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yuviaberlin

Imago

Frauen & Selbstständigkeit Artikel & Interviews


Als Imago (lat. »Bild«, pl. Imagines)

wird die Adultform von Insekten

bezeichnet. Es handelt sich dabei

um die Phase, in der ein Insekt

die vollständige Metamorphose erreicht

hat. Aus einer Raupe wird

so beispielsweise ein Schmetterling

mit ausgeprägten Flügeln,

bereit in die Welt hinaus zu fliegen.


Artikel

Selbstständige Frauen 04–07

Hochstapler-Syndrom 08–15

Power Dressing 16–19

Power Poses – Amy Cuddy 20–23

Imagines

Lea Brousse 26–31

Sabrina Pützer 32–36

Carolin Batke 38–41

Heide-Marie Arab 42–45

Tipps

46–47


Frauen

Selbstständigkeit

Text: bga – bundesweite gründerinnenagentur

50%

*Bevölkerung

47%

*Erwerbstätigen

60%

*Abiturienten

50%

*Studenten

44%

*Promovierende

Frauen bilden die Hälfte der

deutschen Bevölkerung und

nehmen eine immer bedeutendere

Rolle im Gründungsgeschehen

und im Unternehmertum

in Deutschland ein. Die

verschiedenen statistischen

Quellen zeigen eine zunehmende

Gründungsaktivität von

Frauen in der letzten Dekade

in Deutschland.

In der vergangenen Dekade

ist so eine Entwicklung hin

zu mehr beruflicher Selbstständigkeit

und Unternehmertum

von Frauen zu erkennen, begleitet

von einem höheren

Bildungsniveau und der Möglichkeit,

höhere Einkommen

zu erzielen sowie flexiblere

Arbeitszeitmodelle zu ermöglichen.

Das Unternehmerinnentum

bietet ein hohes wirtschaftliches

Potenzial für Frauen.

Damit ist die unternehmerische

Selbstständigkeit sicherlich

kein alleiniger Weg für

Frauen, bietet jedoch eine

attraktive Alternative zu abhängiger

Beschäftigung.

33%

*Selbstständige

Auf der Grundlage der dargestellten

Spezifika der von Frauen

gegründeten und geführten

Unternehmen lassen sich

Potenziale herleiten, die für

die volkswirtschaftliche und gesellschaftliche

Entwicklung in

Deutschland von Bedeutung

sind. Das Gründungsgeschehen

in denjenigen Branchen, die

4


vor den Herausforderungen

des demografischen Wandels

Bedeutung erlangen werden,

gewinnt vonseiten der Frauen

zunehmend an Dynamik.

In den Dienstleistungsbereichen

wie Gesundheits- und

Sozialwesen, Bildung und Erziehung,

den Heilberufen,

aber auch den Bereichen der

unternehmensnahen Dienstleistungen

lassen sich in den

vergangenen Jahren zunehmend

Gründungen von Frauen

feststellen. Dazu konform

handeltes sich um diejenigen

Branchen, in denen Frauen

ausgebildet sind und oftmals

zuvor Berufserfahrungen

gesammelt haben. Ein Großteil

der von Frauen gegründeten

und geführten Unternehmen

wird im Nebenerwerb oder als

Soloselbstständigkeit gegründet.

Dieses spiegelt sich in der

bevorzugten Unternehmensgröße

wider. So handelt es sich

bei den Unternehmen eher

um kleinere Unternehmen mit

wenigen Beschäftigten.

Branchenwahl und Unternehmensgröße

gelten als zwei

Gründe dafür, dass auch unter

den Selbstständigen merkliche

geschlechtsspezifische Einkommensunterschiede

existieren.

Sowohl die Kapitalstruktur als

auch das Finanzierungs- und

Investitionsverhalten tragen der

Branchen- und Größenstruktur

der von Frauen gegründeten

2003 38% 2013 44%

*Unternehmensgründungen

2003 41% 2013 48,7%

*Nebenerwerbsgründungen

2003 28% 2013 33,2%

*Vollerwerbgründung

Unternehmen Rechnung. So

lässt sich feststellen, dass Frauen

weniger Kapital investieren

und ein langsameres Wachstum

bevorzugen. Im Sinne einer

verstärkten Diversifizierung der

Unternehmenslandschaft

in Deutschland kann die aufgezeigte

Entwicklung der Gründungsaktivitäten

im Zusammenhang

mit den Unternehmenscharakteristika

als Chance

für die Wirtschaft verstanden

werden.

Die Analyse der Personencharakteristika

zeigte, dass insbesondere

Frauen mit einigen

Jahren Berufserfahrung und

mit einer guten Qualifikation

ein eigenes Unternehmen

gründen. Dies weist auf ein großes

Potenzial für die deutsche

*Frauenanteil

5


66% der Erwerbsgründungen sind

Nebenerwerbsgründungen, nur 44% der

Frauen gründen im Vollerwerb

81% sind alleinige Gründerinnen,

die restlichen 19% gründen im Team

Wirtschaft hin, welches es weiterhin

auszuschöpfen gilt. Viele,

insbesondere ältere Studien

über die Personencharakteristika

von Unternehmerinnen

fokussieren sich auf einen Vergleich

zwischen Unternehmerinnen

und Unternehmern

und verweisen dabei auf

»defizitäre« Merkmale einer

»typischen« Frau, die schließlich

dazu führen, dass Frauen

kleinere Unternehmen mit

weniger Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern führen oder ihre

Unternehmen in Branchen mit

einer niedrigen Eintrittsbarriere

gründen. Dabei werden die

Potenziale der Gründungen

von Frauen und der von Frauen

geführten Unternehmen weniger

thematisiert. Dies zeigt sich

beispielsweise im Diskurs über

die in den Studien festgestellte

geringere Risikoneigung der

Gründerinnen und Unternehmerinnen.

Aktuellere Studien

konnten belegen, dass es sich

dabei nicht um eine Risikoaversion,

sondern vielmehr um ein

Risikobewusstsein handelt.

Das risikobewusste Handeln

der Gründerinnen und Unternehmerinnen

führt dazu,

dass von Frauen geführte Unternehmen

zwar während des

konjunkturellen Booms branchenweit

geringere Wachstumsraten

aufweisen als von

Männern geführte Unternehmen,

dafür jedoch auch in

Rezessionszeiten weniger Umsatzeinbrüche

verzeichnen

und demnach krisenbeständiger

sind. In diesem Zusammenhang

ist es wichtig, das Verhalten

der Gründerinnen und

Unternehmerinnen nicht ausschließlich

mit dem Verhalten

der Gründer & Unternehmer zu

vergleichen und zu bewerten.

Gleiches gilt für die Bedeutung

der Mitarbeiterzufriedenheit

für Gründerinnen und Unternehmerinnen.

Auch hier wird

in einigen Studien der partizipative

und kommunikative

Entscheidungsfindungsprozess

in einem von Frauen geführten

Unternehmen kritischer bewertet.

Dabei werden die Auswirkungen

dessen, wie Mit‐

6


arbeiterzufriedenheit und demnach

geringere Fluktuation

sowie transparentere Entscheidungen,

weniger thematisiert.

