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Das Koerperschema

70 Die Verwertung des

70 Die Verwertung des Körperschemas in der Praxie. einander enge Beziehungen haben. Nun gehört aber zu einem Objekt nicht nur eine einzelne Bewegung, sondern eine Bewegungsfolge. Diese Bewegungsfolgen können nun dadurch gestört werden, daß eine Teilbewegung unterdrückt wird und dadurch ausfällt. Dieser Ausfall kann dadurch zustande kommen, daß die schlechte Durchführung einer Teilhandlung die Objektgnosie auf eine tiefere Stufe rückt. Nach LIEPMANN beirren Bewegungsreihen, in die der Kranke gerät, ihn in der Vorstellung des Gegenstandes, wodurch ein Circulus vitiosus entsteht. Hierzu kommt, daß die Pat. in bezug auf ihre eigene Fehlleistung agnostisch werden. So ergibt sich, daß bei Bewegungsfolgen besonders groteske Störungen hervortreten können, welche mit agnosieähnlichen Fehlleistungen durchsetzt sind. So enthält jede Objektapraxie ideatorisch apraktische Komponenten, ja man könnte daran denken, die ideatorische Apraxie aus solchen Bewegungen heraus zu erklären. Nach KI.EIST waren bei allen bis 1912 beschriebenen Fällen ideatorischer Apraxie motorische Störungen nachweisbar. Andernteils entspricht aber die Schwere der motorischen Apraxie nicht der Schwere der ideatorischen Fehlleistungen. Dieser Umstand könnte z. T. durch die hier getroffenen Unterscheidungen erklärt werden. Andernteils ist es durchaus denkbar, daß eine relativ leichte Störung motorischer Art starke Hemmungswirkungen enthalten kann. Wenn wir demnach die sog. motorische Apraxie auf eine bestimmte Lokalisation zurückführen, so mjissen wir auch die sog. ideatorische lokalisieren; eine Ansicht, die von KLEIST mit Entschiedenheit vertreten wird und der auch LIEPMANN (4) sich neuerdings zuzuneigen scheint. Der Bewegungsentwurf, der Entwurf der Bewegungsfolge wäre demnach auch bei der ideatorischen Apraxie nicht von vornherein fehlerhaft, sondern er wäre sekundär dadurch gestärt, daß einzelne Teilhandlungen mißglückten und hierdurch die ganze Handlung in Verwirrung bringe. Oder anders ausgedrückt der Bewegungskeim wäre nicht von vornherein fehlerhaft, sondern nur seine Ausdifferenzierung ist gestört. Allerdings werden gerade über diesen Punkt weitere Untersuchungen notwendig ~em. Machen wir uns nun an einem einzelnen Falle klar, ob wir kompliziertere apraktische Störungen mittels der hier herausgearbeitetpn Gesichtspunkte besser analysieren können.

Die Verwertung des Körperschemas in der Praxie. 7 1 Fall XI. Anna G., 66 Jahre. In der psych. Klinik seit dem 23. März 23. Die Pat. ist nach den Angaben der Angehörigen seit mehreren Monaten zunehmend vergeßlich und oft ganz verloren. Vor 4 Wochen wurde ihr plötzlich schlecht, sie fiel zusammen, war nicht bewußtlos, wohl aber ganz verwirrt, zündete ausgeschüttetes Petroleum an, urinierte in Kaffeetassen, brachte in der Wirtschaft alles durcheinander. Durch zwei Tage sprach sie gar nicht, später verdrehte sie die Worte, die Sprachstörung besserte sich allmählich. Die Pat., deren körperlicher Befund außer einer Arteriosklerose nichts Auffallendes zeigt. beantwortet am Tag der Aufnahme jede an sie gestellte Frage mit einem langen, fast immer gleichlautenden unverständlichen Duktus, in dem nur einzelne Wortbruchstücke verständlich sind. (Wie heißen Sie?) "Ich kann, ich hab schlecht sprechen ... gewonnen. Gottwald - ich kann schlecht reden drei vier hab ich genat - ich bin beiden sie san so kränke - ich kann - spre nicht können", "es war nicht lang - paar Mo - Monate". In den nächsten Tagen wird allerdings das Spontansprechen spärlicher. Paraphasien treten hervor. So am 3. IV. auf die Frage, wie alt sie sei? "Ich kann nicht sagen - manchmal trat ich schon darauf, aber manches mal nicht." Vorgezeigte Gegenstände werden nicht bezeichnet, so ein Federhalter, als "Bei - zurück, Erdäpfel". (Bürste?) Das ist Graf, das ist Bed." Meist reagiert sie mit einem "kann nicht sagen". Es besteht kein Unterschied zwischen der Fähigkeit vom Optischen oder Taktilen her zu bezeichnen. Aufforderungen sprachlicher Art werden meistens nicht befolgt. Auch bei sinnlosen Wendungen erfolgt kein Protest. Das Reihensprechen ist in bezug auf Zahlen leidlich, nur kommt sie von der einfachen Zahlenreihe immer wieder in die Ordnungszahlen hinein. Sie ist nicht zum ABC zu bringen, entgleist immer wieder in die Ordnnngszahlenreihe. Als sie die Wochentage nennen soll, kommen trotzwiederholter Anfeuerung nur immer folgende: grauer Tag, Sauteweg, Sauetag, Kuwetag. Ähnliche Leistungen, als sie die Monate und als sie das Vaterunser sagen soll. Auch das Nachsprechen ist sehr schlecht. Abend: Komet ben. Abend: Neiokets. a: aw ge. e: fe. la: a. u: kawe ou. la + ao, afe. Silber: fert. Gold: afe. Die Pat. kann weder laut lesen, noch hat sie Leseverständnis, noch scheint sie Zahlen als solche aufzufassen. Die Spontanschrift ist nur ein hilfloses Gekritzel. Das Kopieren geschieht sklavisch und gelingt nur bei sehr einfachen Buchstaben und Zahlen. Druck 1St sie nicht imstande zu kopieren.

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