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Böser Wolf

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»Sie waren ja eben

»Sie waren ja eben sogar Thema bei Aktenzeichen XY«, quatschte Schwester Lena weiter. »Wir haben im Schwesternzimmer geguckt – echt grausig, wie die das immer nachspielen.« Hanna erstarrte innerlich und schlug die Augen wieder auf. »Was haben die nachgespielt?«, krächzte sie argwöhnisch. Wieso hatte ihr niemand davon erzählt? Irina, Jan, Meike oder zumindest ihre Agentur mussten doch etwas darüber gewusst haben! »Na ja, wie Sie im Kofferraum von Ihrem Auto gefunden wurden.« Lena stemmte den linken Arm in die Taille. »Und dann vorher noch ’ne Szene in Ihrer Garage. Ach ja, angefangen hat’s, als Sie im Fernsehstudio weg sind und zu Ihrem Auto gegangen sind.« Großer Gott! »Haben sie meinen Namen genannt?«, fragte Hanna. »Nee, nicht richtig. ›Die Fernsehmoderatorin Johanna H.‹ haben sie immer gesagt.« Das war nicht gerade tröstlich. Was nützten Nachrichtensperren, wenn ihr Name über eine der meistgesehenen Sendungen des deutschen Fernsehens verbreitet wurde? Ab morgen würde sich die Presse auf sie stürzen. »Die vermuten ja, dass der Überfall auf Sie was mit der Ermordung von dieser Psychotherapeutin zu tun hatte«, redete Schwester Lena mit der Sensibilität eines Schützenpanzers weiter und ging ins Bad. »Wovon reden Sie? Wer wurde ermordet?«, flüsterte Hanna heiser. Die Nachtschwester kehrte zurück, hatte Hannas Frage gar nicht gehört. »Ist das nicht schrecklich?«, plapperte sie. »Allein die Vorstellung, gefesselt und geknebelt zu werden und dann langsam zu verdursten … Nee, echt! Was es für grausame Menschen gibt! Ich meine, ich seh hier ja einiges, aber …« Ihre Worte fielen in Hannas Bewusstsein wie Steine ins Wasser, die Schockwellen des Begreifens vertrieben den tröstlichen Nebel in ihrem Kopf. Ganz plötzlich, als sei ein Vorhang zur Seite gezogen worden, traf sie die Erinnerung ohne jede Vorwarnung. Sie keuchte auf vor Entsetzen und spürte, wie sich ihr Körper verkrampfte. Die Polizisten, die keine waren. Das Gewitter. Sie lag eingesperrt im Kofferraum. Sie erinnerte sich an ihre Angst, ihre panischen Versuche, sich zu befreien. Die Garage ihres Hauses, in der sie sich immer sicher gefühlt

hatte. Sie hörte das Knacken, als ihre Knochen brachen, schmeckte den kupfrigen Geschmack von Blut in ihrem Mund. Diese bestialischen Schmerzen, die Todesangst, die plötzliche Gewissheit, sterben zu müssen. Sie hörte angestrengtes Keuchen und Lachen, sah das blinkende rote Licht einer Kamera durch einen Tränenschleier, roch scharfen Männerschweiß. Steck deine Nase nicht in Dinge, die dich nichts angehen, du Schlampe! Wenn du das tust, bist du tot. Wir finden dich überall, dich und deine Tochter auch. Deine Fans werden sich freuen, wenn sie im Internet das Filmchen von heute sehen können. Das Grauen jener Nacht kehrte mit einer Wucht zurück, die ihr den Atem raubte. Sie versuchte, ruhig zu bleiben, aber die Erinnerungen, die irgendwo in den Tiefen ihres Gedächtnisses geschlummert hatten, brachen mit der Gewalt eines Vulkanausbruchs hervor und rissen sie in einen rabenschwarzen Abgrund des Entsetzens. »Was haben Sie denn? Ist Ihnen nicht gut?« Erst jetzt merkte Nachtschwester Lena, dass irgendetwas nicht in Ordnung war. »Ruhig, ganz ruhig!« Sie beugte sich über Hanna, legte die Hände auf ihre Schultern und drückte sie zurück aufs Bett. »Einatmen und das Ausatmen nicht vergessen.« Hanna drehte den Kopf weg, wollte sich wehren, aber sie war zu kraftlos. Sie hörte ein schrilles, angsterfülltes Heulen und brauchte ein paar Sekunden, um zu begreifen, dass dieser entsetzliche Ton aus ihrem Mund drang. * Louisa war um halb neun eingeschlafen. Sie hatte nicht mehr nach Florian gefragt, und Emma bemühte sich, ihrer Tochter nicht übelzunehmen, was sie gesagt hatte. Ihr Verstand sagte ihr, dass es für ein fünfjähriges Kind normal war, nach seinem Papa zu verlangen. Wahrscheinlich hätte Louisa zu ihr gewollt, wäre sie bei Florian gewesen. Tief in ihrem Herzen jedoch war sie gekränkt und verletzt über diese deutliche Zurückweisung. Sie ist ein kleines Kind, redete Emma sich ein, sie ist verwirrt und verängstigt durch den Aufenthalt im Krankenhaus. Sie assoziiert ihren Vater mit Lachen, Eisessen, Spielen, Schmusen, dich hingegen mit Strenge, Pflichten und Alltag. Doch egal, wie vernünftig sich Louisas Verhalten auch erklären ließ, es

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    NELE NEUHAUS BÖSER WOLF Kriminalro

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    Nach seinem Absturz ins Bodenlose g

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    ihrer Sendung überhaupt zu Wort ko

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    »Eben haben Sie doch gesagt, Sie h

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    aber auch das stand ihm gut. Vor ei

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    Kirchhoff und sein Chef Professor T

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    was in der Welt passierte, las wede

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    Zwei Wochen später Donnerstag, 24.

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    »Hanna?« Meike kam herein, wie ü

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    ihrem Haus hinter den sieben Bergen

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    still. In den Büschen ringsum summ

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    Unten ging eine Tür. »Florian?«

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    Irina! Dreizehn Anrufe, vier Nachri

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    Gestern hatte sie mit Irina telefon

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    Erdgeschoss und ging zu ihrem Auto.

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    aufzublicken. »Frey hat Rothemund

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    Zweifel. Hanna Herzmann war eine er

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    »Ja, das stimmt. Markus und Kilian

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    Montag, 28. Juni 2010 Es war schon

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    alten Frau glitzerten, als ob sie e

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    »Nein«, sagte Meike Herzmann. Pia

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    »Na, dein Wort in Gottes Ohr«, en

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    zugefügt hatte. Zum ersten Mal, se

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    tun?« Pia begegnete dem entgeister

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    Chance gegen euch hergelaufenes Pac

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    ihm. Vor der Tür des Vernehmungsra

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    große Augen. »Opa mit einem Turba

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    Danksagung Bei der Recherche für B

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    Anmerkung Dieses Buch ist ein Roman

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