Zuletzt wird in einigen Studien

auch die Tatsache, dass Frauen

weniger in Netzwerken aktiv

sind, als Defizit dargestellt. In

diesen Studien wird allerdings

weniger erforscht, warum

Frauen eher in kleineren und

dafür thematisch ausgerichteten

Netzwerken aktiv sind.

Aktuellere Studien zeigen,

dass Gründerinnen und Unternehmerinnen

ressourcenbedacht

genau die Netzwerke

auswählen, von denen sie

sich bei der Unternehmensführung

den größten Mehrwert

versprechen. Dies führt zwar

dazu, dass Gründerinnen und

Unternehmerinnen in weniger

Netzwerken agieren, diese

oftmals jedoch kleiner und viel

branchenspezifischer ausgerichtet

sind.

Das in den Studien nachgewiesene

nach wie vor männlich

geprägte Bild eines »Unternehmers«

in Deutschland sowie

das »Erfolgsbild«, in welchem

insbesondere Umsatz und Unternehmensgröße

als Indikatoren

hinterlegt sind, zeigen,

dass die Potenziale und Auswirkungen

auf die deutsche

Wirtschaft, die von den von

Frauengegründeten und geführten

Unternehmen ausgehen,

nach wie vor unterschätzt

Im Jahr 2013 lag der Anteil der Unternehmerinnen

bei rund 19,4%. Dass

bedeutet, dass fast jedes fünfte Unternehmen

im deutschen Mittelstand von

einer Frau geführt wird. Ca. 730.000

Unternehmen haben also eine Frau an

der Spitze.

werden. Zukünftig gilt es, den

Begriff des »Unternehmers« sowie

den Erfolgsbegriff um

die von Unternehmerinnen entwickelten

Komponenten zu

erweitern und als eine Chance

für größere Diversität in der

deutschen Unternehmenslandschaft

zu verstehen. Zudem

könnte dies dazu verhelfen,

dass sich mehr Frauen mit dem

Unternehmerinnentum identifizieren

und den Schritt in die

unternehmerische Selbstständigkeit

nicht mehr als große

Hürde wahrnehmen. ■

die-freiberuflerin.de

Lifestylemagazin für selbstständige Frauen

frau-frei-und.de

Das Netzwerk für selbstständige Frauen

frauchefin.de

Artikel für Frauen in allen Phasen

der Selbstständigkeit

Business Ladys

Frauen – Netzwerke und Initiativen

Existenzgründerinnen.de

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Link-Empfehlung

7


Hochstapler-

Syndrom

Lampenfieber, Prüfungsangst,

Podiumsangst vor wichtigen

Ereignissen bekommen wir oft

Panik. Oftmals verschwindet

sie sobald man einen Anfang gefunden

hat oder spätestens

wenn man seine Leistung vollbracht

hat.

Einige Menschen jedoch sind

selbst nach dem Überwinden

der Hürde unfähig von ihren

Leistungen überzeugt zu sein.

Sie haben das Gefühl nicht ausreichend

geleistet zu haben

oder meinen gar ihr Erfolg wäre

nicht ihr eigener Verdienst,

sondern anderen oder sogar reinem

und zufälligem Glück

geschuldet. Sie unterschätzen

sich selbst und ihre Fähigkeiten,

sie befürchten andere könnten

aufdecken,dass sie vemeintliche

Betrüger bzw. Hochstapler

sind.

Der Begriff Impostor Syndrome

(Impostor = engl. »Betrüger«)

existiert seit 1978 und wurde

von den Psychologinnen Pauline

Clance und Suzanne Imes

geprägt. Es ist keine anerkannte

psychische Störung, eher ein

psychologisches Phänomen bei

dem die Betroffenen meist

über einen langen Zeitraum an

ihren Erfolgen zweifeln. Personen

die an dem, zu deutsch

Hochstapler-Syndrom leiden,

sind in ständiger Sorge enttarnt

und bloßgestellt zu werden,

obwohl sie wirklich etwas können

und sich nur einbilden

Hochstapler zu sein. Dies macht

sie ironischer Weise oftmals

zu Tiefstaplern.

Es gibt verschiedene Arten des

Hochstapler-Syndroms. Wie die

betroffene Person mit ihren

Selbstzweifeln und Ängsten

umgeht, hängt ganz von ihrer

Persönlichkeit ab. Allgemein

kann man sagen, dass die Mehrheit

der Betroffenen »High-

Achievers« sind. Dies können

Menschen sein, denen es z.B.

leicht fällt zu lernen und die dadurch

hohe Noten bekommen;

aber auch Personen, die einfach

sehr hart daran arbeiten

erfolgreich zu sein.

8


nAturtAlente

»Vergiss nicht, Erfolg ist die Belohnung

für schwere Arbeit.« schrieb schon

der griechische Tragödiendichter Sophokles,

etwa 450 v. Chr. Diese Annahme

ist weit verbreitet und trifft auf

viele zu, allerdings gibt es auch diejenigen,

die von Natur aus ein besonderes

Talent zu etwas haben und keine

großen Anstrengungen unternehmen

müssen um zum Ziel zu kommen.

Schnell wird, ohne hart dafür gearbeitet

zu haben, jedoch infrage gestellt ob

man seinen Erfolg wirklich verdient

hat. Vor allem wenn man bedenkt

wie viel Kraft andere aufbringen müssen

um das Gleiche zu erreichen,

steigt der Zweifel an sich selbst. Naturtalente

sind daher besonders häufig

vom Hochstapler‐Syndrom betroffen.

ArbeItStIere

Jemand der unermüdlich arbeitet

kann einfach Spaß daran

haben und die Herausforderung

lieben. Nimmt man jedoch

ständig zusätzliche Arbeit an,

meldet sich freiwillig und

macht regelmäßig Überstunden,

könnte dies ein Instrument

sein um sein Gefühl der eigenen

Unzulänglichkeit zu überspielen.

In diesem Fall ist es

wahrscheinlich, dass man

am Hochstapler‐Syndrom leidet.

eXPerten

Arten deS

HocHstapler-

SyndromS

Betroffene des Hochstapler‐Syndroms

sind oft Personen die in

einem bestimmten Bereich großes

Wissen erlangt haben und

ihr Sachverständnis beweisen

können. Sie investieren in Fachbücher,

Workshops zu Weiterbildung

und themenbezogene

Veranstaltungen durch die sie

ihr Wissen erweitern. Sie entwickeln

sich zu absoluten Spezialisten

in ihrem Bereich. Auch

hier steht wieder die Angst

im Vordergrund, jemand könnte

ihre »Unfähigkeit« aufdecken.

Um dies zu verhindern, wird

alles unternommen das eigene

Wissen und Fähigkeiten zu festigen.

9


Perfektionisten

Menschen die nahezu übertrieben nach

Perfektion streben und immer das

Maximum an Zeit und Kraft aufwenden

um ihre Arbeit zu 100% zu erledigen,

werden Perfektionisten genannt. Sie

erlauben sich keine Fehler bzw. möchten

sie um jeden Willen vermeiden,

was zum Teil mit unglaublich großer

Mühe verbunden ist. Wie aber passt

diese Gruppe von Menschen in das

Schema des Hochstapler-Syndroms?

