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Das Koerperschema

28 Das

28 Das Körperschema der Amputierten. schemas des Erwachsenen schließlich das resistentere des Kindes trete. Doch habe ich hierüber kein endgültiges Urteil, weil mir selbst derartige Fälle nicht zu Gesicht kamen. Jedenfalls liegen hier außerordentlich wichtige Probleme, von denen aus eine Psychologie der Hypochondrie möglich sein dürfte. Ich erinnere an die Versuche, welche ich über das optische Vorstellen des eigenen Körpers vor längerer Zeit mitgeteilt habe (4). Hier schließen sich fast immer gesetzmäßig Sensationen an diese Vorstellungen an. Kürzlich hatte ich Gelegenheit. eine Depression bei einer Zwangsneurotischen zu beobachten. Diese Pat. hatte Zwangsgedanken. welche sich auf den Kopf bezogen. Wie kann so ein kleiner Kopf so große Kinder bekommen? Wie können Kinder entstehen, wenn ein Kopf mit dem anderen zusammen kommt? Diese Pat. hatte gleichzeitig die Empfindung, ihr Kopf sei vom Rumpf getrennt. Die Psychoanalyse legt ja mit Recht auf die Anschauung Gewicht, daß der eigene Körper mit Eigenliebe besetzt sei, sie spricht von Narzissmus und es wird gefragt werden müssen, ob nicht das Bild, das man vom eigenen Körper mit sich herumträgt, bei Störungen narzisstischer Art yon Bedeutung sei. Hier möchte ich noch auf ein Detail hinweisen. Einer der Amputierten erlebte seinen Arm immer in der gleichen Stellung und es ließ sich wahrscheinlich machen, daß das jene Stellung war, die er hatte als sein Arm durch die Granate zerschmettert wurde. Der gleiche Pat. konnte den im Ellbogengelenk gebeugten Arm durch den Körper hindurchführen, gewiß ein Beweis für die Festigkeit des Phantombildes 1.md zugleich ein Beweis darauf, daß die Bildung der Vorstellung vom eigenen Körper Gesetzmäßigkeiten folgt, welche noch eingehender Untersuchung harren. Jedenfalls zeigt sich, daß die Erscheinungen bei Amputierten nur aus der Psychologie des Körperschemas verstanden werden können, wie dies auch PICK betont hat. Das Phantombild selbst ist ja schon der Ausdruck der Liebe zum eigenen Körper des Unvermögens auf die Integrität des Körpers zu verzichten. AUe diese Amputierten vergessen in der ersten Zeit immer wieder, daß sie amputiert sind, springen, greifen und keiner unserer Amputierter träumte, daß er Hand oder Bein nicht mehr habe. Eine Psychologie der Amputation ist sicherlich eine Aufgabe der Zukunft. Das Phantomglied bedarf sowohl von der Seite der Hirnpathologie als auch von der Seite der Triebpsychologie

Die Autotopagnosie und ihre Beziehung zur Praxis. 29 eingehenderer Beachtung, als ihr bisher geschenkt wurde. Vielfach hat man sich bei der Besprechung dieser Probleme mit der Wendung abgefunden, es handle sich um die Projektion von Schmerzen. Hier ist es aber beachtenswert, daß eine Reihe von Kranken, die ich untersucht habe, gar nicht alle Stumpfschmerzen hinausprojizieren, obwohl es sich ja zweifellos hierbei vielfach um Schmerzen handelt, welche von Nerven ausgehen, die ihre ursprüngliche Endstätte peripherer hatten. Vermutlich spielt in das, was wir Projektion nennen, schon der psychische Faktor mithinein. In dieser Hinsicht ist es bemerkenswert, daß einer unserer Pat. bei Druck auf den Stumpf den Eindruck hatte, es werde die Zehe im Schuh zusammengepreßt. Auch dieser Eindruck kann nur unter weitgehendster Verwendung des Körperschemas zustande kommen. Wir werden hier auch wiederum auf eine Frage verwiesen, deren eingehendere Besprechung vorläufig nicht möglich ist, nämlich die, welche Beziehung denn die Kleidungsstücke zum Körperschema haben. Man gewinnt bei der Untersuchung von Amputierten den entschiedenen Eindruck, das Phantomglied, wenn es vorhanden ist, sei kinästhetisch-optisch-taktil gegeben. Die Elemente sind teils empfindungs- teils vorstellungsmäßig da. Doch wird das Ganze von einer Wahrnehmungsintention getragen. Doch ist es sicher, daß dieses Erlebnis auf sehr verschiedener Bewußtseinsstufe stehen kann. Bisweilen hat man sogar den Eindruck, es sei nur ein Wissen um den eigenen Körper. Freilich ein Wissen besonderer, lebendiger, voller Art, das zu unterscheiden ist von einem unbelebten, blassem, "totem" Wissen. Auch dieses Problem muß später noch eingehend erörtert werden. 111. Die Autotopagnosie (PICK) und ihre Beziehung zur Praxis. Ein komplex gebautes Körperschema ist also zweifellos im Bewußtsein. Und dieses Körperschema kann, wie aus unseren Ausführungen hervorgeht, durch organische Erkrankung getroffen werden. Machen wir uns an der Hand des Falles von GOLDSTEIN und GELB die Folgen klar, welche die vom optischen her erfolgende Störung des Körperschemas haben muß. Der Pat. war bei geschlossenen Augen außerstande, den Arm nach dem Kopf zu

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