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Die Existenz des Spekulativen

3.2 Die

3.2 Die Seele als Moment der absoluten Selbstreflexion des Geistes 177 halb ihrer selbst bestimmte Denkobjekt wird im Selbstbewusstsein durch die Identifizierung mit dem Denken verinnerlicht.¹⁴³ Folglich besteht das Grundmoment der Entwicklungdes subjektivenDenkens in der Einsicht des Geistes in sich als Identität der Identität und der Differenz von Ich und Denkobjekt. In zwei mündlichen Zusätzen führt Hegel aus, dass gerade in dieser Selbstthematisierung der Seele und in der Objektivierung des seelischen Seins durch das Ich der Grund für die selbstbewusste Selbstbeziehung des subjektiven Geistes liegt.¹⁴⁴ Zumeinen erklärt Hegel die Identifizierung des Geistes mit sich selbst und damit den bewussten Selbstausgriff des subjektivenGeistes zum „Ziel des Geistes als Bewußtsein“, das heißt zu einer vorangeschrittenen Stufe geistiger Selbstbeziehung,inder das Denken sich selbstinseinem Sein und nicht mehr nur in seiner seelischen Existenz begreift: Das Ziel des Geistes als Bewußtsein ist,diese seine Erscheinung mit seinem Wesen identisch zu machen, die Gewißheit seiner selbst zur Wahrheit zu erheben. Die Existenz, die er im Bewußtsein hat, hat darin ihre Endlichkeit, daß sie die formelle Beziehung auf sich, nur Gewißheit ist.Weil das Objekt nur abstrakt als das Seinige bestimmt oder er in demselben nur in sich als abstraktes Ich reflektiert ist,sohat diese Existenz noch einen Inhalt, der nicht als der seinige ist.¹⁴⁵ Zum anderen wird diese Selbstthematisierung des bewussten Ich als Initialmoment der Selbstbewusstwerdung beschrieben: An der Betrachtung [des Lebendigen] zündet sich das Selbstbewußtsein an, denn in dem Lebendigen schlägt das Objekt in das Subjektive um, – da entdeckt das Bewußtsein sich selber als das Wesentliche des Gegenstandes, reflektiert sich aus dem Gegenstande insich selbst,wird sich selber gegenständlich.¹⁴⁶ Vgl. etwa Enz.³ § , Zus.: „Das selbstbewußte Subjekt weiß sich als an sich mit dem äußerlichen Gegenstande indentisch […]. Das Selbstbewußtsein ist der erscheinende Begriff des Objektes selber. Inder Vernichtung des Gegenstandes durch das Selbstbewußtsein geht dieser daher durch die Macht seines eigenen, ihm nur innerlichen und eben deshalb nur von außen an ihn zu kommen scheinenden Begriffes unter.“ Vgl. hierzu auch Enz.³ § , Zus.: „Indem nun aber das Ich sich aus seiner Beziehung auf Anderes in sich reflektiert,wird esSelbstbewußtsein.“ Enz.³ § . Enz.³ § , Zus.; vgl. hierzu auch Enz.³ § , Zus.: „Am Bewußtsein dieser dialektischen, dieser lebendigen Einheit des Unterschiedenen entzündet sich daher das Selbstbewußtsein, das Bewußtsein vondem sich selber gegenständlichen, also in sich selbst unterschiedeneneinfachen Ideellen, das Wissen von der Wahrheit des Natürlichen,vom Ich.“

178 3 „Das erkennende Begreifen des Ewigen“ Die im Selbstbewusstsein verwirklichte Selbstbeziehung des Denkens¹⁴⁷ wird von Hegel sozusagen ontologisiert, indem er die Beziehung zwischen dem Selbstbewusstsein und dem Bewusstsein untersucht und dabei die denkende Aufstiegsbewegungals Teil der Entwicklungder Seele zu dem ihr vorausgehenden geistigen Prinzip schildert: „Die Wahrheit des Bewußtseins ist das Selbstbewußtsein und dieses der Grund von jenem, so daß in der Existenz alles Bewußtsein eines anderen Gegenstandes Selbstbewußtsein ist.“¹⁴⁸ Das Ziel der hier dargestellten Entwicklungdes seelischen Bewusstseinszum Selbstbewusstsein besteht darin, „die Gewißheit seiner selbst zur Wahrheit zu erheben“. Dies meint die Vergeistigung der Seele in der zunehmenden Selbstthematisierung des subjektivenGeistes.Das bewusste Denken des Ich, das negativ auf die Denkobjekte als auf etwas von ihm selbst Unterschiedenes ausgreift, entwickelt sich zum Selbstbewusstsein, inwelchem die geistige Reflexionsbewegung sich aufdas denkende Ichbezieht: „Ichhat als urteilend einenGegenstand, der nicht von ihm unterschieden ist, – sich selbst; – Selbstbewußtsein.“¹⁴⁹ Hegel bestimmtdas „allgemeine Selbstbewußtsein“ ganz in diesem Sinne als „das affirmative Wissen seiner selbst im anderen Selbst“.¹⁵⁰ Der selbstbewusste subjektive Geist, das „allgemeine Wiedererscheinen des Selbstbewußtseins, der Begriff“ weiß „sich in seiner Objektivität als mitsich identische Subjektivität und darum allgemein“.¹⁵¹ In der Identitätdes Subjektivenund des Objektivenstelltdas Vgl. Enz.³ § : „Indem [das Bewußtsein] und die Negation überhaupt im Ich =Ich an sich schon aufgehoben ist,soist es als diese Gewißheit seiner selbst gegendas Objekt der Trieb,das zu setzen, was es an sich ist, – d. i. dem abstrakten Wissen vonsich Inhaltund Objektivität zu geben und umgekehrt sich vonseiner Sinnlichkeit zu befreien, die gegebene Objektivität aufzuheben und mit sich identisch zu setzen; beides ist ein und dasselbe; – die Identifizierungseines Bewußtseins und Selbstbewußtseins.“ Enz.³ § . Enz.³ § ;vgl. hierzu auch den Zus.: „Wie das Gesetz ein nicht bloß gegen etwas anderes, sondern in sich selber Unterschiedenes, ein in seinem Unterschiede mit sich Identisches ist, so auch das sich selbst zum Gegenstande habende, von sich selber wissende Ich. Indem daher das Bewußtsein, als Verstand,von den Gesetzen weiß, so verhältdasselbe sich zu einem Gegenstande, in welchem das Ich das Gegenbild seines eigenen Selbstes wiederfindet und somit auf dem Sprunge steht, sich zum Selbstbewußtsein als solchem zu entwickeln.“ –Vgl. zur Geschichte des Selbstbewusstseins in der enzyklopädischen Phänomenologie: Lugarini: „Die ‚vernünftige Betrachtungsweise‘ des Geistes in der Hegelschen Psychologie“, in: Henrich (Hg.): Hegels philosophische Psychologie, S.–; sowie zu den historischen Grundlagenvon Hegels Theorie des Selbstbewusstseins im Frühidealismus Fichtesund SchellingsDüsing: „Theorie der Subjektivität und Geschichte des Selbstbewußtseins im Frühidealismus und in Hegels ‚Phänomenologie‘“,in: Düsing und Klein (Hg.): Geist und Psyche, S.–. Enz.³ § . Enz.³ § , Anm.

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