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eichen Speisezettel

eichen Speisezettel stehen aber auch Tiere wie der Rotfuchs, Hase, Marder, Mäuse oder Eichhörnchen. Ein ausgewachsener Luchs benötigt pro Woche ungefähr ein Reh oder eine Gämse – das ergibt rund 60 Tiere pro Jahr. Seine Jagdtaktik ist Geduld und Überraschung, somit wäre es falsch anzu nehmen, dass er vor allem kranke und ältere Tiere, wie es andere Jäger zu tun pflegen, erlegt. Es sind vor allem unvorsichtige Tiere, die er erwischt. Als Anschleichjäger fällt er sein Opfer mit einem Sprung an und tötet dieses sofort mit einem gezielten Biss. Schlägt der Angriff fehl, wird das Tier nicht weiterverfolgt. Und wenn, sehr selten und höchstens über kurze Distanzen. Dabei kann der Luchs auf eine Geschwindigkeit von 70 km/h kommen. Seine Beute verschlingt er nicht auf einmal, sondern kehrt mehrere Nächte zu seinem Riss zurück, welchen er gut versteckt und mit Schnee oder Laub zudeckt. Durch seinen Überraschungsangriff werden seine Opfer, vor allem die Rehe, aber auch vorsichtiger, und es wird für ihn, aber auch für andere Jäger, immer schwieriger, Tiere zu erlegen. Der Luchs zieht deshalb weit umher in seinem grossen Revier, Strecken von täglich 40 Kilometern sind nicht selten. AUSGEROTTET UND WIEDER AUSGEWILDERT Heute leben in der Schweiz wieder 2 Populationen mit total 192 Luchsen (Stand 2015), davon 58 im Jura und 134 in den Alpen. Sichtungen durch Fotofallen haben auch Luchse im Kanton Zürich bestätigt, so beispielsweise einen im Juni 2015 beim Ortsteil Bertschikon von Gossau, welcher dann wenige Tage später in Baden-Württemberg wieder in eine Fotofalle tappte. Dies zeigt eindrücklich, wie gross die Reviere sind. Imposant sind auch die Wanderungen von Jungluchsen auf der Suche nach geeigneten Revieren und Nahrung. Der Luchs ist in der Schweiz erst seit 1970 durch offizielle Freilassungen zurück, seit dem 17. Jahrhundert ist er erst aus dem Schweizer Mittelland durch gezielte Ausrottung von Menschenhand verschwunden, bevor er im Jura und den Alpen ab dem 19. Jahrhundert als ausgestorben galt. Die letzte historische Luchsbeobachtung erfolgte um 1909 in der Gegend des Simplon passes. Auch durch die intensive Waldbewirtschaftung und Beinaheausrottung der Hauptbeutetiere des Luchses (Reh, Rothirsch, Gämse) durch uns Menschen wurde ihm die Lebensgrundlage entzogen. Der Widerstand gegen die steigende Luchspopulation kommt vor allem von Interessenkreisen wie Landwirten und Jägern, welche Auswirkungen auf Wildund Weidetiere befürchten. Erfahrungen zeigen aber, dass sich Luchse nicht negativ auf den Bestand der jagdbaren Tierarten auswirken. Die Zahl der von Luchsen erjagten Rehe und Gämsen liegt weit tiefer als die Anzahl von Fallwild (das heisst Tieren, die infolge von Krankheiten oder Unfällen sterben). Auch Weidetiere werden nur gerissen, wenn diese nachts weit entfernt von menschlichen Siedlungen aufhalten und sich die Weiden in Wald randnähe befinden. Das führte in den letzten drei Jahrzehnten zum Riss von 1000 Schafen. Es werden bereits wieder, obwohl der Luchs in der Schweiz geschützt ist, illegal Luchse getötet. Es liegt nun an uns, nicht den gleichen Fehler, welcher im 19. Jahrhundert zur Ausrottung führte, zu wiederholen. Text Michael Knaus Fotos Fotolia Mit seinem goldbraunen Fell ist der Luchs gut getarnt. 14 NATURZYT

Luchs und Mensch Begegnungen mit dem Luchs sind wie ein Sechser im Lotto. Luchse sind sehr aufmerksame und neugierige Tiere, meiden aber den Menschen. Scheu sind sie eigentlich nicht, vielmehr «unsichtbar» für uns, weil sie vor allem in der Dämmerung jagen und tagsüber durch ihr Fell hervorragend an den Lebensraum Wald angepasst sind. Es sind bisher auch keine Angriffe von Luchsen auf Menschen belegt. Es gab zwischen Grub und Rorschacherberg eine Situation, bei welcher ein Luchs zwei Reiterinnen über 400 Meter folgte, oder im Jura wurde ein Hund von einem jungen Luchs, welchen jener zuvor in einer Felsnische entdeckt hatte, beschnuppert. Solche Begegnungen sind sehr selten. Meistens handelt es Eine gewisse Ähnlichkeit mit unseren Hauskatzen ist nicht abzustreiten, auch vom Verhalten her. sich dabei um junge Tiere oder eine Luchsin, die ihre Jungen schützt. Im Falle der Begegnung in der Ostschweiz ist nicht auszuschliessen, dass der Luchs nur die Pferde wahr genommen hat, denn als die Reiterinnen zu sprechen begannen, verschwand er im Wald. Hundebesitzern wird empfohlen, den Hund angeleint zu lassen, sollte sich einmal ein Luchs nähern, Ruhe bewahren und den Hund an sich nehmen und sich langsam zurückziehen. Dem Luchs auf keinen Fall folgen. Es kann sein, dass ein Luchs einem ein Stück hinterherläuft, dies ist aber kein Grund zur Panik, Luchse haben keine Scheu vor Menschen und folgen aus reiner Neugier. Angst, dass der Luchs auch Menschen angreife, müsse man nicht haben, das versichern diverse Luchsexperten. Umgekehrt ist der Mensch für den Luchs sehr gefährlich, denn immer wieder kommen sie durch den Strassenverkehr zu Tode. Und weil er als Konkurrent um die Jagdbeute angesehen wird, gibt es hin und wieder auch illegale Abschüsse oder Tötungen mit vergiftetem Fleisch. NATUR ERFAHREN NATURZYT – JETZT ABONNIEREN – FÜR SICH ODER ALS GESCHENK! Jahresabo: 4 Ausgaben für nur CHF 29.50 2­Jahresabo: 8 Ausgaben für nur CHF 56.50 satt CHF 63.20 am Kiosk Sie unterstützen unsere Wildbienen. Sie erhalten die NATURZYT direkt nach Hause geliefert. Keine Kündigungsfristen, Abo-Erneuerung erfolgt durch Zahlung der Abo-Rechnung. Jetzt bestellen unter Telefon 043 542 72 91 oder www.NATURZYT.ch/abonnieren

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