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Tierisch gute Interviews

Tierisch gute Interviews Interview mit Darius Dachs Wir sind nicht die einzigen Lebewesen auf diesem Planeten, doch wir sehen die Dinge immer nur aus unserer Sicht. Wie aber wäre es, wenn wir hören könnten, was unsere 4-, 8- oder 111-beinigen Mitbewohner dieser Erde uns zu sagen haben? Was würden sie wohl über uns Menschen denken, und wie würden sie ihr Zusammenleben mit uns empfinden? 20 NATURZYT

Eine spannende Idee – sähen wir das ganze einmal aus ihrer Sicht und erführen, was sie uns alles zu sagen hätten. Naturzyt hat sich deshalb entschlossen, neue Wege aus zuprobieren und sich darüber Gedanken zu machen, was wäre, wenn sie wie wir sprächen und wir sie einfach fragen könnten. Mit seinen Haaren werden Kunstwerke gemalt, und der Jäger trägt gerne seinen Bart an seinem Hut. Früher nannte man ihn Grimmbart – unseren wunderbaren, geheimnisvollen Dachs. Im naturbelassenen Teil des Parks der Glastonbury Abbey lebt seit Generationen eine Dachsfamilie. Einmal wöchentlich kann man in einer kleinen Gruppe die Tiere bei der Fütterung beobachten. Das hätten wir von der Naturzyt-Redaktion sehr gerne miterlebt, leider fehlte uns jedoch dafür die Zeit. Sehr schade. Kurz nach unserer Heimkehr entdeckten wir bei einem Waldspaziergang einen Dachsbau. Schon wieder rief sich der Dachs in Erinnerung. Und als dann kurz danach, morgens auf dem Weg zur Arbeit, zwei munter hintereinander herrennende Dachse vor unserem Auto vorbeisausten, war’s klar. Der Dachs war wohl gewillt, mit uns ein Interview zu führen. Dann wollen wir doch hören, was er uns mitzuteilen hat. Hallo, ich bin Darius Dachs und möchte mich gerne mit euch unterhalten. DAS HABEN WIR UNS SCHON FAST GEDACHT. IHR DACHSE WART JA AUCH SEHR PRÄSENT IN LETZTER ZEIT. WAS MÖCHTEST DU UNS DENN GERNE MITTEILEN? Ich würde euch gerne von uns und unserer Lebensart erzählen. Vielleicht könnt ihr ja von uns auch etwas lernen. Ich habe gehört, dass ihr mit uns Tieren sprecht und das dann allen Menschen weitererzählt. Stimmt das denn? JA, DARIUS, WIR VERSUCHEN MIT UNSEREN TIERISCH GUTEN INTERVIEWS DEN MENSCHEN ZU ZEIGEN, DASS JEDES TIER EINE PERSÖNLICH­ KEIT BESITZT UND DASS JEDER EINZELNE VON EUCH WICHTIG FÜR DEN KREISLAUF DER NATUR IST UND ES DESHALB VERDIENT, MIT RESPEKT BEHANDELT ZU WERDEN. Das finde ich eine ganz tolle Sache. Also haben mir die Eichhörnchen keine Märchen erzählt. Dann werde ich sehr gerne ein bisschen über uns berichten. DU SPRICHST MIT EICHHÖRNCHEN? STEHEN DIE DENN NICHT EHER AUF DEINEM SPEISEPLAN? UND WIE KANNST DU SIE ÜBERHAUPT VER­ STEHEN, SPRICHST DU IHRE SPRACHE, DARIUS? Natürlich, wieso sollte ich nicht mit ihnen sprechen. Das kommt allerdings eher selten vor, da wir ja nachts aktiv sind und die Eichhörnchen am Tag. Aber manchmal treffen wir uns in der Dämmerung und unterhalten uns. Aber eben nicht wie ihr Menschen mit Worten, sondern auf telepathischem Weg mit Bildern. Natürlich geben wir auch Laute von uns, aber diese sind nur zur Verdeutlichung und eher für unsere eigene Art gedacht. Gegessen habe ich Eichhörnchen noch nie. Wir essen zwar Fleisch, aber auch anderes. Wir sind sozusagen Allesfresser. WAS SOLLEN WIR UNS DANN UNTER «ALLESFRESSER» VORSTELLEN? Na ja, hauptsächlich essen wir Regenwürmer, aber wir essen auch Käfer, deren Larven und kleinere Säugetiere wie Wühlmäuse, Spitzmäuse, Maulwürfe, junge Wildkaninchen und ab und an auch mal einen Igel. Ausserdem auch Feldfrüchte wie Mais oder Beeren und Eicheln. Was Mutter Natur halt so zu bieten hat. IHR ESST IGEL? ABER DIE HABEN DOCH STACHELN, VERLETZT IHR EUCH DENN NICHT DABEI? Nein, dank unserer langen Nase können wir den Igel aufrollen, indem wir unsere Schnauze in die kleine Lücke der Rolle stecken. Aber das geschieht nicht so oft. LETZTENS HABEN WIR BEI EINEM SPAZIER- GANG EINEN DACHSBAU ENTDECKT. ALS ICH DAS NACHSCHLUG, HABE ICH GELESEN, DASS IN ENGLAND EIN DACHSBAU GEFUNDEN WURDE, WELCHER 50 KAMMERN UND 178 EIN­ GÄNGE HATTE, DIE DURCH 879 METER TUNNEL MITEINANDER VERBUNDEN WAREN. DAS IST WAHRLICH EINE WAHNSINNSLEISTUNG. WIE BRINGT IHR SOWAS ZU STANDE? Es ist so, dass wir die Baue über Generationen hinweg immer bewohnen und ausbauen. Einige Baue werden so über Jahrzehnte, wenn nicht sogar über Jahrhunderte hinweg bewohnt. WIE UNTERSCHEIDEN SICH DENN EURE BAUE VON DEN FUCHSBAUEN, DARIUS? HABEN DIE MEHR AUSGÄNGE? ODER IST DIE LAGE ANDERS? Nein eigentlich nicht. Wir wohnen gerne in hügeligen, reich strukturierten Landschaften, in Laubmischwäldern mit ausgeprägter Strauchschicht. Die Baue legen wir dann meist an Waldrandhabitaten und an Hängen an. Wir graben gerne in die Tiefe. Die Wohnkammer befindet sich mindestens 5 Meter unter der Erde mit vielen Zugangstunneln, so ist die Frischluft zufuhr gewährleistet. Alte Baue können zudem mehrere Etagen untereinander haben. Dem Fuchs gefällt das auch, deshalb denke ich, dass der hauptsächliche Unterschied wohl darin liegt, dass wir erstens unsere Kammern mit Moos, trockenem Laub und getrocknetem Farn auspolstern – das hilft NATUR BEWAHREN NATURZYT 21

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