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Das Koerperschema

78 Die Verwertung des

78 Die Verwertung des Körperschemas in der Praxie. spiele und ob nicht nur kinästhetische Elemente im weitesten Sinne die Durchführung der Intention begleiten; ja es ist zuzugeben, daß ein guter Teil der motorischen Durchführung auf reflektorischen Mechanismen (im weitesten Sinne) beruht, welche sich nicht einmal durch kinästhetische Elemente verraten. Ich erinnere nur an die Rolle des Kleinhirns, das, trotz LOTMAR und GOLDSTEIN und REICHMANN mit der bewußten Sensibilität nichts zu schaffen hat. Nun sind aber in jede Handlung eine Reihe von phylogenetisch erworbenen Innervationskomplexen eingebaut, welche sich am ehesten als Relikte früherer Handlungen verstehen lassen, auch wenn sie derzeit in rein körperlicher Weise ablaufen. Es muß übrigens betont werden, daß die Hirnläsion nicht eine Teilkomponente der Handlung isoliert beeinträchtigt, sondern es ist meist eine Teilfunktion zwar besonders geschädigt, aber andere in geringerer Weise mitbetroffen. Die Lehre von der Apraxie ist für das Lokalisationsproblem besonders bedeutsam. Es kann keine Rede davon sein, daß Bewegungsvorstellungen in irgendeiner Art zerstört seien. LIEP­ "rANN hat gestützt auf die Tatsache, daß der psychische und motorische Besitz nicht als solcher verändert sei, die Ansicht vertreten, die Apraxie käme durch Läsion langer Assoziationsbahnen zustande, durch eine I.äsion, welche das Sensomotorium vorn Taktilen, Optischen, Akustischen isoliert. Aber jede corticale Läsion, jede Beeinträchtigung cerebraler Höchstfunktionen bringt nur Unfähigkeit zur Zusammenfassung zur Synthese und die Unfähigkeit zur Zerlegung eines Ganzen mit sich. MOURGUE hat von der Fähigkeit der opposition und decoupage gesprochen, welche durch Hirnläsion gestört werde. Es ist ein Ausbleiben rler höheren Synthese und der Fähigkeit der Analyse, oder um mit RIEGERS Worten zu sprechen, es ist die Fähigkeit verloren gegangen, zwischen J~egato und Staccato zu wählen. RIEGER unterscheidet die Zügellosigkeit eines Hirnapparates mit zwangsmäßigem innerem Legato [dabei kann man nichts auseinandernehmen] und die einfache Schwäche eines Hirnapparates mit mangelhaftem Legato [dabei kann man nichts zusammenbringen l )]. 1) Die Arbeit RIEGERS hat meines Erachtens nicht diejenige 'Würdigung gefunden, die sie verdient. Sie bringt eine Reihe grundsätzlich bedeutsamer Auseinandersetzungen über Agnosien und Apraxien.

Die Verwertung des Körperschemas in der Praxie. 79 Es gibt nur ein sicheres Beispiel der Störung komplizierter psychischer Funktionen durch die Läsion langer Assoziationsbahnen, und das ist die von LIEPMANN 2) entdeckte sympathische Apraxie bei Balkenläsion, und es ist besonders wesentlich, daß auch diese Störung nicht mit sich bringt, daß bestimmte psychische Elemente hinweggenommen werden, daß nicht der groben psychologischen Analyse entsprechend grobe Teile ausfallen, sondern daß ein primitiver Gesamtmechanismus an Stelle eines höheren hervortritt. Man darf also den Begriff der langen Assoziationsbahnen nicht mit dem psychologischen Assoziationsbegriff in Beziehung bringen. Wir sehen zwar bei den. nicht sympathischen Apraxien sehr ähnliche Störungen der Synthese, gleichwohl sprechen die Obduktionsbefunde nicht dafür, daß die apraktischen Störungen auf eine isolierte Beteiligung des Markes zu beziehen seien. Andernteils ist es wohl gerade aus den vorangehenden Ausführungen klar geworden, daß es sich keineswegs psychologisch um die Absperrung des Motoriums von Optischen und Taktilen und dergleichen handeln könne. Wir haben keinen Grund anzunehmen, die Praxie sei in jenem Teile des Gehirnes lokalisiert, dessen Zerstörung Apraxie macht. Aber die um den Gyrus supramarginalis und angularis zentrierte Region ist offenbar zur Durchführung zweckentsprechender Handlungen nötig. Ich glaube nicht, daß die verschiedenen Formen der Apraxie als Grade der gleichen Störung aufzufassen seien oder als verschiedenen Reaktionen des Gesamthirns auf die gleiche Schädigung, sondern es sind verschieden lokalisierte Störungen anzunehmen, welche den einheitlichen Akt des HandeIns in verschiedener Art und Weise abändern Wir betrachten die Apraxie unter dem Gesichtswinkel eines bestimmten biologischen Gesir:htspunktes. In der Handlung richtet sich der Mensch auf ein bestimmtes Ziel und diese Haltung kann in verschiedenen Stufen der Vollendung erfolgen, und es kann bald dieses, bald jenes Ziel dem Handeln zugänglicher sein. Auch der Apraktische hat in seinem Handeln Zwecke und wir können weder LIEPlIIANN noch HEILBRONNER folgen, wenn sie aus der Apraxielehre Zweifel an der Einheitlichkeit des Ichs schöpfen. Dem Apraktiker gehorchen bestimmte Apparate nicht, sie stehen ihm nicht zur Verfügung. Aber auch die apraktische Handlung ist intendiert wie jede Handlung einer Gesamtperson. HEILBRON~ER hat hervorgehoben,

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