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Die Faelschung der Geschichte des Urchristentums

en. Daß er solche

en. Daß er solche Aussprüche Jesu aus seiner angeblichen Quelle wört– lich abschrieb, ist nicht auffällig, sondern einfach selbstverständlich. Denn Matthäus mußte als »Urchrist« Reden und Sprüche, die vom »Got– tessohn« Jesus als anerkannt wahr überliefert waren, genau wie alle seine Mitchristen als etwas Wertvolles und Hohes empfinden und achten. Diese Reden standen ja in einem Evangelium, d.h. in einer mit und durch Ge– brauch anerkannten Gemeindeschrift, eben in dem Markus–Evangelium. Und dies Evangelium genoß nicht etwa deshalb ein so hohes Ansehen bei den ersten Christen, weil es Jesus irgendwelche schön empfundenen Worte in.den Mund legte, sondern weil die Gemeinde aufgrund von Zeu– genaussagen solche im Evangelium angeführten Sprüche für wirklich ge– tane Äußerungen ihres Meisters hielt und ehrte. Umgekehrt schützten die Anerkennung und der Gebrauch des Markus–Evangelium seinen gesam– ten Inhalt, also auch die in ihm vorkommenden Herrenworte, vor etwa– igen Änderungen. Hören wir nunmehr, wie Matthäus die bei Markus stehenden Herren– worte bei der Herübernahme behandelte. Daß Matthäus sprachliche Glät– tungen am Text des Markus vornahm, wollen wir hingehen lassen, da so etwas vielleicht noch nicht als profanierend verurteilt worden wäre, zumal in der Markus–Vorlage eingestandenermaßen kein gutes Griechisch herrscht. Peinlich wirkt aber schon, daß Matthäus dazu überging, die weitaus größte Masse der Herrenworte des Markus sprachlich zu »verbes– sern«. Doch auch hier läßt sich sein guter Wille, die Sache verständlicher zu machen, mit seiner christlichen Ehrfurcht vor als wahr überlieferten Je– susworten noch einigermaßen in Einklang bringen. Plötzlich stoßen wir aber auf sachliche Änderungen, die Matthäus an Aussprüchen Jesu vor– nimmt! Solche Änderungen bestehen oft in Zusätzen. Auch jetzt noch könnte man das entschuldigen: Matthäus habe das, was er hinzufügte, aus der mündlichen Überlieferung geschöpft; er habe gewisse, bei Markus vorkommende Jesusworte durch »besser« erhaltene Fassungen ersetzt bzw. modifiziert. Es macht wirklich bedenklich, ein derartiges Verfahren hinsichtlich anerkannter Herrenworte als noch mit der christlichen Ach– tung verträglich zu entschuldigen; doch wollen wir noch einmal alle Be– denken zurückstellen. Was wir aber nun weiter vernehmen, läßt uns die Wahrscheinlichkeit, Matthäus habe bei seinen sachlichen Änderungen gewissenhaft die mündliche Überlieferung zu Rate gezogen, immer zwei– felhafter werden: Matthäus hat »willkürliche Reflexionen« unter die Her– renworte gemengt! Hier regt sich sofort der Verdacht, ob ein Schriftstel– ler, der erwiesenermaßen aufgrund rein subjektiver Erwägungen »Verbes– serungen« anbringt, andererseits so peinlich objektiv die Gemeindetradi– 216

tion befragt haben sollte? Wir werden hierüber nicht lange im Zweifel ge– lassen, denn Wernle muß an anderer Stelle rundheraus bekennen: »Die wichtigste Gruppe von Veränderungen der Herrenworte sind die direkten Umbildungen, Entstellungen und Verschlechterungen, deren eine ganze Anzahl sich bei Matthäus findet.» 125 Wer so furchtbar leichtsinnig mit an– erkannten Reden Jesu umspringt, wie Matthäus es hiernach getan haben müßte, der hält sich in anderen Fällen nicht aus Ehrfurcht streng an die »mündliche« Überlieferung, wenn er »verbessern« will, der ändert eben nach Gutdünken. » Was sollten wir von dem Verfasser denken«, so fragt ein anderer For– scher mit Recht, »wenn er eigenmächtig die Worte des Meisters so geändert hätte, daß er ihn bisweilen das Gegenteil von dem sagen läßt, was in seiner Quelle stand!« 126 Nehmen wir weiter zur Kenntnis, daß Matthäus sich auch bei den Erzählungen, die Markus bringt, nicht nur Änderungen des Stiles und Wortschatzes erlaubt, sondern den Inhalt willkürlich durch Auslassung oder Zusammenziehung manchmal derart modifiziert, daß »grobe Verstöße« unterlaufen – dann kommt es uns so vor, als ob wir ei– nen Schriftsteller bei der Arbeit beobachten, der seine (sanktionierte!) Vorlage genau so einschätzt und behandelt, als sei sie ein beliebiges Dich– terwerk, das man mit Willkür nach Kräften »verbessern« müßte. Gewiß! So verhält es sich im Grunde auch! – meint der Theologe A. Jü– licher :» Markus ist ihnen [Matthäus und Lukas] ja nicht ein heiliger Autor, den sie buchstäblich abschreiben, gleichsam zu zitieren sich verpflichtet fühlen . . .» Matthäus und Lukas »haben Geschichten und Worte vom Herrn doch auch sonst in der Kirche und im Privatverkehr erzählen hö– ren.« 121 Nach Jülicher glaubten sich also die Benutzer des Markus »durchaus berechtigt, in den Details mit schriftstellerischer Freiheit zu ver– fahren.« Wie Jülicher, so denken alle kritischen Theologen über diesen Punkt. Man findet es einfach »selbstverständlich« im liberalen Lager, daß die Evangelisten ihren Vorgänger ohne Gewissensbisse maßregelten. Hier tritt eine Einstellung zur urchristlichen Evangelisten–Psychologie an den Tag, mit der wir uns noch etwas befassen müssen. Es ist bei jenen For– schern das alte Lied und das alte Leid: ihre ganze neutestamentliche Kritik gleicht einem Schiff, dem das Ruder fehlt, nämlich die Methode. Wenn diese Theologen als Historiker doch wenigstens die hergebrachte Mönchs– und Relativmethode handhaben würden, die, wie der Leser aus meinen früheren Schriften ersehen kann, in folgender Prozedur besteht: man vergleicht einen Teil der aus Büchern erschlossenen angeblichen frü– heren Wirklichkeit relativ mit einem anderen Teil dieser Buch–Wirklich– keit. Aber nicht einmal solche Relativ–Prozedur halten jene theologischen 217

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    unendlich interessiert, und seine W

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    das Abendmahl, nicht von »Korrektu

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    das Gebet bewußt verkürzt, dann i

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    end Wunder tut trotz der Erklärung

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