Biologische Milchviehhaltung - Bioland

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Biologische Milchviehhaltung - Bioland

Mindestens 95 Prozent des Futters muss laut Gesetzgeber biologischer Herkunft sein; bei

Bioland ist eine 100-prozentige Biofütterung vorgeschrieben. Gentechnisch veränderte Futtermittel

wie Gen-Soja sind tabu.

Das Grundfutter für die Milchkühe besteht aus Gras und Klee (frisch, als Heu oder Silage), in

vielen Fällen je nach Standort ergänzt durch Mais und Ganzpflanzensilage (GPS). So gefüttert

produzierten Biokühe früher etwa 3.000 bis 5.000 Liter Milch pro Jahr. Heute können sie

auch zwischen 6.000 und 9.000 Liter Milch pro Jahr geben. Diese Leistung ist nur mit einer

bedarfsgerechten Kraftfutterergänzung möglich. Das Kraftfutter besteht meist aus einer Mischung

aus kohlenhydratreichem Biogetreide, proteinreichen Biokörnerleguminosen wie Lupinen,

Erbsen, Ackerbohnen und Sojabohnen sowie aus Ölkuchen, Mineralstoffen (u.a. Natrium,

Kalium, Kalzium und Magnesium) und Spurenelementen. Biokühe dürfen nicht ganzjährig

nur mit Gras- und / oder Maissilage gefüttert werden.

Gestärkte Abwehrkraft und lange Lebensleistung statt Höchstleistungen

Biobetriebe dürfen keine Medikamente - außer den gesetzlich vorgeschriebenen Impfungen -

zur Vorsorge verabreichen. Die Tiere dürfen nur behandelt werden, wenn sie auch tatsächlich

erkrankt sind. Biomilchbauern vermeiden durch artgerechte Haltung und Fütterung eine

Leistungsüberforderung ihrer Tiere und stärken dadurch ihr Immunsystem. Sie setzen bevorzugt

homöopathische Mittel oder naturheilkundliche Methoden ein, da Resistenzbildungen

durch Antibiotika vermieden werden sollen. In jedem Fall ist nach der Verabreichung von

Medikamenten eine doppelt so lange Wartezeit einzuhalten, wie für das Arzneimittel vorgeschrieben

ist.

Herausforderungen für die biologischen Milchviehhalter

Biomilchbauern produzieren ein hochwertiges Lebensmittel und leisten einen großen Beitrag

zum Erhalt der Umwelt und der gesamten Landwirtschaft. Diese Leistung können die Milchbauern

nur bei kostendeckenden Preisen erbringen.

Seit 2002 besteht ein Abwärtstrend bei den Erzeugerpreisen für konventionell und biologisch

erzeugte Milch. Im Jahr 2005 haben sich die Bio-Milchpreise gegenüber dem konventionellen

Trend erstmals wieder halten können. Durchschnittlich erhalten Biobauern für einen Liter

Milch 34,5 Cent (netto auf Basis 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß). Um weiterhin existieren zu

können, benötigen sie jedoch mindestens 40 Cent. Verbraucher geben heutzutage für Erfrischungsgetränke

bis zu zwei Euro pro Liter aus. Das Grundlebensmittel Milch erhalten sie

hingegen schon für einen halben Euro, in Bioqualität für durchschnittlich 0,85 Euro. Diese

Preise spiegeln in keinster Weise den tatsächlichen Wert der Milch wieder und zwingen

Bauern zur Betriebsaufgabe. Um bessere Preise für die Bio-Milchbauern zu erreichen, haben

Bioland-Molkereien und Fachhandel die Initiative "Faire Preise für Bio-Milchbauern" ins Leben

gerufen. Der Preisaufschlag von 5 Cent wird direkt an die Bauern ausgezahlt. Die Bio-

Trinkmilch ist deutlich mit dem Hinweis auf "Faire Preise" gekennzeichnet. Vorreiter ist die

Upländer Bauernmolkerei (www.bauernmolkerei.de), die Handelsmarke Alnatura hat diese

Idee ebenfalls übernommen (www.alnatura.de). Die Erzeugerpreise können sich damit weiter

stabilisieren. Wichtig ist, dass die Nachfrage nach "Fairpreis-Produkten" weiter steigt. Aktuelle

Informationen zu den Biomilch-Erzeugerpreisen finden Sie unter

www.biomilchpreise.de.

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