Perfektionisten haben große Angst

davor andere könnten sie als unfähig

entlarven, daher versuchen sie so

wenig Angriffsfläche wie möglich zu

bieten und hoffen so durch jede Prüfung

zu kommen ohne bloßgestellt zu

werden.

Einzelgänger

Einzelgänger sind Menschen, die

sich ungern anderen anschließen

und es vorziehen ihre Dinge

selbst in die Hand zu nehmen.

Das Phänomen des Einzelgängers

ist eher als Folge des Hochstapler-Syndroms

einzuordnen, denn

der Betroffene versucht für sich

selbst und andere an Geltung zu

gewinnen, indem er seine Leistungen

damit unterstreicht, alles

allein geschafft zu haben.

10


Bisher ist nicht ganz klar, ob es

in geschlechtlicher Hinsicht

einen prozentualen Unteschied

zwischen den Betroffenen gibt.

Einige Quellen sagen, dass

Frauen häufiger am Hochstapler‐Phänomen

leiden, andere

gehen davon aus, dass Männer

und Frauen zu gleichermaßen

betroffen sind. Insgesamt glauben

Frauen meist, dass sie

unter stärkerer Beobachtung als

ihre männlichen Kollegen stehen.

Der Mechanismus, der zu

dieser Annahme führt, beginnt

bereits in der frühen Kindheit.

Jungen machen oft Gründe außerhalb

ihrer eigenen Verantwortung

verantwortlich, wenn

Dinge also schief laufen ist

z.B. der Lehrer schuld, da nicht

genügend Zeit gegeben wurde,

um die letzten zwei Fragen

im Test zu beantworten. Mädchen

hingegen machen sich

selbst verantwortlich mit Aussagen

wie »Das kann ich einfach

nicht«.

Ob nun aber männlich oder

weiblich, definitiv erwiesen ist,

dass Menschen in Spitzenpositionen

die Mehrheit bilden

und dass die Betroffenen nur

schwer wieder von allein aus

diesem inneren Teufelskreis

herauskommen.

11


Ursachen und

GegenmaSSnahmen

Wissenschaftler gehen davon

aus, dass eine Ursache des

Syndroms negative Kindheitserfahrungen

sind. Ein Beispiel

ist elterlicher Druck, gute

Leistungen zu erzielen um im

Gegenzug mit Liebe belohnt

zu werden. In diesem Fall hat

das Kind das Gefühl nur liebenswürdig

zu sein wenn es die

Eltern durch bestimmte Leistungen

stolz macht. Gelingt ihm

dies nicht, bekommt es auch

keine Anerkennung. Dies hat

wiederum negative Auswirkungen

auf das Selbstvertrauen

des Kindes.

Typische Wahrnehmungsfehler

von Betroffenen sind eine

überdimensionierte Vorstellung

von Kompetenz, eine komplexe

Meinung zu Erfolg und

eine große Furcht vor negativer

Kritik. Gerät das Phänomen

in extremere Bahnen, verstärkt

es sich selbst und kann zu

Essstörungen oder Depressionen

führen. Kommt es dazu,

sollte man sich die Hilfe eines

Experten suchen.

Um selbst Gegenmaßnahmen

zu ergreifen, geben Psychologen

folgende Tipps:

Anforderungen korrigieren –

»Nobody is perfect.« Stellen Sie

realistische Anforderungen an

sich. Jeder zweifelt mal an sich,

entwickeln sie ein besseres

Verhältnis zu Fehlern im Allgemeinen

und zu ihren eigenen

im Besonderen.

Tagebuch schreiben – Notieren

Sie sich was Sie bereits

erreicht haben. Erfolge kann

man wiederholen, halten

Sie sich das vor Augen, dann

werden Sie erkennen, dass

Sie grundsätzlich ein Talent zu

ihrer Profession besitzen.

Fakten finden – Unterscheiden

Sie genau zwischen Gefühlen

und Fakten! Dass wir uns mal

unfähig fühlen, heißt nicht

gleich, dass wir es sind.

Lob annehmen – Besonders

Frauen neigen dazu, Komplimente

und Lob zu relativieren.

Oftmals ist man eher verunsichert

oder beschämt wenn man

gelobt wird. Lehnt man Kom‐

12


plimente jedoch immer wieder

ab oder spielt sie runter, wird

der Gegenüber aufhören sie zu

äußern und man hat sich im

Endeffekt vor ihm selbst klein

gemacht. Sagen Sie also einfach

höflich »Danke« und nehmen

sie ein Kompliment als

das an, was es ist: Eine Anerkennung

ihrer tatsächlichen

Leistung.

Erfolg visualisieren – Stellen

Sie sich vor großen Herausforderungen

vor, wie Sie sie mit

Bravur leisten, andere Sie im

Nachhinein loben oder Ihnen

ggf. sogar applaudieren.

Denken Sie sich, dass Sie genau

die richtige Person für diese

Sache sind – weil Sie etwas können

und kompetent sind.

Kommt es dazu, dass man sich

einem Professionellen Therapeuten

anvertraut, geschieht

das meist im Rahmen einer

Kognitiven Verhaltenstherapie

Dieser Ansatz betrachtet den

gedanklichen Prozess, der dazu

führt, dass der oder die Betroffene

eigene Erfolge nicht anerkennt.

Bestimmte Annahmen

müssen überwunden werden,

zum Beispiel der Glaube, dass

ein einziger Fehler die eigenen

Fähigkeiten ganz in Frage

stellt. In der Therapie wird versucht,

dem Patienten seine

negativen und zerstörerischen

Gedanken bewusst zu machen

und diese zu vermeiden.

Sobald die Person dies erkannt

hat, ist sie grundsätzlich in

der Lage, diese Gedanken mit

objektiven Gegebenheiten

abzugleichen und die Verzerrungen

in ihrem Denken zu

erkennen.

Die effektivste Therapie das

Hochstapler-Syndrom zu überwinden,

ist jedoch erst einmal

zu erkennen, dass es existiert.

Hilfe suchen – Sprechen Sie

mit Freunden über Ihre Ängste

und Schamgefühle. Hilfe bei

Vertrauten zu suchen ist keine

Schande sondern beweist eher

Stärke. Auf diese Weise werden

Sie sich in neuem Licht sehen

und geben den Einbildungen

wenig Raum Sie zu blockieren.

13


?

Wie erkenne ich

das Hochstapler-

Syndrom?

Um sich selbst ehrlich reflektieren

zu können, muss man

herausfinden, ob man begründete

oder unnötige Zweifel

gegenüber sich selbst hat. Menschen

die am Impostor-, oder zu

deutsch Hochstapler-Syndrom

leiden, sind Meister der Selbsttäuschung

und empfinden ihre

Selbstzweifel als völlig begründet,

obwohl sie zumeist völlig

aus der Luft gegriffen sind.

Zur Selbstreflexion können die

folgenden Aussagen hilfreich

sein. Bitte entscheiden Sie bei

jeder einzelnen, ob Sie auf

Ihr Verhalten zutrifft oder nicht.

?

?

?

?

?

?

?

?

?

