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Das Koerperschema

16 Alloästhesie und

16 Alloästhesie und Allochirie. mente räumlich voneinander entfernt, dann finden sich nur die alloästhetischen Empfindungen, also die Erscheinungen auf der den Eingriffen der kontralateralen Körperseite vor. Nach diesen Versuchen muß angenommen werden, daß bei überempfindlichkeit und gleichzeitiger Blockade, Reize in die symmetrisch gelegenen Stellen irradieren. Man könnte ja daran denken, das zufolge der Hemissektion nur vage Nachrichten zum Körperschema gelangen und daß unter dem Eindruck der Empfindung der intakten Körperseite die Reize an die taktil besser empfindende Körperseite gebunden werden. Dieser Annahme, die an und für sich gezwungen ist, widerspricht jedoch, daß bei einer Distanz von mehr als 3 Segmenten zwischen der Stelle der Strychninisation und der Hemisektion der Reiz sowohl an der taktil gesunden kontralateralen als auch an der kranken Körperseite empfunden wird. Hierzu kommt, daß in dem hier mitgeteilten Falle die übertragung ja eine doppelläufige ist und daß beide Seiten in bezug auf das Körperschema gleichwertig sind. Die Annahme einer spinalen überleitung ist also die wahrscheinlichste. Offenbar handelt es sich um vorgebildete Bahnen, die nur unter bestimmten Bedingungen wegsam werden. Diese Annahme hat deswegen nichts befremdendes, da es ja auch zweifellos gekreuzte spinale Reflexe gibt. Es scheint mir bemerkenswert zu sein, daß in meinem Falle II fast ausschließlich Sekundärempfindungen übertragen werden und daß auch in diesem Falle Parästhesien vorhanden sind. Die nachfolgende Brobachtung weist gleichfalls doppelläufige Alloästhesie auf und muß wohl ebenfalls auf einen spinalen Mechanismus zurückgeführt werden. Fall UI. Marie A. 59 Jahre alt. In der Klinik vom 2. I. 23 bis April 23. Es handelt sich um eine typische Tabes dorsalis, aus deren Befund nur folgendes hervorgehoben sei. Beginnende Opticnsatrophie des rechten Auges. Schwere Hypotonie und Ataxie der unteren Extremitäten. Fehlende Patellar- und Achillessehnenreflexe. Romberg stark positiv. Kribbelgefühle und lanzinierende Schmerzen an den Beinen. Hypästhesie im Ulnarisgebiet, Kältehyperästhesie am Rumpf. An den unteren Extremitäten ausgesprochene Lagegefühlsstörungen. Hypästhesie für Berührungen, Stich und Temperatur. Mäßige Störung der Diskrimination und der Lokalisation. Zeitweise Urinverhaltung. Wassermann im Blut positiv. Die genauere Störung der Sensibilität ergab mannigfaltige Störungen. Man trifft an: I. Berührung oder Stichreize erweckten eine distaler lokalisierte Nachempfind ung ;

Alloästhesie und Allochirie. 17 2. Berührungs- und Stichreize erwecken den Eindruck eines Striches über die Haut, der häufig halbbogenförmig verläuft. Gelegentlich entsteht an der Berührungs- oder Stichstelle der Eindruck einer komplizierten Hinund Herbewegung. 3. die Seite der Reizapplikation wird verwechselt; 4. auf die Empfindung der gereizten Seite folgt nach einigen Minuten eine kontralateral symmetrische, meist in Form eines Striches oder eine Hin- und Herbewegung ; 5. Striche über die Haut werden entweder nur als Berührung empfunden oder als anders verlaufende Striche. Auch hier erscheint an Stelle einer geradlinigen Bewegung sehr häufig ein Bogen. Einige stark gekürzte Protokolle mögen das Gesagte veranschaulichen Stich am recht. Unterschenkel: Stich gegen den rechten Unterschenkel: Stichin d.linken Unterschenkel: Stich auf den rechten Fußrücken: 16. III. Berührung am rechten Unterschenkel: Rechts Stich in den Fußrücken : Berührung unterhalb des Sprunggelenks: Ber.ührt am rech ten Fußrücken : Kräftigen Strich mit der Nadel am rechten Unterschenkel, und zwar proximal-distal: Berührung am rechten Sprunggelenk innen: Berührung am rechten Fußrücken: Berührung am linken Fußrücken: Berührung am linken Fußrücken: S chi 1 der, Körperschema. Stich am rechten Unterschenkel, links an der symmetrischen Stelle eine leichte Bewegung, als ob ein Zwirn hin und her fahren möchte. Berührung auf dem rechten Fuß. Berührung auf dem Knöchel links. Strich auf dem rechten Fußrücken. Links sticht auch etwas, aber schwächer, dort, wo man die Schuhe bindet. Dort stichts jetzt fortwährend, als ob eine Stecknadel dort wäre, die ganz ruhig ist. Mit einer Nadel heruntergestrichen. + Danach aber eine Empfindung links oben der Ferse mehr wie ein Strich herüber mit der Nadel Empfindet einen 5 cm langen Strich an den Zehen links. Es wurde über den rechten Fuß mit der Nadel gefahren wie ein Stich, der hinaufgeht. Mi t der Nadel mehrfach hin und her bewegt, und zwar erst nach rechts und dann nach links. Am linkenFuß wird dieZehe hinaufgebogen. Kommt mir vor wie ein ganz leises Stechen am linken Fuß. Berührung links oberhalb des Knies. Danach so ein Halbkreis mit der Nadel am rechten Knie. + Danach spürt sie eine Bewegung, die vom Fußrücken zur Fußsohle zieht und die Bemerkung, man habe sie vielleicht am Vorfuß rechts gerissen. 2

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