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Das Koerperschema

62 Die Verwertung des

62 Die Verwertung des Körperschemas in der Praxie. dem Resultat, daß weder Perseveration noch Mitbewegungen ausreichen, um die vorhandenen Erscheinungen vollkommen zu erklären. Noch ein Moment möchte ich gegen Mitbewegungen anführen: Die Verwechslungen sind inkonstant (wie dies ja auch aus den Protokollen hervorgeht). Es ist auch nicht etwa so, daß. die Bewegung an der anderen Körperhälfte in der sicheren Art erfolgt, wie sonst Mitbewegungen zu erfolgen pflegen. Wenn z. B. beide Daumen gezeigt wurden, so wurden sie bisweilen nicht vollkommen gleichzeitig gezeigt. Die Bewegungen waren voneinander im Charakter etwas verschieden. Ich glaube auch, daß der Mitbewegungsmechanismus mit den hier beschriebenen Erscheinungen verwandt ist. Aber er liegt um eine Station tiefer. Er gehört zu den "fundierenden Apparaten" des Körperschemas. Spricht man von apraktischen Mitbewegungen im weiteren Sinne, so haben allerdings zu diesen die hier besprochenen Phänomen die engste Verwandtschaft. Versuchen wir nun aus unseren Fällen VII, VIII, IX, X allgemeiner:e Schlüsse zu ziehen, so sind etwa folgende Gesichtspunkte hervorzuheben: 1. Es gibt im Rahmen der Apraxie Fehlreaktionen in der Art, daß die Seitenwahl bei einfachen Bewegungen nicht in richtiger Art und Weise erfolgt, wie wohl die Begriffe links und rechts vorhanden sind. Eine Störung dieser Art ist meines Erachtens schon darin zu sehen, wenn unser Fall IX immer mit der linken Hand agieren will, wiewohl sie ihm festgehalten wird. Deutlicher werden die Störungen dieser Art in der Rückbildungsphase. wenn der Pat. auf die Aufforderung den linken Zeigefinger zu' zeigen, zunächst den rechten kleinen Finger zeigt, dann den rechten Zeigefinger, dann den rechten und den linken Zeigefinger gleichzeitig und schließlich den linken allein. Noch deutlicher sind in dieser Hir.­ sicht die Beispiele, welche Fall VII und X bieten. Ich verweise auf die Epikrisen. Beachtenswerterweise ist das zweihändige Agieren nicht gestört. Gestört ist nur die bewußte Bindung der Rechtsund Linksbegriffe an das Handeln. Man hat sich klar zu machen, daß die ursprüngliche Bildung des Rechts- und Linksbegriffes. allerdings das Körperschema zur Voraussetzung hatte. Es ist sehr lehrreich, daß auch bei normalen Versuchspersonen ähnliches vorkommt. Wenn MARTIN eine linkshändige Versuchsperson mit vorwiegend optischen Bewegungsvorstellungen

Die Verwertung des Körperschemas in der Praxie. 63 eine Bewegung mit der rechten Hand oder dem rechten Bein durchführen ließ, so hob sie ihre linken Extremitäten, oder sie war es im Begriffe zu tun, meist unter dem Einfluß einer kinästhetischen Vorstellung. Dann taucht aber eine optische Vorstellung auf und die rechte Extremität wird gehoben. 2. Es ist seit langem bekannt, daß bei der Apraxie Störungen bei gegen den eigenen Körper gerichteten Handlungen auftreten. So ist schon bei dem ersten Falle LIEPMANNS (r) wie auch HEITBRONNER (r) betont, die Störung ungleich größer, wenn die Handlung gegen den eigenen Körper gerichtet ist. Aber offenbar stehen diese Störungen zu einer ungenügenden Verwertung des Körperschemas in Beziehung. Ich verweise auf die Ausführungen zu Fall V und VIII. Das ganze Verhalten der Pat. macht es hierbei sehr wahrscheinlich, daß sie im Moment und nach der fehlerhaften Ausführung sich der Fehlerreaktionen nicht bewußt werden. Sie sind sekundär agnostisch. Es ist das ein bedeutsamer Mechanismus, auf den PICK und PÖTZL und der Verfasser verwiesen haben. Eine Fehlreaktion hemmt sonst intakte Funktionen, zieht sie mit sich hinab. Sehr häufig kann dann im Handeln nicht nur die Kenntnis von Nase, Auge, Ohr des eigenen Körpers nicht verwertet werden, sondern auch das Wissen um rechts und links am Körper. Die Pat. verwechseln im Handeln linkes und rechtes Auge usw. Aber während bei Fall VII der Fehler in der Rechtsund Linkswahl der Extremität konstant blieb, kommt die Pat. sehr bald dazu, rechtes und linkes Auge usw. auf Befehl zu treffen. Es handelt sich also offenbar um verwandte, aber nicht um identische Störungen. Für die fehlerhaften gekreuzten Reaktionen kommen natürlich beide Störungen in Frage. Um zu einem tieferen Verständnis dieser Störungen zn kommen, muß man sich die Psychologie der Bewegung vergegenwärtigen, doch kann auch diese durch die Lehre von der Apraxie Bereicherung erfahren. Der Beginn einer Bewegung setzt voraus, daß eine Bewegungsformel da sei. Diese enthält das Bild des Gliedes oder Körperteiles, welcher die Bewegung ausführt. Man muß es dabei dahingestellt sein lassen, welche Grade der Anschaulichkeit dieses Bild habe. jedenfalls genügt nicht ein bloßes Wissen. Nach GOLDSTEIN und GELB müßte es sich um ein optisches Bild handeln. sei es nur eine Wahrnehmung oder sei es nur eine Vorstellung. MARTIN scheint

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