14


15

Ich habe das Gefühl

meinen Erfolg nicht

verdient zu haben.

Ich habe Angst blossgestellt

zu werden.

Ich stelle sehr hohe

Ansprüche an mich

selbst.

Ich versuche andere

so oft es geht

zu beeindrucken.

Ich lege Sehr groSSen

Wert darauf, was andere

von mir denken.

Ich will mich nicht

auf andere verlassen,

sondern alles

selbst in der Hand

haben.

Ich fürchte mich

davor, Fehler zu

machen und darauf

angesprochen zu

werden.

Ich will meinen Chef

mit jeder einzelnen

Leistung überzeugen.

Ich kann mir nicht

erklären, wie ich

es soweit geschafft

habe.

Ich verstehe nicht,

was andere an

meiner Arbeit so besonders

finden.

Ich glaube, meine

Kollegen sind besser

als ich.

Falls Sie bei mehr als der Hälfte

der Punkte zustimmen, sollten

Sie Ihre negativen Gedanken in

Zukunft häufiger hinterfragen.

Haben Sie neun Mal oder öfter

zugestimmt, leiden Sie höchstwahrscheinlich

am Hochstapler-Syndrom.

Davon ausgehend,

sollten Sie dringend daran

arbeiten Ihr Selbstbewusstsein

zu stärken und Zweifel einzudämmen

um endlich ihr volles

Potenzial ausschöpfen zu

können und mit sich selbst zufrieden

zu sein. ■


Der inzwischen veraltete Begriff

des »Power Dressing« erschien

erstmals in der zweiten Hälfte

der 1970er Jahre und entwickelte

sich in den 80ern zu einem

Modestil, der es Frauen ermöglichte

ihre Autorität in, traditionell

von Männern dominierten,

geschäftlichen und politischen

Arbeitsfeldern, zu untermauern.

Der Gedanke des Power Dressing

wurde ab 1975 durch die

Bücher »Dress for success« und

»The women’s dress for success«

(1977) von John T. Molloy

verbreitet. Er beschreibt in seinem

Buch den unterbewussten

Effekt, den Kleidung Studien

zufolge auf den beruflichen Erfolg

hat. Molloy empfahl sich

so zu kleiden als würde man

bereits dazu gehören, also eine

Art Uniform zu tragen, die

dazu beiträgt mehr Autorität,

Respekt und Macht am Arbeitsplatz

zu erlangen.

Power

Dressing

»You may have

to fight a battle

more than once

to win it.« M.T.

16


»Being powerful

is like being a lady.

If you have to tell

people you are, you

aren‘t.« M.T.

Frauen, die in den 70ern und

80ern die Karriereleiter erklommen,

indem sie sich Positionen

in Büros und Regierungsgebäuden

erarbeiteten, legten sich

vielfach einen Anzug mit dicken

Schulterpolstern zu. Diese

Anzüge fungierten wie eine Art

Mimikry, in einem von Männern

dominierten System. Die

Farben wurden dezenter, die

Frisuren schlichter, die Sakkos

größer und die Frauen selbstbewusster.

Das beste Beispiel für die Umsetzung

des »Dress for Success«,

ist die britische Politikerin

und Ikone des Power Dressing,

Margaret Thatcher. Auf dem

Weg zum Posten der ersten

weiblichen, britischen Premier-

Ministerin, hat sie sich über

Jahre gewandelt. Sie ließ helle,

feminine Farben und Hüte beiseite

und ersetzte sie durch

dunkle Farben und einen neuen

Haarschnitt. Um ihre Stimme

weniger hoch und mehr wie eine

Führungsfigur klingen zu

lassen, besuchte sie außerdem

Stimmtraining-Kurse. Bei

allem Streben nach autoritärem

Auftreten, ließ sie es sich jedoch

nicht nehmen männliche

und weibliche Komponenten

zu vereinen. Ihre Outfits sollten

ihren Konservatismus, wie

auch ihre Weiblichkeit widerspiegeln,

was sie durch bunte

Kostüme mit Rock, Schluppenblusen

und Perlenketten,

erreichte.

17


Dank dem »Power Dressing«

wurde ein neuer Typus der

arbeitenden Frau geschaffen,

welcher sich in der Gesellschaft

und der öffentlichen Meinung

etablierte. Der Begriff

der »Karriere-Frau« setzte sich

im Bewusstsein der modernen

Gesellschaft fest und Frauen

erklommen Positionen, die vorher

Männern vorbehalten

waren. Das alles mit Hilfe einer

verstärkten Selbstdarstellung,

durch sog. »Power Suits«.

Frauen sahen diesen neuen Modestil

als einen Weg an, sich

von der klassisch weiblichen

Mode jener Zeit, abzulösen.

Das Ziel war es Outfits zu desexualisieren

um mehr, eher

männlich konnotierte Autorität

auszustrahlen, statt Assoziationen

zu wecken die in weiblichen

Kontext gestellt wurden,

wie zum Beispiel Natur, Reproduktion,

Körperlichkeit.

Personen der Öffentlichkeit, die

die Lehre des Power Dressing

auch heutzutage noch nutzen

sind beispielsweise Angela

Merkel, Hillary Clinton und Michelle

Obama. Auch in Fernseh-Serien

wie z.B. »The Good

Wife« oder »Suits« tragen erfolgreiche

Frauen Power Suits,

die jedoch um einiges weiblicher/körperbetonter

sind als in

den Anfängen des Power Dressing.

Ein Look der sagt: »Hier

bin ich, smart, selbstbewusst,

stolz, sexy und ich verstecke

mich dafür nicht.« ■

18


19

»Hier bin ich, smart,

selbstbewusst, stolz,

sexy und ich verstecke

mich dafür nicht.«


Amy Cuddy

Power

Der Einfluss von

Mimik, Gestik &

Körperhaltung

Die Sozialpsychologin Dr. Amy

Cuddy (Dozentin an der Harvard

University and Business

School) hielt im Oktober 2012

auf der TED-Konferenz in Edinburgh/Schottland

einen Vortrag

über den »Body-Mind-Effect«.

Er zählt zu den Top-Reden der

bisherigen Konferenzen. Was

sie dort vortrug war folgendes:

Wenn wir an non-verbales Verhalten

oder Körpersprache

denken, reden wir über Sprache,

Kommunikation. Wenn wir an

Kommunikation denken, denken

wir an Interaktionen. Was

sagt deine Körpersprache mir?

Was kommuniziert meine Körpersprache

dir? Anhand der

Körpersprache werden Urteile

über andere Personen getroffen

die z.T. große Auswirkungen

auf unser Leben haben können.

Unsere Körpersprache hat aber

nicht nur Einfluss auf unser

Gegenüber, sondern auch auf

uns selbst. Sie hat Auswirkungen

auf unsere Gedanken,

Gefühle und unseren Körper.

Stärke & Dominanz

Non-verbale Äußerungen von

Stärke und Dominanz begegnen

uns in großer Fülle im Tierreich.

