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Das Koerperschema

8 Alloästhesie und

8 Alloästhesie und Allochirie. symmetrisch übertragen, wobei die Qualität der Empfindungen meist gewahrt bleibt, so erscheint auf dem Wege der übertragung auch eine rechtsseitige Wärmeempfindung, die durch direkten Reiz nicht erzielt werden kann. Auch auf diese symmetrisch übertragene Empfindung der rechten Körperhälfte erfolgt eine oder mehrere Nachempfindungen. Die Diskrimination ist auch rechts eine gute, während die Lokalisation schwerste Störungen aufweist, die jedoch eine gewisse Launenhaftigkeit zeigen und übrigens auch stark von der Ermüdung abhängig sind. Die Fähigkeit, Formen und Qualitäten durch den Tastsinn wahrzunehmen, ist so gut wie geschwunden. Die Lokaldiagnose des Falles ist nicht ganz einfach, die schwere rechtsseitige Hemiplegie mit der gleichzeitigen ursprünglichen Analgesie und Anästhesie und der Deviation conjugee nach links oben lassen entschieden einen Kapselherd vermuten, der sich bis gegen die Rinde zu ausdehnt. An eine Mitbeteiligung des Thalamus kann man mit Rücksicht auf die Parästhesien der Augengegend denken, doch kann in Hinblick auf die geringe Ausbreitung und die geringe Intensität des Schmerzes das ganze Bild um so weniger auf den Thalamus bezogen werden, als auch sonst die nach HEAD und HOLMES charakteristischen excessiven Reaktionen auf Lustund Unlustreize fehlen. Eine Mitbeteiligung der Rinde möchte ich mit Rücksicht auf die Halluzinationsbereitschaft annehmen. Auch die völlige Ratlosigkeit in bezug auf das Erkennen von Strichen über die Haut, trotz guter Beriihrungsempfindung, scheint mir auf Mitläsion der Cortex hinzudeuten. Ich meine also, daß die Läsion sich von der inneren Kapsel unter geringfügiger Mitbeteiligung des Thalamus gegen die Rinde der hinteren Zentralwindung und des Parietallappens zu erstreckt. Der extreme Verlust der Lokalisation könnte zwar auch bei Thalamusläsion vorkommen, doch spricht die Launenhaftigkeit der Störung eher für den Cortexl ). Eine Reihe von Untersuchungen wurde durch die Polyästhesie 1) HEAD und HOLMES beschreiben ein Symptom bei extremer thala· mischer Lokalisationsstörung, das ich in diesem Falle gleichfalls antraf. "Venn einer ihrer Pat. an der Hand gekratzt wurde, so meinte er, etwas im Arm sei bewegt worden. über den Ausfall der Bewegungswahrnehmung, den man auch gelegentlich antraf, vgl. im Anhang.

Alloästhesie und Allochirie. 9 unmöglich gemacht, so der Vergleich von Gewichten, von Temperaturen, die sukzessive Diskrimination u. dgl. mehr. Wie bei jeder ungewöhnlicheren Störung muß auch hier die Frage aufgeworfen werden, ob es sich nicht bei der Sensibilitätsstörung um eine "hysterische" überlagerung handle. Nun war die Pat. zwar eine extrem zänkische und reizbare Person, doch wurden hysterische Züge nicht bei ihr beobachtet. Auch waren trotz der gewissen Schwankungen ihre Angaben durchaus einheitlich, so daß ich glaube, daß man diese Vermutung ablehnen kann. Auch sei darallf verwiesen, daß nach der Salvarsanbehandlung die Halluzinationsfähigkeit und die Alloästhesie abnahm. Dieses Phänomen fesselt die Aufmerksamkeit und es bedarf einer eingehenden Erörterung. Die Pat. empfindet Reize, die an der linken Körperhälfte ansetzen, durchaus normal, nur erfolgt kurze Zeit später eine Nachempfindung an der kranken Körperhälfte, die entweder genau, oder annähernd symmetrisch lokalisiert wird. Es handelt sich also um jenes Phänomen, das OBER­ STEINER als Allochirie bezeichnet hat. J ON ES will allerdings diese Bezeichnung für jene Fälle vorbehalten, die keinerlei sonstige Störungen der Sensibilität zeigen und bezeichnet Fälle, in denen die Vertauschung der Seite mit organischen Störungen einhergeht als "Alloästhesie". Bemerkenswerterweise wird in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle von Alloästhesie der Reiz statt an der kranken an der gesunden Seite wahrgenommen. Nur in 2 Fällen (von BROWN-SEQUAND und von HAMMOND) findet die Seitenvertauschung so statt wie bei unserem Falle. Dieser bietet noch die Besonderheit, daß ja der Reiz sowohl an der gesunden als auch an der kranken Seite wahrgenommen wird, und daß ein gewisses Intervall zwischen diesen beiden Empfindungen besteht. Zur Deutung dieses eigenartigen Verhaltens muß meines Erachtens folgendes herangezogen werden. Die Pat. hat eine Halluzinationsbereitschaft an der rechten Körperhälfte. Diese allein kann aber die Erscheinung schon deshalb nicht erklären, weil auch eine Wärmeempfindung auf die rechte Körperhälfte als solche übertragen wird und die Pat. spontan niemals Wärmeempfindungen hat, ja an dieser Körperhälfte ist sogar die Wärmeempfindlichkeit erloschen. Es muß also die Empfindung der linken Körperhälfte irgendwie mitwirken. Diese muß die vagen Empfindungen nicht nur an eine bestimmte Stelle lokal binden,

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