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Die Existenz des Spekulativen

Die

Die Spitze des Neuplatonismus“ 293 göttliche Kraft vorhanden ist. – Ich habe an dies Moment nur erinnern wollen, weil es in dieser Zeit eine große Rolle spielte.³⁰³ WieHegel einleitend zeigte, bietetgerade die weiterentwickelte Mystik des Proklos gegenüber der Magie und Theurgie des Jamblich tatsächliche philosophische Aufstiegschancen inden Geist und in die absolute Einheit. Wenn man jedoch schon den bloßen Umfang von Hegels Untersuchung der plotinischen Mystik mit diesen Ausführungen zur proklischen Mystik vergleicht, wird deutlich, dass bei Plotin die Vermittlung des seelischen Denkens in den Geist in einer dem hegelschen Denken adäquaten Denkbewegunggeschildert wird, die bei Hegel aufgroße Zustimmung trifft. Diese Zustimmung mag ihren Grund natürlich auch in Hegels Textgrundlagenhaben, doch ist es aufeiner rein systematischen Ebene auch und vorallem die Äquivalenz der geistigen Selbstbeziehung der Seele bei Hegel und bei Plotin, die von Hegel erkannt wird und die sein Wohlwollen und seinen Beifall findet. Die Mystik Plotins stellt laut Hegel das Auffinden des geistigen Prinzips durch das Seelenwesen in sich selbst dar und entspricht somit einer hegelschen Denkfigur, die im Gegensatz zur proklischen Differenz-Psychologie steht. Natürlich ändert die Übereinstimmung entscheidender Momente der hegelschen und der plotinischen Seelenlehre nichts an der abschließenden und für sich selbst sprechenden Bewertungdes proklischen Systems durch Hegel –„Proklos ist die Spitze der neuplatonischen Philosophie […].“³⁰⁴ Und dennoch lassen die aufgezeigten Unterschiede gegenüber Hegels emphatischer Aufnahme der Seelenlehre des Plotin und der darin zum Ausdruck kommenden Übereinstimmung mit zentralen Philosophemen seine Schilderung der proklischen Metaphysik in einem anderen Licht erscheinen, als es die immer wieder schlaglichtartig auftauchenden Beifallsbekundungen zunächst vermuten lassen. Gerade darin, dass Hegel trotz seiner Bevorzugung der proklischen Triadik und Dialektik als der logischen Seite des „Intellektualsystems“ in der plotinischen Geistlehre Momente ausmacht, die die selbstreflexive Denkbewegung des enzyklopädischen subjektiven Geistes vorwegnehmen, erweist sich Hegel als aufmerksamer Interpret der neuplatonischen Philosophie. TWA , S.f. – Vgl. dies mit TWA , S.: „Denn indem [die Neuplatoniker] den Glauben an die heidnischenGötter aufrecht erhielten, behaupteten sie in Bezugauf die Verehrung der Götterbilder, daß diese wirklich von göttlicher Gegenwart und Wirksamkeit erfüllt seien.“ Hegelreferiert in beiden PassagenwohlProklos: Theol. Plat. I , ,–, und bezieht sich verwechselnd wohlauch aufdiese Stelle wenn er das „ganz Theoretisch[e] über die Götterbilder“ im Zusammenhang mit Plotin thematisiert (TWA , S.). TWA , S..

294 4 „Rückkehr zu Gott“ –Hegels Deutung der neuplatonischen Seelenlehre Hegels den Schlussbemerkungen zuProklos folgender Abriss der antiken Philosophiegeschichte bietet eine knappe Darstellung des Neuplatonismus als Moment der vorangeschrittenen Selbstbestimmung des Geistes. Hier wird gewissermaßen eine kurze Synthese der hegelschen Deutung der plotinischen und der proklischen Philosophie geboten, wobei Hegel diejenigen Punkte hervorhebt,die bei Proklos wie bei Plotin seinen eigenen systematischen Ansatz am ehesten widerspiegeln – nämlich die Triadik der geistigen Bestimmungen auf der einen und die konkrete Totalität eines als absoluter Selbst-Beziehung zu verstehenden νοῦς auf der anderen Seite: Zuletzt, inder neuplatonischen Schule,wird das Absolute als konkret gewußt, die Idee in ihrer ganz konkreten Bestimmung als Dreieinigkeit, Dreiheit von Dreiheiten, so daß diese immer noch weiter emanieren. Jedes aber ist ein Dreieiniges insich, so daß die abstrakten Momentedieser Trias selbst auch gefaßtsind als Totalität.Als wahr giltnur ein solches,das sich manifestiert und darin sich als das Eine erhält. Die Alexandrinersind konkrete Totalität an sich; sie haben die Natur des Geistes aufgefaßt. Sie sind aber nicht α) ausgegangen von unendlicher Subjektivität, der Tiefe, dem absoluten Bruch, haben nicht β) die absolute (abstrakte) Freiheit, das Ich, den unendlichen Wert des Subjekts.³⁰⁵ Gerade der Mangel an einer wahrhaften Subjektivitätstheorie unterscheidet den Neuplatonismus schließlich als System von dem hegelschen, und das heißt hier natürlich von dem enzyklopädischen, in dem der subjektive Geist sich durch Selbstvermittlung und voranschreitende Selbstbeziehung in sein höheres und höchstes Selbst und somit indie reine triadische Denkform der absoluten Subjektivität begibt. Denn „[d]ie Offenbarung Gottes ist nicht als ihm [sc. dem Menschengeiste, dem Weltgeiste] von einem Fremden geschehen.“³⁰⁶ Das erinnert stark an das „Sich-selbst-Finden seiner selbst“ des νοῦς,³⁰⁷ in welches von Hegel auch die plotinische Seelenlehre eingeordnet wird und das als absolute Selbstreflexion Hegels Plotin-Deutung bestimmt, sowie an die grundsätzliche Erkenntnis Hegels, dass „in diesen plotinischen Gedanken“ zur spekulativen Seelenlehre „zuerst das Anders-sein, das Fremde aufgehoben ist.“³⁰⁸ Der Rückzug in die absolute Innerlichkeit und Selbstheit des Denkens bezeichnet das Ziel der Denkbewegung des Geistes bei Hegel und gerade die konkrete Gestalt des Voranschreitens des Denkens zu seinem geistigen Grundhat dann doch entschieden mehr von Plotin und seiner sich in sich selbst als Geist bestimmenden Seele als von der proklischen Dialektik und seelischen Abstiegsmetaphysik. In diesem TWA , S.. TWA , S.. TWA , S.. TWA , S..

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