Es geht darum sich groß

zu machen, sich zu strecken,

Platz einzunehmen. Kobras zum

Beispiel spreizen ihr Nackenschild,

wenn sie einem Gegner

drohen wollen. Schwäne öffnen

ihre Flügel und machen sich

groß um Feinden zu verstehen

zu geben, dass sie in Angriffsmodus

sind. Primaten und

Menschen tun genau dasselbe,

sie machen sich groß um ihre

Machtposition klar zu kommunizieren.

Diese non-verbalen Gebärden,

sind universell und althergebracht.

Was zum Beispiel passiert

wenn wir stolz auf uns

sind? Die Arme werden intuitiv

20


Poses

in V-Form nach oben ausgestreckt

und das Kinn wird gehoben.

Dem entgegen machen

wir uns klein, verschließen uns,

kauern uns regelrecht zusammen,

wenn wir uns schwach

fühlen.

Wenn nun Stärke auf Schwäche

trifft, dann neigen wir dazu

uns gegenseitig zu ergänzen in

unserer non-verbalen Haltung.

Wenn unser Gegenüber sehr

stark erscheint und sich vor uns

aufbäumt, übernehmen wir

seine Pose nicht, sondern tendieren

dazu uns kleiner zu

machen.

Auffällig ist der Zusammenhang

mit Gender. Frauen sind

in ihrer Körpersprache oftmals

viel zurückhaltender als Männer.

Sie fühlen sich unentwegt

schwächer als Männer, also ist

das nicht überraschend, so Amy

Cuddy. Außerdem ist es abhängig

von dem Rahmen des Engagements

und der Qualität der

Leistungen die ein Mensch erbringt.

Die Frage erschließt sich

also, kann man durch Präsenz

und Täuschung machtvoller

wirken?

Fake it till you

make it!

Es ist also belegt, dass unsere

non-verbale Kommunikation

bestimmt, wie andere über uns

denken und fühlen. Bestimmen

sie aber auch darüber wie

wir uns selbst sehen? Ein

Beispiel das Cuddy anbringt ist:

Wir lächeln wenn wir glücklich

sind, man kann sich aber

auch glücklicher fühlen, indem

man auf einen Stift beißt

und sich auf diese Art zum

lächeln zwingt.

Dasselbe geschieht, wenn man

sich vornimmt, stärker zu

wirken. Es gibt bestimmte Posen,

die man einnehmen kann

um sich selbst machtvoller

zu fühlen und dies im Resultat

auch anderen zu vermitteln.

Unsere psych. Haltung kann

unseren Körper verändern,

aber gilt das auch umgekehrt?

Im Vergleich zu schwächeren

21


High‐Power‐Positions

Persönlichkeiten, sind starke

Personen durchsetzungsfähiger,

selbstsicherer, optimistischer,

tendieren dazu abstrakter zu

denken und riskieren eher

etwas. Dies liegt unter anderem

an den Schlüsselhormonen

Testosteron (Dominanzhormon)

und Cortisol (Stresshormon).

Dominante Alpha‐Tiere in Primaten‐Hierarchien

und auch

im Menschenreich, haben ein

hohes Level an Testosteron

und ein niedriges an Cortisol.

Wenn nun also ein Primat die

Rolle eines ihm höher gestellten

einnehmen muss, steigt erwiesen

sein Testosteron‐Level

und sein Cortisol sinkt mit

der Zeit. Diesen Effekt erreicht

man, wie Amy Cuddy’s Experiment

zeigt, schon durch zweiminütige

Übungen, wie z.B.

die Wonder Woman Pose. Das

Gegenteil erreicht man mit

schwachen Posen, man faltet

sich zusammen und macht

sich klein, fasst an seinen Na‐

22


Low‐Power‐Positions

cken um sich zu schützen.

Die Risikobereitschaft der High‐

Power‐Positionen liegt bei 86%,

die der Low‐Power‐Positions

bei 60%, was ein großer Unterschied

ist. Der Testosterongehalt

steigt zu 20% bei HPP und

sinkt bei LPP zu 10%. Cortisol

sinkt bei HPP bis zu 25%

und steigt bei LPP bis zu 15%.

Man kann also innerhalb von

zwei Minuten sein Hirn davon

überzeugen entweder sehr

stark oder sehr schwach zu sein.

Je öfter man diese Technik anwendet,

desto stärker wird

man und man kann jedes Ziel

erreichen.

Was Amy Cuddy uns sagt ist

also nicht nur »Fake it till

you make it!«, sondern »Fake it

till you become it!«. Kleine

Änderungen können zu großen

Veränderungen führen. Man

kann so seinem Gegenüber, ohne

sich selbst dabei zu behindern,

zeigen wer man wirklich

ist und was man kann. ■

23


25

Imagines


LeaBrousse

© Julie Meresse

Wer bist du? Was machst du?

Wie lang bist du schon selbstständig?

Ich bin Lea Brousse, eine

Französin, die vor sieben

Jahren in Berlin gelandet

ist. Als Beruf,

mache ich Grafikdesign

und Illustration. Mit

meinem deutschen Partner

habe ich eine kleine

Firma gegründet. Insgesamt

arbeite ich seit

fünf Jahren selbstständig.

Gibt es einen Unterschied

zwischen der privaten und

der geschäftlichen

Lea?

Nein, ich bin immer

Lea Brousse.

Stichwort »Power Dressing«.

Hat sich deine Garderobe

im Laufe deiner Karriere

geändert?

Wenn Ja,

wie?

Ja, ich bin sehr praktisch geworden

und sehr simple. Nur

schwarz. Ich versuche nicht

zu sexy auszusehen wegen dem

Neid der Frauen und ich will

auch nicht als das schöne Ding

aussehen in meinem Arbeitsumfeld.

Leider, habe ich zu

viel schlechte Erfahrungen in

Frankreich und in Italien gemacht,eher

mit Männern aber

durchaus auch mit Frauen.

Deswegen mag ich es lieber ein

bisschen langweiliger, um in

Ruhe gelassen zu werden. Ja das

ist ein bisschen schade.

26


Schon mal vom »Hochstapler

Syndrom« ge‐

Bin ich nicht. Aber am Anfang

hört? Erkennst

meine selbstandiger Karriere,

du dich darin

hatte ich zwei Situtionen in dewieder?

nen ich wohl ein Hochstapler

Syndrom hatte. Und es war eher

schlecht, komisch und peinlich.

Dann habe ich mir gedacht,

»nie wieder«, lieber einmal kurz

überlegen bevor man »Ja« sagt.

Für wie durchsetzungsfähig

hältst du dich?

Wenn ich will bin ich mutig und

ich sage meine Meinung über was

ich machen möchte…aber manchmal

bin ich zu ungeduldig und

nicht immer diplomatisch in die

Deutsche Kultur...

Wann und wie hast du

gelernt »Nein«

zu sagen? Ich habe gelernt »Nein« zu sagen

in Frankreich, glaube ich. Zu

meinen Lehrern in der Schule.

Wir haben eine sehr strenges

Schulsystem und die Kommunikation

ist ist sehr tough zwischen

Schülern und Lehrern. Und

in einer Deutschen Agentur,

für die ich kurz gearbeitet habe

als Freiberuflicher. Einsehr

ängstliches Team, bei dem ich

»Stop« sagen mußte.

Hast du schon mal Selbstbewusstsein

gefaked, ganz nach dem Motto

»Fake it, till you

make it.«?

