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Die Faelschung der Geschichte des Urchristentums

unser Theologe über die

unser Theologe über die Sache hinwegschreitet, macht deutlich, daß ihm das Wichtigste daran verborgen geblieben ist. Es steht hierin mit allen an– deren Forschern allerdings auch nicht besser: Man sieht und studiert nur das Benutzungsverfahren der kanonischen Evangelisten und vergißt dar– über, daß es noch eine andere Reihe von »Bearbeitern« gibt, die beachtet sein wollen. Gemeint sind z.B. G1, G2 und G3, jene anonymen Phantome also, denen wir angeblich die verschiedenen Formen der synoptischen Grundschrift verdanken. Es geht nicht an, diese »Bearbeiter« von G ein– fach zu übersehen. Diese nebelhaften Vorgänger der Synoptiker müßten ja schon all das verbrochen haben, wovon man ihre Nachfolger so gern entlasten möchte. Schon diese ersten Überarbeiter der Grundschrift müß– ten bereits ihre sanktionierte Vorlage (die Urform von G als das Urevan– gelium) mehr oder weniger stark willkürlicb umgestaltet haben! Man darf bei diesen ersten Bearbeitern ein Bearbeitungs– bzw. ein Benutzungsver– fahren nicht einfach übersehen und stillschweigend entschuldigen, das man bei den kanonischen Evangelisten tadelt. Schniewind läßt sich ein solches Übersehen zu Schulden kommen, indem er ganz sorglos mit den »verschiedenen Formen« von G (und Q) rechnet, ohne in der angeblichen »Entwicklung« der Grundschrift ein neues Problem oder vielmehr das alte Problem in neuer Auflage und Form zu erkennen. Die Versuche von Cadbury und Schniewind, den als unerträglich emp– fundenen psychologischen Widerstreit bei urchristlichen Autoren (Ehr– furcht–Willkür) wegzuerklären, müssen wir als mißlungen ansehen. Weil also diese Dissonanz auf keine Weise erklärt werden kann, und weil eine derartig widerspruchsvolle Geistesverfassung bei den ersten Christen (auch in ihrer Eigenschaft als Evangelienverfasser) aus hinlänglich erörter– ten Gründen unmöglich gewesen wäre: so sind die bisher besprochenen Quellen–Hypothesen im voraus allesamt zum Scheitern verdammt. Alle Unterhypothesen der Zweiquellentheorie, die wir bisher kennenlernten, kranken daran, mit dem psychologischen Zwiespalt als »Faktum« arbei– ten zu müssen; etwas Unmögliches kann aber niemals Faktor einer Hypo– these sein. Nunmehr sind wir in der Lage, über die Festigkeit der ersten Haupt– säule der Zweiquellentheorie das Urteil sprechen zu können. Gegeben und aufgerichtet ist diese Säule in Gestalt der Behauptung, als eine der bei– den synoptischen Quellen sei anzusprechen entweder das Markus–Evan– gelium in seiner Endgestalt oder ein starrer Ur–Markus oder eine flüssige Grundschrift. Alle drei Vorschläge sind von uns geprüft worden. Da wir als das problematisch Wesentliche die urchristliche Verfasser–Psychologie erkannt hatten, erstreckte sich die Prüfung in jedem vorkommenden Falle 238

auf die Eigenart des Benutzungsverfahrens. Die offenbare Unmöglichkeit des ermittelten Verfahrens bestimmt nun unser Schlußurteil dahin: Der eine Grundpfeiler der Zweiquellentheorie muß, weil innerlich durch und durch morsch, als für die Lösung des synoptischen Problems unbrauchbar verworfen werden. IV. Eine synoptische Zwickmühle Eine synoptische Säule liegt zerborsten am Boden. Wird der zweite Pfeiler die kritische Belastungsprobe aushalten? Dieser zweite Pfeiler der Zweiquellentheorie ist, wie wir schon wissen, die sogenannte Rede– oder Logienquelle Q. Welche Beobachtungen haben die Forscher veranlaßt, das einstige Vorhandensein einer solchen Redequelle als gesichert anzu– nehmen? Alle synoptischen Phänomene sind durch Vergleiche entdeckt worden. So führte denn auch das vergleichende Studium der Evangelien des Mat– thäus und Lukas auf die Tatsache hin, daß diese beiden Synoptiker eine Masse Redestoff (Aussprüche Jesu) gemeinsam haben, der auffälliger– weise bei Markus ganz fehlt. Wie ist das gemeinsame Vorkommen dieses (bei Markus fehlenden) Spruchmaterials in den Schriften des Matthäus und Lukas zu erklären? Daß mit dieser so einfach klingenden Frage ein schweres Problem vor uns hintritt, wird uns sogleich wieder bewußt, wenn wir uns erinnern, was für eigenartige Verhältnisse in den gemeinsa– men Redepartien herrschen. Im Einleitungskapitel ist ja bereits darauf aufmerksam gemacht worden, daß sich das große synoptische Rätselfak– tum im Bezirke dieser Logienmasse im kleinen wiederholt: Einerseits be– steht Übereinstimmung, andererseits trifft man (sowohl was die Form als auch den Inhalt angeht) auf bedeutende Verschiedenheit. Den neutestamentlichen Literarkritikern boten sich nun zwei aus der philologischen Handschriftenpraxis bekannte Wege zur Lösung des Logi– en–Problems, wobei es in erster Linie darauf ankam, das Zustandekom– men der Übereinstimmungen begreiflich zu machen. Erste Möglichkeit: Der eine der beiden Evangelisten hat das Spruchmaterial in der mündli– chen oder schriftlichen Überlieferung vorgefunden und seinem Werke einverleibt. Der andere hat dann das Evangelium seines Vorgängers ken– 239

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    Vorwort Hiermit legt der Verlag den

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    Teil 1 Die handschriftliche Überli

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    Zur Einführung Die Bedeutung des G

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    neswegs so beschaffen ist, daß man

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    unendlich interessiert, und seine W

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    genländischen Geistes, zu meinen,

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    evangeliums als des zuletzt geschri

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    gen oder gar für sich gewinnen, so

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    zwischen Johannes und den Synoptike

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    (römischer) und kirchlicher Werke

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    und in allen Klöstern des Karoling

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    Wir erinnern uns, daß die Niedersc

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    Wir konzentrieren unsere Aufmerksam

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    en, daß die drei Schreiber drei ve

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    das Gebet bewußt verkürzt, dann i

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    sentliches Charakteristikum der neu

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    »Sobald ich auf das Wort vom Löse

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    end Wunder tut trotz der Erklärung

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