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Das Koerperschema

S8 Die Verwertung des

S8 Die Verwertung des Körperschemas in der Praxie. Auch komplizierte Objekthantierungen werden einwandfrei durchgeführt. Hantierungen aus dem Gedächtnis sind ungestört. Drehorgel spielen, Kaffeemühle drehen, Fliegen fangen wird mit beiden Händen richtig markiert. Die lange Nase macht er mit der rechten und linken Hand richtig. Nach dem linken Auge zeigen: Zeigt nach dem rechten und sagt dazu: "Von dort (auf den Referenten zeigend) gesehen ist es das linke." Nach dem rechten .-\uge des Referentel! zeigen: +. Mi t der linkcn Hand nach dem recltten Ohr des Referenten zeigen: Zeigt richtig. Die Untcrsuchung wird am gleichen Tag nach einer längeren Pause (mehreren Stunden) fortgeführt. Er erkennt sein Spiegelbild. Die Figuren von BINET und SIMON (mit fehlenden Körperteilen) werden prompt ergänzt. Aus den Proben der gleichen Autoren wird die der Unterscheidung schöner und häßlicher Köpfe prompt durchgeführt. Die Aufforderung mit der rechten Hand, nach dem rechten Ohr und mit der linken Hand nach dem rechten Ohr zu fassen, werden jetzt nach initialem Zögern prompt ausgeführt. Als er nach mehreren derartigen Proben mit der linken Hand nach dem linken Ohr fassen soll, greift er doch wieder mit der linken Hand nach dem rechten Ohr. Erst später wird die richtige Reaktion durchgeführt. Die Aufforderung, dreimal auf die Hand des Referenten zu klopfen und dann nach der eigenen Stirne zu fassen, wird nach mehreren Fehlreaktionen erst dann richtig ausgeführt, als die Aufgabe noch mehrfach wiederholt wird. Nach dem Ohr und dann nach dem Auge greifen, wird verstanden und ausgeführt. Ebenso auch Aufträge wie nach Ohr, Nase und Auge greifen. Von ähnlichen dreiteiligen Aufträgen wird bisweilen ein Glied ausgelassen. Es besteht auch Tendenz, bei ihm derartige Aufträge, die ihm gegeben wurden, in fragendem Tone zu wiederholen. Im weiteren Verlauf der Beobachtung nichts Bemerkenswertes. Es entwickelt sich also bei dem 33jährigen Pat. auf unbekannter ätiologischer Basis eine motorische und sensorische Aphasie. Es überwiegen jedoch die Symptome der motorischen. Gleichzeitig zeigt sich eine beträchtliche motorischeApraxie, die sich vorwiegend dadurch charakterisiert, daß sie die sensomotorischen Eigenleistungen intakt läßt und am deutlichsten hervortritt bei Handlungen, die gegen den eigenen Körper gerichtet sind. Ausdrucksbewegungen gelingen etwas besser, Handlungen aus dem Gedächtnis mißlingen vollkommen. Hingegen sind die Objekthandlungen fast vollkommen ungestört. Diese Apraxie findet sich, sowohl auf der recht rn als auch in quantitativ geringerem Grade auf der linken

Die Verwertung des Körperschemas in der Praxie. 59 Körperseite. Im Rückbildungsstadium beobachten wir wieder Störungen in der Verwertung der Begriffe von rechts und links. Es muß hervorgehoben werden, daß der Pat. auf Frage sehr gut angeben kann, wo rechts und wo links ist. Man könnte allerdings oaran denken, daß er die kompliziertere Aufgabe des Verständnisses zusammengesetzter Befehle, in denen rechts und links zweimal vertreten ist, nicht leisten kann. Gegen diese Annahme spricht, daß, wie aus seiner Antwort, als er einmal rechts und links im Handeln verwechselt, hervorgeht, mit den Begriffen rechts und links sehr gut umgehen kann, er sagt nämlich, von dort aus ge­ 'sehen ist es eben das linke Auge. Charakteristisch und am beweisendsten gegen eine einfache sensorisch aphatische Störung ist jedoch, daß er auf die Aufforderung den linken Zeigefinger zu .zeigen, zunächst den rechten kleinen Finger zeigt, dann den rechten Zeigefinger und dann den rechten und linken Zeigefinger;sleichzeitig und schließlich ohne Wiederholung der Aufgabe den linken Zeigefinger allein. Als Perseveration schlechthin kann dieses Verhalten gleichfalls nicht bezeichnet werden, denn die vorangehende Aufgabe war, den rechten Daumen zu zeigen. Meines Erachtens können diese Reaktionen gar nicht anders erklärt werden als da­ ·durch, daß dem Pat. die Wahl zwischen rechts und links beim Handeln nicht in voller Freiheit ermöglicht war. Hier muß noch hesonders auf eine zweite Störung verwiesen werden, nämlich daß er auch Fehlreaktionen macht, wenn er nach bestimmten Körperteilen am eigenen Körper zeigen soll. So greift er, als er nach dem linken Auge zeigen soll, zunächst nach dem linken Ohr und dann nach dem rechten Auge. Es ist zuzugeben, daß derartige Fehlreaktionen durchaus nicht regelmäßig nachzuweisen sind. Im ganzen glaube ich doch, daß die Protokolle darauf verweisen, -daß die beschriebenen Fehlreaktionen nicht auf Störungen des vVortverständnisses zu beziehen sind, sondern auf Störungen in der Praxie. Ich verfüge noch über einen weiteren hierhergehörigen Fall. Es ist das der Fall VII der Publikation von GREGOR und mir. (Beiträge zur Kenntnis der Psychologie und Pathologie der MusJ~elinnervation. ) Fall X. Es handelt sich um einen Kranken, bei dem apoplektiform eine Pseudobulbärparalyse aufgetreten war. Als die verdeckenden spastischen Erscheinungen zurückgebildet waren, zeigte sich eine linksseitige Apraxie

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