Nein, kann ich nicht faken. Ich

zeige alle Emotionen, auch wenn

das nicht immer richtig ist.

27


»ZAFIN« Corporate Identity

»TANZPAKT Stadt‐Land‐Bund« Code‐Design, 2017

28


Wissenschaftler vergleichen unsere

Mimik, Gestik, unsere Körperhaltung

gern mit denen von Tieren.

Mit welchem Tier würdest du deine

Erscheinung vergleichen? Gibt es

einen Unterschied zwischen dem

privaten Tier in

dir und dem

geschäftlichen?

Ich glaube, ich bin

wie eine selsame

Affenkatze.

An welchem Projekt arbeitest du

gerade?

Eine Corporate Identity.

Bist du Teamplayer oder Einzelkämpfer?

(Wenn Teamplayer –

Arbeitest du

lieber mit

Männern oder

mit Frauen?)

Einzelkämpfer. Ich

arbeite eher mit

Männern, weil ich

mit denen zusammenarbeiten

gelernt habe.

Welche Erfahrungen hast du als

Frau an Arbeitsplätzen

und in

In Deutschland nicht sehr viel.

Nur am Anfang, mit meiner

der Selbstständigkeit

gemacht?

unperfekten deutschen Sprache,

hatte ich manchmal das Gefühl,

dass mich die Leute für

doof halten. Aber in Frankreich

lachen die Männer über dich,

auch wenn du ernst über deine

Arbeit redest. In Frankreich

oder Italien bist du öfter entweder

eine sexuelles Wesen,

oder eine Mutter, oder lesbisch.

Vielleicht haben sie Angst

davor, dass eine Frau sexy, intelligent

& stark sein kann und

damit vielleicht besser als sie.

29


Hast du ein Role Model?

Was hast

Ja, von den meisten Männern und

du von

eine Frauen habe ich auch als

ihr/ihm

Bild. Ich habe gelernt, Integrität,

gelernt?

Selbsvertrauen, Präzision,

Klarheit, Aufmerksamkeit für die

Arbeit und für die Kunden.

Und auch über Geld zu reden ohne

Angst.

»War of the sexes« Tagesspiegel 24/09/17

»Hate No More«

Tagesspiegel 01/11/15

Was verstehst du unter Feminismus?

Siehst

Ich finde, Feminismus wird

du dich, deiner

manchmal zu extrem benutzt.

Definition nach,

Ja, ich bin für die Gleichheit,

als Feministin?

aber auch für mehr Verständnis

untereinander. Meine Idee

von Feminismus heißt, eine Gesellschaft

für Männer und

Frauen zusammen zu bauen.

Ohne Kämpfe, mit Vertrauen

und auch Spass.

Fällt dir eine Situation ein, in der

du dich respektlos behandelt,

degradiert oder

einfach unterschätzt

gefühlt

hast, weil du

eine Frau bist?

Sehr schlecht. Als ich in Italien

war um meine Master fertig

zu machen, hatte ich die Möglichkeit

als Assistentin von

einem Architektur‐Lehrer zu

arbeiten. Die ganze Gruppe

waren sehr neidisch, Frauen

und Männer und alle haben

gefragt, ob ich mit dem Lehrer

Sex hatte. Das war besonders

gruselig, das auch von anderen

Lehrern gefragt zu werden ...

Aber, so habe ich gelernt, nicht

der Meinung anderer zu

glauben. Irgendwer wird dich

immer irgendwie kritisieren.

»Typical German!«

Tagesspiegel 18/06/17

30


31

»Graphic Comments – Tagesspiegel« Ausstellung, 2017


SabrinaPützer

© Jason Harrell

Wer bist du? Was machst du?

Wie lang

Ich heiße Sabrina Pützer, bin

bist du

29 Jahre alt und plane unterschiedliche

kulturelle Veran‐

schon

selbst‐ staltungen. Hauptsächlich

ständig? einen Kunst- & Designmarkt

in Wedding, namens Weddingmarkt,

zudem Ausstellungen

und Festivals. Außerdem

vertreibe ich Club Mate für ganz

Griechenland und zukünftig

Südafrika. Ursprünglich bin ich

aber ausgebildete Kunst- und

Soziologie Lehrerin, habe in diesem

Beruf allerdings nur vier

Jahre gearbeitet und mich recht

schnell und erfolgreich selbstständig

gemacht. Ich bin nun

seit sechs Jahren selbstständig.

Gibt es einen Unterschied zwischen

der privaten

Grundlegend gibt es keinen

und der gegroßen

Unterschied. Ich

schäftlichen

versuche privat und geschäftlich

Ich selbst zu sein.

Sabrina?

Allerdings bin ich geschäftlich

doch eher organisierter

und sehr sachlich, mache

weniger Witze und nehme

alles ein bisschen ernster.

Ich bin nicht so locker, wie

im Privaten.

32


Weddingmarkt Plakat, 2016

Stichwort »Power Dressing«.

Hat sich deine Garderobe im

Laufe deiner

Karriere geändert?

Wenn

Ja, wie?

Interessanterweise hat sich

meine Garderobe von Power

Dressing immer mehr entfernt.

Power Dressing kommt

mir mit zunehmenden Alter

immer aufgesetzter vor. Ich trage

bei meiner Arbeit, das gleiche,

was ich auch privat trage.

Schon mal vom »Hochstapler‐

Syndrom« ge‐

Nachdem ich gerade gegoogelt

hört? Erkennst

habe, weiß ich jetzt worum

du dich darin

es geht. Ich erkenne mich darin

wieder?

in Teilen wieder. Ich glaube

mein Erfolg hat auch mit viel

Glück zu tun. Im richtigen

Moment am richtigen Ort gewesen

zu sein.

Weddingmarkt Plakat, 2016

Für wie durchsetzungsfähig

hältst du dich?

Ziemlich.

Wann und wie hast du gelernt

»Nein« zu sagen?

Ich glaube, dass habe ich schon

als Kind gelernt. Geprägt durch

meinen Charakter und die Erziehung

meiner Mutter, welche

Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein

als höchstes Ziel

hatte.

Weihnachtsmarkt Plakat, 2017

Hast du schon mal Selbstbewusstsein

gefaked, ganz nach

dem Motto »Fake it, till you

make it.«?

Ich fake jetzt: Nein.

33


Wissenschaftler vergleichen unsere

Mimik, Gestik, unsere Körperhaltung

gern mit denen von Tieren.

Mit welchem Tier würdest du deine

Erscheinung

vergleichen?

Gibt es einen

Unterschied

zwischen dem

privaten Tier

in dir und dem

geschäftlichen?

Privat bin ich ganz klar ein

Eichhörnchen, dies liegt zum

einen an meinen rötlichen

Haaren und den Merkmalen

von Flexibilität, Schnelligkeit,

Waghalsigkeit und Balance.

Beruflich vielleicht eher ein

Adler, eher ruhiger, besonnener

und klardenkend, sehr

am Verstand orientiert.

An welchem Projekt arbeitest

du gerade?

Ich organisiere gerade ein Craft

Beer Festival, bereite Club

Mate für Südafrika vor und plane

die nächste Marktsession.

