mio. Euro sollen über ein städtisches Darlehen abgedeckt

werden. Bau-Details Die für den Sport vorgesehene Fläche

– inklusive Fitnessbereich – beträgt 6.980 m²; insgesamt

hat der Campus eine Glasfassadenfläche von 2.170 m² – ein

Großteil im Fitnessbereich. Die Haupthalle ist 12 Meter

hoch und bietet nicht nur Platz für 500 Zuschauer, sondern

auch einen Rundlauf (160 Meter) für Konditionstraining.

Ein als Sportpark an der Donau deklariertes Gelände

mit Biergarten ist zudem zugänglich und ermöglicht einen

barrierefreien Zugang zum Beach-Volleyball-Feld, dem

Spielplatz und dem Basketball-Freiplatz. Und die BBU `01

garantiert, dass auch bei Spielbetrieb, etc. die Parkplatzmöglichkeiten

für die Besucher ausreichen werden.

Ein OrangeCampus im Herzen der Doppelstadt

direkt an der Donau bildet das Herz der Ulmer

Basketballer. Sie sind neben Ulmer Münster (wissen

in Deutschland nicht viele) und Einsteins

Geburt (weiß echt kaum jemand) die permanente

Visitenkarte für das Standortmarketing der

Region. Oder wann kommt Ulm im Laufe eines

Jahres sonst noch in den bundesdeutschen Medien

vor? Ja wann, und vor allem mit welchem

Thema? Bitte einmal nachdenken und dann nach

dem Schulterzucken einfach zugeben: „Keine

Ahnung.“ Früher hatten wir wenigstens den November-Nebel,

der uns unter bedauerlichen Worten

ins Jörg-Kachelmann-Wetter brachte. Ab und

an kommt noch die ratiopharm arena auf SWR 1,

wenn etwa Bob Dylan spielt.

Wenn aber niemand nie von der Region Ulm

hört, dann sieht es mit neuen Fachkräften für

die Wirtschaft echt problematisch aus. Dann

müssten es die propren Unternehmen der Region

ganz alleine richten. Diese würden sich beim

Recruiting aber wesentlich einfacher tun, wenn

der Bekanntheitsgrad von Ulm größer wäre. Wer

sorgt dafür? Ach, Sie meinen, wir drehen uns im

Kreis. Ja tun wir. Also, liebe Städte: Geldbeutel

auf (also Ulm, Neu-Ulm ging ja schon in Vorleistung)

und eine tolle Initiative unterstützen. Das

machen die Unternehmen übrigens schon vor, in

dem sie den OrangeCampus und vor allem die

Mannschaft (Jahresetat rd. 7.5 Mio Euro) kräftig

unterstützen.

Und damit wäre auch nichts, aber auch gar

nichts gegen eine städtische Unterstützung des

SSV Ulm 1846 (Gesamtverein) und der TSG Söflingen

gesagt. Hier gibt es noch mehr Mitglieder

als bei den Basketballern, damit viel mehr Breitensport,

aber vereinzelt auch Spitzenleistungen.

Unbenommen. Wenn wir heutzutage bei den gefüllten

Stadtkassen nicht in die Zukunft investieren,

wann dann? Unsere Unternehmen (und wir

alle über die Gewerbesteuern), unsere Kinder

und ganz geschweige unsere eigene Gesundheit

(wir müssen das größere Angebot nur nutzen)

werden es uns danken. Das ist doch eine richtige

Win-Win-Win-Win-…Situation. Geht doch, ist

alles ganz einfach.

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