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Ein Naturjuwel: Der

Ein Naturjuwel: Der Rombach im Val Müstair fliesst frei und unverbaut zu Tal. An seinem Ufer blüht ein prächtiges Blumenmeer. Mit dem Wildbach durchs Val Müstair Der Rombach im Val Müstair ist hierzulande einer der letzten frei fliessenden Bergbäche. Seinem wilden und blumen übersäten Ufer entlang führt eine der schönsten Flusswanderungen der Schweiz. 34 NATURZYT

Ein Fest für die Sinne: Üppige Blumenwiesen begleiten den Wanderer am Rombach. Immer die volle Ladung: Bei Valchava führt der Rombach zu jeder Jahreszeit ordentlich Wasser. Früher oder später ereilt jeden grösseren Schweizer Fluss dasselbe Schicksal: Er endet in einer Wasserfassung oder einem Stausee und wird zur Stromproduktion genutzt. Übrig bleibt ein Rinnsal, im Fachjargon Restwassermenge genannt. Ein Fluss jedoch tanzt aus der Reihe: der Rombach im Val Müstair, dem Bündner Tal in der südöstlichsten Ecke der Schweiz. Besonders im Frühjahr zur Schneeschmelze setzt er sich lautstark und wassergewaltig in Szene, kein Hindernis unterbricht seinen Lauf. Die Münstertaler hatten in den 90er-Jahren nach langem Hin und Her entschieden, statt des Rombachs drei seiner Seitenbäche zur Energieerzeugung zu nutzen. Der Rom mit seinem Auengebiet von nationaler Bedeutung sollte erhalten bleiben. Und nicht nur das: Der Rombach ist auch aus seinem künstlichen Korsett befreit und revitalisiert worden. Nun darf er sich frei entfalten, Moore und Schwemmgebiete bilden, Kiesbänke und Seitenarmen formen, der Wasseramsel und der Bachforelle ein Zuhause bieten und einen ausgesprochen üppigen Blumengarten mit vielen Orchideen und seltenen Tamarisken sein Eigen nennen. 801 HEISST – DEM WASSER NACH So viel wilde und einzigartige Flussnatur soll allen zugänglich sein. Haben sich Pro Natura und der Regionale Naturpark Biosfera Val Müstair gesagt und einen Themenweg eingerichtet, von der Quelle des Rom bei Tschierv bis zu seinem Grenzübertritt nach Italien bei Müstair. Die Route verläuft, mit kurzen Unterbrüchen, direkt am Wasser, was einem ein intensives Flusserlebnis beschert. Ins Val Müstair geht es mit dem Postauto von Zernez durch die wilde, unberührte Urlandschaft des Schweizerischen Nationalparks. Hat der Bus den Ofenpass passiert und schraubt sich die vielen Kurven nach Tschierv hinunter, ändert das Landschaftsbild. Das Val Müstair ist offen, hell und sanft. Auf den Wiesen stehen die Blumen kniehoch, die Wälder leuchten in sattem Grün, darüber thronen die im Frühling noch schneebedeckten Gipfel von Piz Daint, Piz Dora, Piz Turettas und Co. Im Talboden wohnen die Menschen: in schmucken, charakteristischen Dörfern, in denen sich sgra ffitoverzierte Häuser aneinanderreihen, Blumen vor den Fenstern blühen und Kühe sich am frischen Gras sattfressen. «Süsom Tschierv» heisst die Bushaltestelle, an der die Rombach-Wanderung «801 – a la riva dal Rom» beginnt. 14 Kilometer liegen vor uns bis zur Landesgrenze bei Müstair. Das grüne Routenschild mit der Nummer 801 wird uns zuverlässig leiten. HÜTE DICH VOR WEISSER WÄSCHE Nach wenigen Minuten stehen wir an der Quelle des Talflusses und staunen, dass aus dem Boden ein stattlicher Bach schiesst. Das hat seinen Grund: Weiter oben am Berg, im Karstgebiet der Alp da Munt, sammelt sich viel Wasser. Es fliesst unterirdisch zur Quelle, durch ein komplexes System aus Höhlen und Gängen. So viel Komplexität hat früher die Fantasie der Menschen angeregt. Es wird berichtet, dass in den Höhlen der Alp da Munt einst Dialas lebten, weibliche Wesen mit Ziegenfüssen. Die Dialas assen aus goldenem Geschirr und trugen Kleider aus schneeweissem Linnen. An einem schönen Sommertag hängten sie die frisch gewaschenen NATURZYT 35

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