Aufrufe
vor 5 Monaten

Praxisinfos formatiert 2017 21x21 56 seiten21.10.b

Etwas ausführlicher

Etwas ausführlicher seien zwei Ausdrücke geklärt, die oft missverstanden werden. Es sind das sympathische (oder autonome) Nervensystem und das parasympathische (oder vegetative) Nervensystem. Das parasympathische Nervensystem (griechisch para bedeutet „entlang“ oder „neben“, es verläuft neben dem sympathischen Nervensystem). Unser Körper kann immer nur in einem System aktiv sein. Im Kampfmodus kann keine Heilung stattfinden, es ist also wichtig in den Regenerationsmodus umzuschalten, wenn der Körper gesunden soll. Der Sympathikus, also das so genannte sympathische Nervensystem reagiert gewissermaßen automatisch, wenn eine entsprechende Stress-Situation vorliegt. Der Körper wird zum Handeln vorbereitet. Das parasympathische Nervensystem befasst sich hingegen hauptsächlich mit alltäglichen Funktionen: mit der Ausscheidung des Abfalls, der Senkung der Herzfrequenz während des Schlafes und der Verdauung. Weiter verengt es die Pupillen und zieht die Blase zusammen u.a.m. Kurz gesagt, das parasympathische Nervensystem ist für die Ruhe verantwortlich, das sympathische Nervensystem dagegen für Stress, was eine gewisse Simplifizierung darstellt, uns aber schnell ein gewisses Konzept verschafft. Steuerungsprozesse des Sympathikus und Parasympathikus 14

Stress – die moderne Geißel In der Industriegesellschaft hat die mechanische Belastung der meisten Menschen immer mehr abgenommen. Einfach gesagt, heute ist mehr Kopfarbeit gefragt, wir sitzen mehr und laufen weniger. Stichwörter hierzu sind u.a. Arbeitsteilung, Rationalisierung, Technisierung, Automatisierung, Computer und Roboter. Einerseits gibt es heutzutage für Muskelarbeit durch die technische Revolution viele Erleichterungen, andererseits haben Fehlbelastungen und die psychische Beanspruchung zugenommen und einen Grad erreicht, der nicht selten die persönliche Leistungsgrenze überschreitet und letztlich zu einem chronischen Stresssyndrom führen kann. Chronischer Stress bildet inzwischen in unseren Breiten ein gravierendes Problem und ist ein Risikofaktor, der zu zahlreichen chronischen Erkrankungen führen kann. Welches System ist „normalerweise“ dafür verantwortlich, dem Stress zu begegnen? Sie haben es erraten! Ursprünglich ermöglichte das sympathische oder autonome Nervensystem das Überleben, weil es beim Auftreten einer Gefahr (d. h. einer Stresssituation) die Steuerung des Organismus so umstellte, dass eine Kampf- oder Fluchtreaktion möglich wurde. Nur so konnten unsere Vorfahren vor Millionen Jahren erfolgreich einer Gefahr begegnen. Nach der überstandenen Bedrohung wurden alle betroffenen Systeme nach und nach wieder auf den Normalzustand zurückgeführt, so der Blutdruck, die Herzfrequenz und die freien Fettsäuren. Vom „Hochschalten" und auch „Rückschalten" betroffen war der gesamte Komplex des Organismus. Die heutigen zivilisatorischen und zumeist emotionalen Stress-Situationen lösen immer noch den gleichen Mechanismus aus. Fast stets sind jedoch Kampf und Flucht untauglich für die Problemlösung. Man stelle sich vor, man würde mit seinem Chef oder einem Streitpartner eine Prügelei anfangen! Ohne körperliche Betätigung (Kampf oder Flucht) normalisieren sich jedoch die betroffenen Stressfaktoren nicht. Viele von ihnen werden von der modernen Medizin als Risiko für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen sowie andere chronische Erkrankungen angesehen. Infolgedessen ist es von zentraler Bedeutung, sich mit seinem Nervensystem, seinem körperlichen Ausgleich wie auch bei der Behandlung chronischer Erkrankungen und der Prävention auf die modernen Lebensbedingungen einzustellen; „Medical Wellness“ wäre hierzu ein Stichwort. Dies setzt u. a. die Messbarkeit der Vorgänge im parasympathischen Nervensystem voraus. Dafür bietet die Herzfrequenzvariabilität eine einzigartige Möglichkeit. Inzwischen kann sie tatsächlich für therapeutische und präventive Konzepte herangezogen werden. Um dieses Regelsystem vollständig zu verstehen, müssen wir noch einmal in die Vergangenheit eintauchen und uns die Entstehungsgeschichte unseres Organismus vor Augen führen. Verdeutlichen wir uns den ursprünglichen Sinn dieser komplexen Regelprozesse, so begreifen wir leicht dessen Bedeutung für das Überleben. Nahm ein Tier oder ein in der Wildnis lebender Mensch zum Beispiel eine Gefahr wahr, etwa ein plötzlich auftauchendes Raubtier, so handelte es sich um eine lebensbedrohliche Situation. Das komplexe Regelsystem hatte nun die Aufgabe, den Körper auf diese Alarmsituation und damit ein Notund Alarmprogramm umzustellen. Die Basis der Alarmreaktion waren nervale und hormonelle Mechanismen. Sie führten zum Alarmzustand und bereiteten den Organismus auf Kampf oder Flucht vor. Diese uralten Reaktionen laufen auch heute noch in uns ab. Dabei ist es notwendig, alle benötigten Systeme zu aktivieren. Andere Untersysteme, die für die Alarmsituation nicht zwingend erforderlich sind (Verdauung, Immunsystem u. a.) werden dagegen für die erfor- 15

Wenn sich die Depression anschleicht - Lundbeck
Losert-Bruggner B, Dudek B, Hülse M - Dr. Brigitte Losert-Bruggner
B Struktur - Barmherzige Brüder Trier e. V.
Patientenbroschüre Johanniterkrankenhaus Oberhausen 2017
B B a S IS te Il - DIAKO Bremen
September 2017
IPF_Broschuere.pdf
klinik hausprospekt_fachlich DIN A4_04_korrektur.qxd
B Struktur- und Leistungsdaten der Organisationseinheiten ...
Patienten-Informationen (ca. 1,3 MB) - Naturheilzentrum Ahrensburg
Die pulsierende Magnetfeldtherapie - Promag
Parkinson - GlaxoSmithKline Pharma GmbH
Neuralgien erkennen und therapieren - NeuroTransConcept
Imagebroschüre "Unsere Werte" - Lukas-Krankenhaus Bünde