Arbeitssicherheit im Verkauf - GBG 12

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Arbeitssicherheit im Verkauf - GBG 12

Gartenbau-Berufsgenossenschaft

Arbeitssicherheit im Verkauf

GBG 12


Seite 2

Verantwortung der

Unternehmer und Mitarbeiter

Seite 3

Bauliche Anforderungen

Seite 9

Inneneinrichtungen

Arbeitssicherheit im Verkauf

Arbeitsunfälle und krankheitsbedingte Fehlzeiten

von Mitarbeitern sind teuer und stören

den Betriebsablauf. Deshalb ist auch im Bereich

»Verkauf« ein Unternehmensziel:

ArbeitsundGesundheitsschutz

Seite 12 Arbeitsplatzgestaltung

Seite 14 Floristische Tätigkeiten

Seite 15 Handwerkszeug, Maschinen und Geräte

Seite 18 Gefährliche Arbeitsstoffe

Seite 20 Hauterkrankungen und Hautschutz

Seite 26 Marktstand

Seite 28 Schlussbemerkung

Seite 29 Betriebsanweisungen

Seite 33 Herstellernachweis von Hautschutzprodukten


Das vorliegende Merkheft »Arbeitssicherheit im Verkauf«

gibt Ihnen wichtige Informationen über

Sicherheitsmaßnahmen im Bereich »Verkauf«

Das Ziel des Merkheftes ist es, die Notwendigkeit des Arbeits-

und Gesundheitsschutzes aufzuzeigen und das Sicherheitsbewusstsein

jedes einzelnen Mitarbeiters zu wecken und zu

fördern. Jeder muss erkennen, dass Arbeitssicherheit sich im

Rahmen des Betriebsablaufes vollzieht und unlösbarer

Bestandteil des Betriebsgeschehens ist.

Denn Arbeits- und Gesundheitsschutz bedeutet für Mitarbeiter

und Unternehmer:

Schutz vor Verletzungen, Krankheit, Invalidität oder Tod.

Unfallverhütung bedeutet für die Familie:

Vermeidung von menschlichem Leid und finanzieller Notlage.

Unfallverhütung bedeutet für den Unternehmer:

Abwendung wirtschaftlicher Schäden.

Bezüglich der sicheren baulichen Ausstattung von Verkaufsgewächshäusern,

anderer Verkaufseinrichtungen sowie Binderaum,

Büro, Kühlraum und Sozialräumen finden Sie weitergehende

Informationen in den Merkheften GBG 16 und GBG 9.

Sind Verkaufseinrichtungen für Kunden (betriebsfremde Personen)

frei zugänglich, obliegt dem Unternehmer auch die

Verkehrssicherungspflicht auf dem gesamten Betriebs- 1

gelände.


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Arbeitssicherheit im Verkauf

Verantwortung

der Unternehmer und Versicherten

Der Unternehmer

muss die technischen

und

organisatorischen

Voraussetzungen

für einen sicheren

Arbeitsablauf

schaffen.

Die Versicherten

müssen durch

ihr Verhalten den

sicheren Ablauf

der Arbeiten

gewährleisten.

Bereitstellen von geeignetem Handwerkszeug

sowie sicherheitstechnisch einwandfreien

Maschinen und Geräten sowie persönlicher

Schutzausrüstung.

Ordnungsgemäße Einrichtung und Ausstattung

der Arbeits- und Sozialräume.

Gewährleistung von Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Gemäß dem Arbeitsschutzgesetz ist eine

Gefährdungsbeurteilung für alle Tätigkeitsbereiche

im Bereich des Endverkaufs durchzuführen.

Erstellen von Betriebsanweisungen.

Durchführung von Unterweisungen und

Erfolgskontrollen.

Weisungen der Vorgesetzten zum Zwecke

der Unfallverhütung befolgen.

Bestimmungsgemäße Verwendung der

Betriebsmittel.

Erkannte Mängel im Betrieb dem Vorgesetzten

sofort melden.

Tragen der persönlichen Schutzausrüstung.


Bauliche Anforderungen

Unverstellte Wege

erleichtern den Transport

Verkehrswege

Verkehrswege im Betrieb müssen sicher

begehbar sein oder befahren werden

können. Geh- und Fahrwege sind freizuhalten

und dürfen auch nicht mit Verkaufsware

eingeengt oder zugestellt

werden.

Die Auswahl von geeigneten Bodenbelägen

für unterschiedlichste Betriebsteile

(Laden, Arbeitsräume, Freiland)

sowie deren fachgerechte Verlegung und

Wartung tragen wesentlich zur Vermeidung

von Stolper-, Rutsch- und

Sturzunfällen bei.

Für den innerbetrieblichen Transport mit

Hand- oder Hubwagen sind Verkehrswege

ausreichend breit und niveaugleich

anzulegen, ggf. können schwach

geneigte Rampen Ausgleichsstufen

ersetzen. Stolperstellen sind unverzüglich

zu beseitigen.

Beschädigungen an Bodenbelägen

sind sofort auszubessern. Eine ausreichende

Beleuchtung ist notwendig.

Durchgangshöhen sind richtig zu

bemessen. Können Gefahrstellen an

baulichen Anlagen nicht bautechnisch

geändert werden, so sind sie mit

schwarz/gelber Schraffur zu kenn- 3

zeichnen.


Die Pflanzenreste

werden nach dem

Aufbau der Schnittblumenpräsentation

entfernt

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Arbeitssicherheit im Verkauf

Der Einbau von rutschhemmenden Bodenbelägen wie

z.B. keramische Fliesen (Bewertungsgruppe R 11 für

Blumenbinderäume und -bereiche), rauhe Estriche,

elastische, festverlegte Beläge aus Gummi oder Kunststoff,

die auch im nassen Zustand rutschhemmend sind, sowie

Metallroste tragen wesentlich zur Sicherheit bei.

