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Das Koerperschema

30 Die Autotopagnosie

30 Die Autotopagnosie und ihre Beziehung zur Praxis. bewegen, er konnte nicht nach der Krawatte greifen, die ja zum eigenen Körper in bestimmter Lagebeziehung ist. Ja noch mehr. Da das Bild des eigenen Körpers auch offenbar nötig ist 1), um eine Bewegung zu beginnen, war er auch gar nicht imstande, bei geschlossenen Augen eine Bewegung zu beginnen, was ihm sofort und leicht gelang, wenn er die Augen öffnete und nun auf optischem Wege ein Körperbild erlangte. Bemerkenswerterweise konnte der Pat. auch bei geschlossenen Augen durch Mnskelbewegungen, durch Tastzuckungen sich eine ungefähre Orientierung über seine Glieder verschaffen. und dann eine Bewegung beginnen. Auf ähnliche 'Weise gelang es ihm auch, eine Stelle zu eruieren, an der er berührt worden war. Durch Tastzuckungen brachte er den taktilen Eindruck mit dem kinästhetischen zur Deckung und war imstande, gute Lokalisationsbewegungen auszuführen. GOLD­ STEIN und GELB schreiben der Tastempfindung an sich keine besondere lokale Färbung zu, sondern nehmen an, daß diese durch kinästhetisches Re~iduum entstehe. Diese rufe normalerweise von dem Außenreiz in Wirksamkeit versetzt, die entsprechende optischen Eindrücke hervor. Ihr Pat. ersetzte nun den optischen Zufluß teilweise durch Tastzuckungen, ohne eine genauere räumliche Vorstellung zu haben. Nach Ansicht der Autoren wird da ein ursprüngliches Hilfsmittel der Lokalisation aktiviert. Aber wie dem auch sei, jedenfalls ist hier die bedeutsame Rolle des optischen Körperbildes festgestellt. Es gibt eine andere Störung der Orientierung am eigenen Körper, die PICK als Autotopographie bezeichnet. Diese Pat. sind ratlos, wenn sie Teile ihres' eigenen Körpers zeigen sollen. Als die erste (4) der von ihm beobachteten Pat. nach dem rechten Ohr greifen soll, tut sie es, als sie aber auch das linke Ohr zeigen soll, denkt sie nach, sucht auf dem Tische herum und fährt erst nach mehrfachen Aufforderungen nach dem linken Ohr. Als der gleiche Versuch beim linken Auge zunächst mehrfach erfolglos bleibt, sagt sie: "Ich weiß nicht, ich muß es verloren haben." Aber auch bezüglich anderer Körperteile besteht die gleiche Störung. So aufgefordert, die Hände zu zeigen, sucht sie diese auf dem Tisch und sagt: "Nirgends! Um Gottes willen, ich habe sie verloren, sie müssen aber doch da sein!" Auch die Orien- 1) Nach MARTIN treten beim Bewegungsbeginn Vorstellungen (optische und kinästhetische) stets stärker hervor.

Die Autotopagnosie und ihre Beziehung zur Praxis. 31 tierung nach rechts und links ist verloren. sie weiß nicht, wo rechts und links am eigenen Körper ist. Bemerkenswerterweise verwendet auch diese Pat. halbwillkürliche Bewegungen, um sich zu orientieren, ähnlich einem Falle von BADAL, der sich erst dann über rechts und links orientieren konnte, wenn er sein Kreuz mit der rechten Hand schlug. Die Orientierung an Kopf und Rücken, Körperteile, die für gewöhnlich außerhalb des optischen Wahrnehmungsbereiches fallen, war in diesem sowie in einem anderen ähnlichen Falle PICKS (6) außerordentlich schlecht. Bei einer Hysterie war sogar die Störung auf den Rücken beschränkt (3). In den beiden PIcKschen Fällen handelt es sich um diffuse Hirnerkrankungen (Senile Demenz, Paralyse, epileptischer Dämmerzustand), ebenso in elen Fällen von ROSENBERG, der sein Hauptaugenmerk darauf gerichtet hat, daß in diesen Fällen auch die Orientierung in bezug auf rechts und links gestört ist. ROSEN­ BERG verweist bereits darauf, daß die Störung deutliche Ausläufer ins Gebiet der Praxie zeigt. Offenbar handelt es sich um Hemmungen der optischen Körperbilder. Auch hier möchte ich nicht von einem Ausfall sprechen. Auch PICK betont, daß unregelmäßige Verteilung der Aufmerksamkeit diese Störung deutlicher in Erscheinung treten lassen kÖlfnen. Wir können bereits auf Grund der Untersuchung von PICK gewisse Vermutungen über die Lokalisation dieser Prozesse äußern. Bei einem der PIcKsehen Fälle zeigte sich die eigentümliche Erscheinung, daß der Kranke beim Greifen nach dem Gegenstand meist dahinter, gelegentlich auch daneben greift, zuweilen den betreffenden Gegenstand überhaupt nicht mehr zu sehen scheint. PICK (7) hat diese Lokalisationsstörungen bereits im Jahre 1898 auf doppelseitige Läsion des Parietallappens bezogen. Eine Auffassung, welche sich durchgesetzt hat, insbesondere da auch von ANTON (2) und HARTMANN beweisende Beobachtungen gehracht wurden. In dem Fall von ANToN verlor der Pat. die Fähigkeit, zwischen rechts und links zu unterscheiden. HARTMANN hat diese Unfähigkeit zwischen rechts und links zu unterscheiden, in einer Reihe von Fällen angetroffen, welche ebenfalls auf die parieto-occipitale Region zu beziehen waren. Jüngst hat PÖTZL (2) in einem Falle mit Läsion des unteren linken Scheitelläppchens eine Unsicherheit in der Wahl zwischen rechts und links beobachtet. Die Pat. war

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