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10.02.2018 Lindauer Bürgerzeitung

24 10. Februar 2018 ·

24 10. Februar 2018 · BZ Ausgabe KW 06/18 AUS DER REGION Winterwandern am „Silber- und Genießerberg“ BZ-Wandertipp: Auf dem großen Rundwanderweg am Kristberg Unser heutiger Winterwandertipp führt uns ins Silbertal, einem Seitental des Montafons. Mit der Seilbahn geht es auf den Kristberg auf 1.443 Meter Seehöhe. Hier oben bieten sich neben einer grandiosen Aussicht nahezu alle Wintersportmöglichkeiten. Gut eineinhalb Stunden ist man auf dem großen Rundwanderweg unterwegs. Die Winterwanderwege sind gut gebahnt und ausgeschildert. Die Anfahrt erfolgt über Feldkirch und Bludenz ins Montafon. Am Ortsanfang von Schruns biegt man links ab. Eine kurvige Straße bringt uns hinauf ins Silbertal mit dem gleichnamigen Ort. Parkmöglichkeiten gibt es bei der Talstation der Kristbergbahn. Die Anreise ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich (ÖBB bis Bludenz, dann mit der Montafonerbahn bis Schruns und weiter mit dem Bus, Linie 88, nach Silbertal). In wenigen Minuten bringt uns die Seilbahn hinauf zum Kristberg, einem Sonnenbalkon mit traumhafter Aussichtslage. Sie überwindet dabei 550 Höhenmeter. Die Sicht reicht von der Lobspitze im Osten, über die Sulzfluh, die Drei Türme bis zur Zimba, dem „Matterhorn“ des Montafons, im Westen. Auf dem Kristberg ist nahezu jede Art von Wintersport möglich. Ein kleines aber feines Skigebiet mit zwei Schleppliften lockt insbesondere Familien mit Kindern an. Für letztere bietet der Kristberg mit dem „Silbi“ ein kindgerechtes Übungsgelände. Aber auch Langläufer kommen mit der Panoramaloipe (9,3 km) auf ihre Kosten. Schneeschuhwanderer (es gibt auch geführte Touren z.B. hinauf zum Muttjöchle) aber auch Winterwanderer finden hier oben ideale Bedingungen. Wir gehen von der Bergstation ostwärts auf einem gebahnten Winterwanderweg, der parallel zur Panoramaloipe verläuft. Im Bereich der „Säga“ verlassen wir die Loipe und biegen rechts ab. Wir folgen dem sehr gut ausgeschilderten und gebahnten Weg im großen Bogen talwärts. Wir verlieren dabei gut 200 Meter an Höhe. Vorbei an Maisäßen erreichen wir die Ausstiegsstelle „Stelzer“. Eine prachtvolle Aussicht bietet der Kristberg hoch über dem Silbertal. Unter der Bahn hindurch geht es weiter Richtung Westen. Mal durch den Wald, dann wieder aussichtsreich durch freies Gelände, erreichen wir ein Sträßlein, dem Schnee hat es noch jede Menge auf rund 1.400 Metern Seehöhe. Eine Wanderung in der weißen Pracht ist einfach wunderschön. wir rechts abbiegend folgen. Jetzt steigt der Weg wieder an. Bei der nächsten Abzweigung zweigen wir spitzwinkelig rechts ab. Nun wieder auf gebahntem Weg, geht es mäßig ansteigend hinauf zum Kristberg. Hier sollte man der Bergknappenkapelle St. Agatha einen Besuch abstatten. Sie ist die älteste Kirche im Montafon und hat ihr Entstehen dem Bergbau zu verdanken. Von 1300 bis 1320 besiedelten Walser das Silbertal. Am Kristberg wurde wie in der ganzen Region Silbertal-Bartholomäberg seit prähistorischer Zeit Bergbau betrieben, der im Hochmittelalter seine letzte Blüte erlebte. Die Errichtung der Kirche wird um 1400 angenommen. Urkunden erwähnen die Kirche erstmals im Jahre 1450. Eine Legende beschreibt, dass die Errichtung der Kirche auf ein Gelübde von verschütteten Bergleuten bei Anzeigen BZ WANDERTIPP BZ-Fotos: WV ihrer Rettung zurückgeht. Der Überlieferung nach steht die Kirche direkt auf dem ehemaligen Stollenausgang des Stollenunglücks. Die Kirche befindet sich auch am Saumweg von Silbertal über den Kristbergsattel nach Dalaas im Klostertal. Im Jahre 1840 wurde eine Straße von Silbertal nach Schruns errichtet, womit der Saumweg über den Kristbergsattel seine wirtschaftliche Bedeutung verlor. Immer donnerstags um 11 Uhr findet eine öffentliche Knappenführung statt. Nach Voranmeldung sind auch an anderen Tagen Führungen möglich. Der Panoramagasthof Kristberg lädt danach zu einer ausgiebigen Jause ein. Der Blick von der Sonnenterrasse ist einfach nur fantastisch. In wenigen Minuten bringt uns die Seilbahn dann wieder ins Tal. Der steile Abstieg hinunter ins Silbertal zu Fuß ist nicht empfehlenswert. WV + + Hoppla-Ho! Mehr Fotos finden Sie auf unserer Homepage: @ www.bz-lindau.de AUF EINEN BLICK Anforderungen: Eine leichte Winterwanderung für die ganze Familie, die besonders mit Kindern Spaß macht. Gehzeit: Rund 1,5 Stunden für 4,3 km Höhenunterschiede: 234 m