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Das Koerperschema

64 Die Verwertung des

64 Die Verwertung des Körperschemas in der Praxi.e. der Kinästhesie auch hierbei eine bedeutsame Rolle zuzuteilen. Wie beginnen denn nicht optische Typen eine Bewegung? Ersetzen hier taktile Wahrnehmungen und kinästhetische Vorstellungen die optischen Bilder? Oder liegt hier nicht noch etwas anderes vor? Wir hören, bei MARTIN, daß die Bewegungsvorstellungen mit der Zunahme der Gbung und Geläufigkeit der Bewegung zurücktreten. Sie sind aber doch wohl als Residuen wirksam, wobei wir nicht der Anschauung sind, daß diese Residuen rein körperlicher Art seien, offenbar sind sie durch "Vorstellungen" geringer Bewußtseinshöhe repräsentiert. Vorstellungen, welche an der Grenze zu den ACHsehen Bewußtheiten stehen mögen. MARTIN bemerkt, daß LIEPMANN den Vorstellungsbegriff im anderen Sinne gebraucht als sie, und es ist zweifellos richtig, daß die ganzen Auseinandersetzungen der Hirnpathologie über Vorstellungen nur dann einen Sinn haben, wenn man mit dem Begriffe Vorstellung nicht nur das anschauliche Bild meint, sondern auch das Residuum 1), wobei meiner Auffassung nach das Residuum allerdings psychologisch irgendwie repräsentiert sein muß und zwar nicht als ein Wissen schlechthin, sondern als ein lebendigeres und farbigeres Wissen. Man könnte annehmen, daß dIe optische Vorstellung hier gleichsam in besonderer Bereitschaft sei. Man wird auch die Lehre der psychologischen Typen unter diesem Gesichtspunkte revidieren müssen. Der nicht optische Typ dürfte zumindest optische Vorstellungen in Bereitschaft haben. In diesem Sinne spricht es ja, daß G. E. MÜLLER feststellen konnte, daß die meisten Menschen sich je nach den Umständen bald optischer, bald akustisch-motorischer Vorstellungen bedienen. Jedenfalls spielt gerade im Bewegungsbeginn das optische Bild (Vorstellung oder Wahrnehmung) eine bedeutsame Rolle oder wenigstens die Bildresiduen. Es ist eine offene Frage, wie weit dieses optische Bild vom kinästhetisch taktilen ersetzt werden kann. Jedenfalls ist aber dieser Bewegungsbeginn vom optischtaktil-kinästhetischen Körperschema abhängig. Im Bewegungsentwurf muß auch das Ziel der Bewegung irgendwie gegeben sein. Denn die Bewegung muß sich ja auf irgend etwas richten, wofern sie nicht Ausdrucksbewegung ist. Bei Objekthantierungen ist es das gesehene oder getastete Objekt. Ist es getastet, so sind optische Vorstellungen oder Vorstellungsbereitschaften bei Nichtblind- 1) LIEPMANN hat das übrigens deutlich formuliert.

Die Verwertung des Körperschemas in der Praxie. 65 geborenen wohl immer gegeben. Akustisches, taktiles, kin~isthetisches mag das Optische gelegentlich ersetzen und auch hier sind es entweder Wahrnehmungen oder Vorstellungen oder lebendige Bewußtheiten. Es fragt sich, ob im Bewegungsentwurf nicht schon die ganze Bewegung irgendwie vorgezeichnet werde. Bewegungsvorstellungen tendieren ja bekanntlich sich zu verwirklichen. Allerdings ist es ungeklärt, wieviel von dem Weg der Bewegung und von der Art der Bewegung bereits im Entwurf gegeben sei. Und es ist auch fraglich, ob nicht ein wesentlicher Teil des Bewegungsentwurfs erst nach dem Beginn der Bewegung aktiviert werde. Denn offenbar ist der Bewegungsentwurf zunächst als Keim gegeben, aus dem sich allmählich die Gesamtbewegung herausdifferenziert und es ist sehr wahrscheinlich, daß dieser Differenzierungsprozeß bereits zum Teil zeitlich mit der Bewegungsdurchführung zusammenfällt. Ist der Bewegungsentwurf gegeben, so muß er natürlich in die Handlung überführt werden. Und schon für den Bewegungsbeginn sind die motorischen Mechanismen die corticalen und subcorticalen Apparate der Bewegung bedeutsam, die ja schließlich auch die ganze Bewegungsmelodie gewährleisten müssen, wobei sensomotorische Regulationen neben koordinatorischen ohne Bewußtseinsregulation eingreifen. Nach MARTIN ist die Rolle des vorstellungsmäßigen gering, wenn einmal die Bewegung begonnen ist. Im Flusse der Bewegung werden fortwährend Empfindungen erzeugt, außerdem spielen sich propriozeptive und exterozeptive Reflexe ab. Nun darf man nicht meinen, ZIEHEN betont das nachdrücklich, daß die kinästhetischen und die Bewegungsempfindungen unmittelbar Kenntnis des Raumes vermitteln. Vielmehr handelt es sich um ein qualitativ abgestuftes Kontinuum, das erst durch das Hinzutreten des Optischen vollen Raumwert erhält. Für den Bewegungsabschluß sind nun neuerdings besondere motorische Arbeitsweisen notwendig, die wiederum zum Teil corticaler, zum Teil subcorticaler Natur sind. Die Ausführungen berücksichtigen nur die Bausteine der Handlung. Aus diesen Bausteinen setzen sich Handlungsfolgen zusammen. LIEPMANN (3) unterscheidet die Erfolgsvorstellung. die das Ergebnis der Handlung im Geiste vorausnimmt, und die Teilzielvorstellungen. Die Gesamtheit dieser ist die Bewegungsformel. Aber jede Einzelbewegung muß Anfang und Ende, sowie sc h i 1 der, Körperschema. 5

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