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Die Existenz des Spekulativen

3.2 Die

3.2 Die Seele als Moment der absoluten Selbstreflexion des Geistes 163 Geistes eintreten zu können, der Vermittlung durch ein die Unmittelbarkeit der Welterfahrung aufhebendes Denken. Indem inder Entwicklungsgeschichte des subjektiven Geistes die Einzelheit der menschlichen Seele durch die entwickelte Individualität des Geistes aufgehoben wird, befindetsich die Seele schließlich im totalen Zusammenhang der geistigen Bestimmungen.⁹⁴ Vonihrem „individuellen Standpunkt“ als noch endlichem Geist aus bezieht sich die Seele somit auf die Bestimmungstotalität derart,dass sie die Denkobjektenicht mehr bloß äußerlich besitzt.Vielmehr bestimmtdie „Totalität der Verhältnisse“ die Seele selbst, ist für sie also konstitutiv, „macht“ ihre „Lebendigkeit und Subjektivität aus“. Die Seele richtet sich folglich nicht mehr wahrnehmend und empfindend auf eine ihr unmittelbar entgegengesetzte Außenwelt, sondern sie bezieht sich durch das Denken auf die Beziehungen zwischen den Entitäten des ihr zugänglichen Universums und nimmt dadurch abbildhaft die konkreteTotalität des Ideenwissens des reinen Geistes vorweg.Das Leben und die Subjektivitätder Seele sind also Defizienz- oder – entwicklungsgeschichtlich gesprochen – Vorstufen des reinen Geistlebens und der absoluten Subjektivität, auf die sich die Seele durch die Teilhabe am Geist bezieht. Der „Standpunkt“ des einzelnen menschlichen Geistes geht hier mit der Allgemeinheit des Seelischen eine Verbindung ein, die Hegel als „individuell bestimmte Weltseele“ bezeichnen kann,wobei,wiebereits obendeutlich gemacht wurde, die individuelle Bestimmtheit und damit die Manifestation der Subjektiganz unmittelbare, auf ganz abstrakt positive Weise, da ich, wie schon bemerkt, auf diesem Standpunkt die Welt noch nicht vonmir abgetrennt,noch nicht als mein Äußerliches gesetzt habe, mein Wissen vonderselben somit noch nicht durch den Gegensatz des Subjektivenund Objektiven und durch Aufhebung dieses Gegensatzes vermittelt ist.“ Vgl. hierzu wie zum Folgenden Enz.³ § , Zus.: „[Wir sind], als wirkliche Individualität, an sich noch eine Welt von konkretem Inhalt mit unendlicher Peripherie, – haben wir uns eine zahllose Menge von Beziehungen und Zusammenhängen, die immer in uns ist, wenn dieselbe auch nicht in unsereEmpfindung und Vorstellung kommt,und die,wie sehr jene Beziehungensich immerhin, selbst ohne unser Wissen, verändern können, dennoch zum konkreten Inhalt der menschlichen Seele gehört,sodaß die letztere wegendes unendlichen Reichtums ihresInhalts als Seele einer Welt, als individuell bestimmte Weltseele bezeichnet werden darf. Weil die Seele des Menschen eine einzelne, eine nach allen Seiten hin bestimmte und somit beschränkte ist, so verhält sich dieselbe auch zu einem nach ihrem individuellen Standpunkt bestimmten Universum. Dies der Seele Gegenüberstehende ist nicht ein derselben Äußerliches. Die Totalität der Verhältnisse, in welchen die individuelle menschliche Seele sich befindet, macht vielmehr deren wirkliche Lebendigkeit und Subjektivität ausund ist sonach mit derselben ebenso fest verwachsen wie – um ein Bild zu gebrauchen – mit dem Baume die Blätter,die obgleich sie einerseits ein von demselben Unterschiedenes sind, dennoch so wesentlich zu ihm gehören, daß er abstirbt,wenn jene ihm wiederholtabgerissen werden.“;sowie GW ,,S. (belegt bei Hotho): „Die Seele ist die Totalität als Einfaches, und als Bewußtsein Urtheil dieses Einfachen, Urtheil das die unendliche Form, in der Totalität bei sich selbst ist.“

164 3 „Das erkennende Begreifen des Ewigen“ vität im Einzelnen eine höhere Stufe seelisch-geistiger Entwicklungbezeichnet als die noch vorwiegend natürliche Bestimmtheit einer „Weltseele“. Trotz dieses Ausgriffs der Seele auf die Gesamtheit der Bestimmungen und Beziehungeninder erfahrbaren Welt ist hier noch nicht die Selbstreflexion des Geistes erreicht.Diese vollzieht die Seele erst in der Unterscheidung ihres individuellen und konkreten Seins von der Welt, sodass die Seele aus ihrer Weltbeziehung heraustritt und sich auf sich selbst als von der Welt unterschiedene bezieht: [O]hne eine […] individuelle Welt würde […] die menschliche Seele überhaupt keine Wirklichkeit haben, nicht zur bestimmt unterschiedenen Einzelheit gelangen. Die Seele des Menschen hat aber nicht bloß Naturunterschiede,sondern sie unterscheidet sich in sich selber, trennt ihre substantielle Totalität, ihre individuelle Welt von sich ab, setzt dieselbe sich als dem Subjektivengegenüber.Ihr Zweck ist dabei der,daß für sie oder für den Geist werde,was derselbe an sich ist, – daß der an sich im Geiste enthaltene Kosmos in das Bewußtsein desselben trete.Auf dem Standpunkt der Seele, des noch nicht freien Geistes findet aber […] kein objektives Bewußtsein, kein Wissen von der Welt als einer wirklich aus mir herausgesetzten statt.[…]Der Gegensatz ihrerselbst und desjenigen, was für sie ist,bleibt noch in sie eingeschlossen.⁹⁵ In der seelischen Unterscheidung zwischen Subjektivität und erfahrbarer Welt kommt die voranschreitende Vergeistigung des Denkens zum Ausdruck, dessen Selbstunterscheidung das denkende Subjekt vomgedachten Objekt trennt.Erst im Zuge der weiteren Erhebung der Seele wird diese Unterscheidung in der Einsicht der Seele in ihre eigene geistigeVerfassung und damit in ihrem totalen Sich-selbst- Denken wieder aufgehoben. Die „fühlende“ Seele, in der die Individualität der Seele und die Beziehung des menschlichen Geistes zur Totalität der Welt voll entwickelt sind, setzt noch den Kosmos „aus sich heraus“, hat also noch kein Bewusstsein der Einheit der Bestimmungen und des diese denkenden Geistes entwickelt. Dieser Mangel des menschlichen Individuums stellt zugleich die Grundlage für seine weitere Entwicklung dar, inder das seelische Denken sich auf den Geist und dessen triadisches Selbstdenken richtet: Erst wenn die Seele den mannigfaltigen, unmittelbaren Inhalt ihrer individuellen Welt negativ gesetzt, ihn zu einem Einfachen, zu einem abstrakt Allgemeinen gemacht hat, wenn somit ein ganz Allgemeines für die Allgemeinheit der Seele ist und diese sich eben dadurch zu dem für sich selbst seienden, sich selbst gegenständlichen Ich, diesem sich auf sich beziehenden vollkommenen Allgemeinen,entwickelt hat – eine Entwicklung,welche der Seele als Enz.³ § , Zus.

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