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V3-Jean-Hotz

Vom realen Nutzen

Vom realen Nutzen nüchternen Kalküls Jean Hotz lernte in Paris die Franzosen und in London und New York – er studierte 1919 für ein Semester in Amerika – die Engländer und Amerikaner kennen und schätzen. Er war zu weltoffen, als dass er einer Abkapselung das Wort geredet hätte. Seine ganze Lebens- und Berufserfahrung, und zwar gerade im Krieg, hatte ihn ja das Gegenteil gelehrt. Aber seine Sachlichkeit, Nüchternheit und Besinnung auf das Wesentliche verschonten ihn vor Illusionen. Jean Hotz hat als Wirtschaftsführer des Bundes entscheidend mitgeholfen, dass die Schweiz aus eigener Kraft im Krieg wirtschaftlich durchhalten konnte. Erst dadurch als souveräner Staat gesichert, konnte sie, über Flüchtlingshelfer wie Carl Lutz, jüdische und andere Flüchtlinge aufnehmen und am Leben erhalten. Eine verhungernde Schweiz und eine Schweiz, die von Unruhe und Krieg überzogen worden wäre, allenfalls von letzten getreuen Guerilla-Soldaten im Reduit bis in den Tod verteidigt, hätte sie erbarmungslos den Nazis ausgeliefert. Natürlich feiert man bis heute den Mythos des gewaltsamen Widerstandes, der ja oft hoffnungslos war und grausame Opfer forderte. Demgegenüber dürfen wir den realen Nutzen nüchternen Kalküls nicht vergessen. Und diesem weniger moralistischen, aber hier schweres Elend verhindernden Kalkül gebührt allergrösster Respekt. «Der Schweizer Metallarbeiter» schrieb bereits 1954 beim Rücktritt des Ministers denn auch, Jean Hotz gehe «nicht nur den Wirtschaftsführer, sondern auch den Mann an der Werkbank» etwas an. In diesem Sinne hat Jean Hotz einen Teil der Schweizer Geschichte aktiv und konstruktiv gestaltet. 1 Johann Ulrich Schlegel, geboren 1948, ist Historiker (Dr. phil.) und Jurist (lic. iur.). Nach langjähriger Tätigkeit als Mitteischullehrer für Philosophie und Deutsch juristische Praxis als Gerichtsauditor. Juristischer Sekretär in der Erziehungsdirektion des Kantons Zürich, sodann Rechtskonsulent einer Grossbank, publiziert zu historischen und wirtschaftlichen Themen. 2 Der Minister aus dem Bauernhaus von René Bondt Karl Bernhard hatte die Absage von Frau Hàlène Hotz für die Forschung über Ihren Vater nicht vergessen. Er bat Dr. Martin Wetter, alt Generaldirektor der Credit Suisse, Nachkomme von Bundesrat Wetter, und Urs Lenzliner zu einem Gespräch wie sein Ziel doch noch verwirklicht werden könnte. Mehrere Gespräche ergaben, dass man Sponsoren, einen Autor und einen Verlag suchen wolle. Urs Lenzlinger stellte sich als Administrator zur Verfügung und konnte auch Dr. phil. René Bondt als Autor gewinnen. Dieser publizierte mehre Historische Schriften, war Redaktor bei der Zürichsee Zeitung bei Finanz und Wirtschaft und zuletzt längere Zeit Stellvertretender Chefredaktor am Zürcher Oberländer. Er hat dann grössere Nachforschungen über die Tätigkeit von Jean Hotz und zur derzeitigen Geschichte gemacht. Die Familiengeschichte von Jean Hotz sollte nur am Rande erscheinen. Das nötige Sponsorenkapital wurde ohne die Jean Hotz Stiftung gesammelt. Der Verlag Neue Zürcher Zeitung konnte zum Druck gewonnen werden. Das Buch «Der Mister aus dem Bauernhaus» über den Handelsdiplomat Jean Hotz und seine Wirken in einer turbulente Zeit, erschien 2010 mit einem Umfang von 320 Druckseiten. 40 Das Wirken der Jean Hotz Stiftung

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