Hast du ein Role Model?

Was hast du von ihr/ihm

gelernt?

Nein haben ich nicht.

Ich hatte auch nie ein

Idol oder ähnliches.

Bist du Teamplayer oder Einzekämpfer?

(Wenn Teamplayer – Arbeitest du

lieber mit

Männern

oder mit

Frauen?)

Ich bin eine Einzelkämpferin.

Wenn ich mal im Team arbeite,

dann zu 90% mit Männern.

In meinem Bereichen gibt es

kaum Frauen.

Welche Erfahrungen hast du als

Frau an Arbeitsplätzen

und in

Ich glaube ich haben keine

frauenspezi fischen Erfahrungen

an meinem ver‐

der Selbstständigkeit

gemacht?

gangenen Arbeitsplätzen

gemacht.

Weihnachtsmarkt Tasche, 2017

34


© Anna Bilger

Was verstehst du unter Feminismus?

Siehst du dich, deiner Definition

nach, als

Feministin?

Für mich ist Feminismus ein

großer Begriff, der verschieden

ausgelegt werden kann. Ich

habe keine eigene Definition.

Ich verstehe mich allerdings

nicht als Feministin. Ich mag

den Geschlechterbezug nicht.

Ich sehe mich selbst als eine

selbstständige Person, die sich

einen individuellen Ausweg

aus der Unmündigkeit geschaffen

hat, frei nach Kant. Diesen

Weg kann sich jeder suchen,

egal ob Mann oder Frau.

Weddingmarkt, Kinderprogramm

35


Fällt dir eine Situation ein, in der

du dich respektlos behandelt,

degradiert

oder einfach

unterschätzt

gefühlt hast,

weil du eine

Frau bist?

Ein neue Markthändlerin wusste

nicht, dass ich die alleinige

Veranstalterin des Marktes bin,

bezeichnete mich als »Fleißiges

Bienchen« und fragte nach

dem »Chef«. Ich habe diese

Händlerin nie wieder am Markt

teilnehmen lassen.

Weddingmarkt Impressionen, 2017

36


Früher

Früher

Früher

Früher

war besser.

oder?


CarolinBatke

Wer bist du? Was machst du? Wie

lange warst

Ich heiße Carolin, bin 55 Jahre

bzw. bist du

und mit Unterbrechungen seit

selbstständig? 1998 selbstständig. Die meiste

Zeit davon war ich Produzentin

von Computerspielen, ich habe

aber auch –und mache es bis

heute– Unternehmensberatung

für Start-Ups der Kreativbranche

gemacht.

Gibt es einen Unterschied

zwischen der

In der Kreativbranche kann man

privaten und

sich eigentlich ganz natürlich

der geschäft‐ geben, das wird nicht anders erlichen

Caro? wartet. Noch nicht einmal bei

der Kleidung mache ich einen

Unterschied zwischen privat

und beruflich. Allerdings achte

ich bei wichtigen Besprechungen

darauf, mich nicht zu

weiblich anzuziehen. Weniger,

weil ich dann nicht ernst genommen

werde –das kann ich

nicht beurteilen– sondern

weil ich mich selber in einem

Kleid anders, weicher und

verletzlicher fühle und verhalte,

als in einem Anzug. Früher

war dieses Phänomen bei mir

noch ausgeprägter, in den

letzten Jahren hat sich das etwas

gelegt.

38


Stichwort »Power Dressing«.

Hat sich deine Garderobe im

Laufe deiner

»Power Dressing« ist ja ein Stil,

Karriere geder

sich an traditioneller männändert?

Wenn

licher Garderobe orientiert.

Ja, wie? Und das hat mir schon immer

gefallen, ich habe mich schon

mit 17 meinem Vater die Kleidung

aus dem Schrank geklaut.

Aber alle paar Jahre ändert

sich meine Garderobe sowieso,

eine neue Silhouette, zum

Beispiel »weit« statt »körperbetont«.

Ich kann das nicht

forcieren und nicht verhindern,

das passiert von alleine.

Schon mal vom »Hochstapler

Syndrom« gehört? Erkennst

du dich darin

Nein, das kannte ich bisher nicht.

wieder?

Klingt aber sehr interessant.

Ich bin überzeugt, dass gerade

Frauen oft davon befallen sind.

Für wie durchsetzungsfähig

hältst du dich? Wann hast

du gelernt

»Nein« zu Ich bin schon sehr durchsetzungsfähig

und hatte noch nie

sagen?

Probleme damit, »Nein« zu

sagen. Allerdings habe ich auch

die Erfahrung machen müssen,

dass Vorschläge und Ideen, die

eigentlich von mir stammten,

von einem Mann ausgesprochen,

besser ankamen.

Vielleicht liegt es an der Spielebranche,

die sehr konservativ

und männerdominiert ist.

Hast du schon mal Selbstbewusstsein

gefaked, ganz nach

dem Motto

Ich glaube nicht. Aufgrund

»Fake it,

meines fortgeschrittenen Alters

till you ma‐ lasse ich mich nicht mehr so

ke it.«? schnell beeindrucken. Und wenn

ich so von jemandem beein‐

druckt bin, dass mein Selbstbewusstsein

wankelmütig wird,

dann ist es auch in Ordnung, das

zu zeigen. Kann man das überhaupt

»Selbstbewusstsein faken«?

39


Wissenschaftler vergleichen unsere

Mimik, Gestik, unsere Körperhaltung

gern mit denen von Tieren.

Mit welchem Tier würdest du deine

Erscheinung

Ich bin ein Dickhäuter mit feiner

Nase. Welches Tier ist das?

vergleichen?

Gibt es einen

Ich glaube nicht, das man wesentliche

Teile seiner Persön‐

Unterschied

zwischen dem lichkeit in geschäftlichen

privaten Tier Situationen einfach abstreifen

in dir und dem kann. Mein dickes Fell hilft

geschäftlichen? mir sowohl privat als auch beruflich.

Und meine ausgeprägten

Sensoren lassen mich

Trends, genauso wie Menschen

erkennen.

An welchem Projekt arbeitest du

gerade? Was war dein Lieblings‐/

Vorzeigeprojekt

Mein Lieblingsprojekt war

während der

ein Spiel, das bis heute nicht

Selbstständigkeit?

Es hieß Slumbers und es ging

erschienen ist. Sehr schade...

um Charaktere, die immer

eingeschlafen sind (wenn der

Spieler es nicht verhindert

hat). Aber aktuell arbeite ich

an einem Modelabel.

Charaktere »Slumbers«

Bist du Teamplayer oder Einzelkämpfer?

(Wenn Teamplayer –

Arbeitest du

lieber mit Ich bin ein Teamplayer, aber ich

treffe auch gerne Entscheidungen.

Das muss man immer

Männern oder

mit Frauen?)

wieder ausbalancieren. In einem

gut funktionierenden Team

40


entsteht eine ganz eigene Dynamik,

die ich sehr liebe. Aber

andererseits kann ein schlecht

funktionierendes Team auch

Zeit und Kraft kosten. Im Laufe

der Zeit habe ich mich etwas

in die Richtung Einzelkämpfer

entwickelt. Aber mit Frauen

und Männern arbeite ich gleich

gerne.

