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Das Koerperschema

Folgerungen und

Folgerungen und Ausblicke. dauernde klonische Phase an. Unbesinnlichkeit, in der er ans Genitale faßt. Knapp nach dem Anfall ist an dem linken Arm ein ausgesprochener Intentionstremor nachweisbar. Nach den e'rsten Tagen der Beobachtung schwand die Spitzfußstellung im Liegen dauernd. Unter suggestiven Maßnahmen hat sich die Gangstörung im wesentlichen nicht geändert; er stapft jetzt im Hackengang, geht kleinschrittig und fällt noch immer nach hinten; das tonische Anziehen des Fußes beim Kniehackenversuch" in der Richtung zur Leistenbeuge ist konstant vorhanden. Ich hatte diese Krankengeschichte ursprünglich einem anderen Zweck zugedacht. Die Ahnlichkeit der zweifellos organisch bedingten Symptomatik dieses Falles mit einer psychogenen ist eine außerordentlich große, und es sollte an diesem Fall diese Ahnlichkeit dargestellt werden ~wischen vermutlich cerebellaren und hysterischen Gleichgewichtsstörungen. Trotzdem ich zu der Annahme neige, es liege in diesem Falle eine cerebellare Läsion vor, wäre es immerhin denkbar, daß auch in diesem Fall der motorische Anteil des Körperschemas cortical oder striär geschädigt sei. Und hiermit kommen wir zu dem wichtigen Problem der Beziehungen unserer Befunde zur Hysterie. Ganz fraglos ist das Körperschema in Mund, Auge, Ohr, Hand, Fuß u. dgl. gegliedert, also in jener Weise, in welcher der Laie den Körper gliedert. Eine Gliederung, welche ja auch in den hysterischen Sensibilitätsstörungen erscheint und für deren Ausbreitung maßgebend ist. Damit wird aber die hysterische Sensibilitätsstörung von dem Verdacht des "Willkürlichen" gerechtfertigt. Wir sind nahe daran, sie hirnphysiologisch erklären zu können. Wieder muß daran erinnert werden, daß in einem Hysteriefalle von PICK der Pat. in bezug auf den eigenen Rücken autotopagnostisch war. Nun hat J ANET (1) gezeigt, daß Kranke, die auf der einen Seite anästhetisch sind, den gesunden Arm auf Auffordern prompt bewegen; sollen sie aber den anästhetischen heben, dann heben sie beide zusammen. Eine andere Pat. vermengt gleichfalls die Bewegungen symmetrischer Körperstellen. Sie zögert nicht auf Kommando, den Arm hoch zu heben, aber sie führt den Befehl mit der der geforderten entgegengesetzten Seite aus. Sowohl JANET (2) als auch JONES (2) haben gezeigt, daß bei der Allochirie die Motilität der Sensibilität folgt. LIEPMANN (1) hat bereits folgendes geschrieben: "So verschieden in den einzelnen Zügen die hysterischen Abulieen, Läh-

Folgerungen und Ausblicke. mungen, Anästhesien von der hier geschilderten Apraxie sind, im Effekt bestehen doch prinzipielle übereinstimmungen. Zugleich kommen wir hier auf ein Problem zurück, das uns wiederholt beschäftigt hat. Auch beim Hysterischen suchen wir die Störung nicht in dem zentralen Bewegungsapparat (etwa Armzentrum und ablenkende Bahnen), sondern darin, daß der Wille die Herrschaft über den Apparat verloren hat. Auch bei der hysterischen Sensibilitätslähmung werden zentripetale Erregungen verwertet, ohne in das Gesamtbewußtsein einzugehen. Die Unter brech u ng liegt aber gewissermaßen an derselben Stelle der Psyche" (von mir gesperrt). Auch bei den organischen Fällen schienen Motilität und Sensibilität eng miteinander verbunden zu sein, und wir hatten Schwierigkeiten, den motorischen Faktor herauszusondern. RosEN­ BERG, PÖTZL (2) haben auf dieses gemeinsame Grenzgebiet hingewiesen. Ein Grenzgebiet, das zu der EXNERschen Sensomobilität in enger Beziehung steht. Auch HEILBRONNER (r) verweist auf das Zusammenfließen von Praxie und Gnosie. Aber hier liegt keine völlige Verschmolzenheit vor; motorische und sensorische Anteile des Körperschemas können gesondert werden und motorischer und sensorischer Anteil haben selbständige primitive Apparate sensibler und motorischer Art zu ihrer Fundierung. Man sieht wiederum, daß es sich um zentrale Probleme handelt. Man wird in Zukunft auf diese Dinge mehr achten müssen; man wird die Wertigkeit der einzelnen Körperteile im Schema, die Besonderheiten ihrer Vertretung, die Besonderheiten der Verknüpfung mit dem Motorischen genauer beachten müssen und wird dann erst die Möglichkeit gewinnen, die Beziehung dieser Dinge zu den Psychosen zu studieren. Von hier aus könnte man die Grundlage gewinnen für die Verwertung der tiefen Konzeption WERNICKES von der Somatopsyche. Ähnliches hat PICK angedeutet. Hier sind die Grundlagen für eine künftige Forschung in bezug auf die Hypochondrie. Die wichtige Frage der psychischen Repräsentation des Körperinneren wird in Zukunft zu beachten sein. FREuD hat darauf hingewiesen, daß der eigene Körper mit im besonderen Maße von Libido besetzt ist, an welchen Gebilden setzt aber diese Libido an? Wie ist das Bild, das wir uns vom eigenen Körper machen? Und \verden Libidostörungen in bezug auf den eigenen Körper auch dieses Bild verändern? Das

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