Welche Erfahrungen hast du als

Frau an Arbeitsplätzen und in

der Selbstständigkeit

gemacht?

Ich habe gute und schlechte Erfahrungen

gemacht. Tatsächlich

habe ich die Tatsachen »Frau«

und »älter« zu sein, auch schon

ausgenutzt, weil diese Kombination

Seriosität verspricht.

Ich kann mich aber auch an

schräge Situationen erinnern.

Zum Beispiel war ich während

meiner Zeit als Angestellte in

Spielausschnitt »Slumbers«

der Softwarebranche einmal mit

einem Mitarbeiter bei Kunden,

die sofort freudestrahlend auf

meinen männlichen Mitarbeiter

zugerannt sind und mich links

liegen ließen. Ich war automatisch

die weibliche Assistentin

von dem männlichen Chef.

So etwas passierte mir übrigens

nur in den alten Bundesländern.

Hast du ein Role Model?

Was hast du von

ihr/ihm gelernt? Da muss ich passen. Auch wenn

ich als junge Frau danach gesucht

–und mich vorläufig für

Marie Curie (!?) entschieden

habe– wirklich fündig geworden

bin ich nicht. Aber es gibt viele

Menschen, die ich bewundere.

Was verstehst du unter Feminismus?

Siehst du dich,

deiner Defi‐ Ich wurde in den 70iger Jahren

nition nach, als in Westdeutschland sozialisiert,

eine Zeit in der gelebter

Feministin?

Machismo selbstverständlich

war und gleichzeitig feministische

Meilensteine gesetzt wurden.

Und es wurden wirkliche

Fortschritte bei allen Gleichstellungsthemen

erzielt. Aber

seit ein paar Jahren entwickeln

wir uns wieder zurück, auf

vielen gesellschaftlichen Ebenen.

Deswegen –auch wenn ich den

Titel wegen meiner politischen

Inaktivität eigentlich nicht

verdient habe– ich war nie mehr

Feministin als heute.

41


HeIDe-marIearaB

Wer bist du? Was machst du?

Was hast du als Selbstständige

gemacht? Wie

Ich bin Heide‐Marie Arab,

lange warst du Mode‐Designerin. Ich war

selbstständig? von 1976–1987 in Deutschland

selbstständig und

danach auch im Libanon.

Gibt es einen Unterschied zwischen

der privaten und der geschäftlichen

Heide‐Marie?

Die »geschäftliche« war

immer etwas arrogant,

sehr diszipliniert und nur

auf die Arbeit konzentriert,

die »private« in alldem

eher nicht.

Stichwort »Power Dressing«.

Hat sich deine Garderobe im

Laufe deiner

Auf jeden Fall. Am Anfang

Karriere geändert?

Wenn meist sportlich bequem,

war meine Garderobe

Ja, wie? hab dann aber gelernt,

dass meine Erscheinung

in diesem Job extravagante

Kleidung verlangt. Je ausgefallener

um so besser.

Schon mal vom »Hochstapler

Syndrom« gehört? Erkennst du

dich darin

Nein. Ich bin selbstbewusst

und von

wieder?

meinen Fähigkeiten

überzeugt.

42


Für wie durchsetzungsfähig

hältst

du dich?

Ich wusste immer, was

ich will und konnte das

meistens durchsetzen.

Im Job wie auch privat.

Wann und wie hast

du gelernt »Nein«

zu sagen?

Das »Nein« sagen beherrschte

ich im Job

von Anfang an, privat

habe ich das erst sehr

viel später gelernt.

Hast du schon mal Selbstbewusstsein

gefaked, ganz nach

dem Motto

Ja, ganz am Anfang meiner

»Fake it,

Selbstständigkeit, allerdings

nicht aus Zweifel an

till you make

it.«? meiner Fähigkeit, sondern

der der Anderen, mein

Können zu erkennen.

Wissenschaftler vergleichen unsere Mimik,

Gestik, unsere Körperhaltung gern mit denen

von Tieren. Mit welchem Tier würdest

du deine Erscheinung vergleichen?

Gibt es einen

Privat bin ich vermutlich

Unterschied

eine Gorilla‐Mutter, fürsorglich

und ein Fels in der

zwischen dem

privaten Tier Brandung, die aber auch

in dir und dem angriffslustig sein kann,

geschäftlichen? wenn es gefragt ist.

Geschäftlich bin ich wohl

eher ein Steinbock, flink,

gewändig, anpassungs‐,

aber auch durchsetzungsfähig.

43


An welchem Projekt arbeitest du

gerade? Was war dein Lieblings‐/

Vorzeigeprojekt

während

Die jeweilige Kollektion war

für mich immer das Beste,

der Selbstständigkeit?

hatte Exklusivkollektionen

was ich je gemacht habe. Ich

für verschiedene Firmen entworfen,

damals wurden

immer zwei Kollektionen pro

Jahr hergestellt. Die Saison

dauerte maximal drei Monate

und beinhaltete vom Stoffeinkauf

über Entwurf und

Schnitterstellung bis zur Präsentierung

alles, um eine

Kollektion auf den Modemessen

1/2 Jahr vor der Saison

vorzustellen.

Bist du Teamplayer oder Einzelkämpfer?

(Wenn Teamplayer – Arbeitest du lieber mit

Männern oder

(Leider) kein Teamplayer.

mit Frauen?)

Noch nie gewesen.

Welche Erfahrungen hast du als

Frau an Arbeitsplätzen und in

der Selbstständigkeit

gemacht?

Je selbstsicherer und

kompetenter Du auftrittst,

umso mehr Respekt

kommt Dir entgegen.

Selbst in einer

von Männern dominierten

Branche wie der

Modebranche. Als Frau

habe ich mich persönlich

nie diskriminiert

gefühlt.

Hast du ein Role Model?

Was hast du

Ja, von einer Frau namens

Natalie, selbststän‐

von ihr/ihm

gelernt? dige Top‐Designerin,

habe ich mir damals das

richtige Auftreten abgeschaut.

Was verstehst du unter Feminismus?

Siehst du

Steter Kampf der Frauen

um ihre Rechte.

dich, deiner

Definition Auch wenn man glaubt,

nach, als dass schon alles erreicht

wurde, dürfen die

Feministin?

Bemühungen nicht

nachlassen, sonst geht

es ganz langsam und

schleichend wieder rückwärts.

Ja!

44


45


Tipps!

Für angehende Selbstständige.

» Wenn Du dich selbständig

machen willst, bring

Geduld mit, Zähigkeit,

Diplomatie und Können.

Idealismus alleine bringt

«

Dich nicht weiter! H.A.

» Do it! « S.P.


» Selbstvertrauen

ist sehr

wichtig!!! « L.B.

»

Bei Entscheidungen auf

die eigene Intuition

hören und nicht zu früh

die Zügel aus der Hand

geben, sprich Investoren

ins Unternehmen holen.

«C.B.


»IMAGO« Magazin

Konzept,Text & Grafik – Melanie Ullrich

WS17/18 FH Potsdam

Kurs – »Role Models Who Design«

Betreuung – Anja Rauenbusch

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