Im Freien (z.B. Verkauf von Baumschulware) sind Wege mit

Längs- und Querneigung anzulegen (Pfützenbildung vermeiden),

rutschhemmend auszuführen und regelmäßig zu

reinigen. Verkehrswege sind im Winter eis- und schneefrei zu

halten.


Verschüttetes

Blumenwasser

ist sofort

aufzuwischen

Das Handelsobjekt »Blume

und Pflanze« verschmutzt

unvermeidlich die Bodenbeläge.

Pflanzenreste und

Blumenerde bilden in Verbindung

mit Wasser gleitfördernde

Stoffe.

Beim Herausnehmen von

Schnittblumen aus Vasen oder

anderen Gefäßen sind Wasserlachen

nicht immer zu vermeiden.

Deshalb sind Fußböden

regelmäßig zu reinigen

und Wasser aufzuwischen.

Denn wischfeuchte Bodenbeläge

erhöhen das Unfallrisiko

sowohl für Mitarbeiter als

auch Kunden.

Die Hauptreinigung sollte vor

oder nach Ladenschluss durchgeführt

werden. Festes Schuhwerk

mit rutschhemmender

Sohle und niedrigen Absätzen

gibt einen sicheren Halt.

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6

Arbeitssicherheit im Verkauf

Türen und Tore

Blumenläden und Verkaufsgewächshäuser werden durch

Türen oder Tore mit lichtdurchlässigen Flächen betreten.

Bruchsichere Materialien wie Einscheibensicherheitsglas,

Verbundsicherheitsglas oder lichtdurchlässige Kunststoffe

sollen Stich- und Schnittverletzungen verhindern.

Kraftbetätigte Tür

mit Sicherungselement

Zusätzlich sind bei drehbaren Türen und Toren Sicherungen

gegen Auf- und Zuschlagen und Ausheben aus den Angeln

einzubauen. Drehbereiche von Flügeltüren sind von Gegenständen

freizuhalten. Durchsichtige Türen müssen in Augenhöhe

so gekennzeichnet sein, dass sie deutlich wahrgenommen

werden können.

Sich automatisch öffnende und schließende kraftbetätigte

Türen finden im Verkaufsbereich immer mehr Anwendung.


Optimal eingestellte Sicherungselemente wie Schaltleisten,

Kontaktschläuche und Lichtschranken schützen vor Quetschgefahren.

Diese Türen sind regelmäßig durch eine befähigte

Person zu überprüfen. Das Ergebnis ist in einem Prüfbuch

festzuhalten.

Räume, Verkehrswege und Einrichtungen

Verkaufseinrichtungen, Aufenthaltsraum, Toiletten und Waschgelegenheiten

sind für Beschäftigte nach der Arbeitsstättenverordnung

zu bemessen. Verkaufsstände im Freien sind

so einzurichten, dass die Arbeitnehmer gegen Witterungseinflüsse

geschützt sind.

Kühlräume

Kühlräume dienen der Lagerung von Schnittblumen, Gemüse,

Obst und anderer verderblicher gärtnerischer Waren. Türen

und Tore von Kühlräumen müssen sich auch von innen öffnen

lassen, wenn sie von außen abgeschlossen sind.

Dennoch dürfen Räume nur verschlossen oder verriegelt

werden, wenn festgestellt wurde, dass sich keine Personen

dort aufhalten. Rutschhemmende Bodenbeläge und regelmäßige

Reinigung vermeiden Unfälle durch Ausrutschen.

Bei längerem Aufenthalt ist entsprechende Kleidung zu tragen,

die Schutz vor Kälte bietet. Die Ventilatoren der Kühlanlage

sind gegen Hineingreifen zu sichern.

Tür eines Kühlraumes

7

mit Öffnung von innen


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Elektrische Anlagen

und Betriebsmittel

Arbeitssicherheit im Verkauf

Mängel an elektrischen Anlagen oder Betriebsmitteln

können lebensgefährlich sein. Nur eine Elektrofachkraft

darf Neuinstallationen, Reparaturarbeiten und Prüfungen

durchführen. Für Steckdosenstromkreise sind Fehlerstromschutzschalter

(FI-Schalter) mit einem Bemessungsdifferenzstrom

von 0,03 A (30 mA) einzusetzen.

Die elektrischen Anlagen

und Betriebsmittel sind

regelmäßig durch Elektrofachkräfte

zu prüfen:

Die ortsfeste elektrische

Anlage mindestens alle

vier Jahre.

Ortsbewegliche elektrische

Betriebsmittel mindestens

einmal jährlich (Bürobereich

alle 24 Monate).

FI-Schalter mit Prüftaste

Die Funktion des Fehlerstrom-Schutzschalters ist

mindestens einmal monatlich und nach Gewittern

durch Betätigen der Prüftaste von einem beauftragten

Betriebsangehörigen zu testen.


Inneneinrichtungen

Warenpräsentation

auf Paletten

und Ständern

Mit Hilfe von Regalen, Verkaufsständern, Tischen und

Dekorationen wird die Verkaufsware präsentiert. Die Verkaufseinrichtungen

sind standsicher aufzustellen. Dies gilt insbesondere

beim Umgang mit schwerer Ware wie Teichfolienrollen

auf Ständern, Steingut, Terrakotta und abgepackten Pflanzensubstraten

in Säcken auf Paletten.

Schwere Ware ist grundsätzlich im unteren Bereich von

tragfähigen Regalen (Herstellerangaben beachten) zu lagern.

Die auftretenden Kräfte beim Aus- und Einlagern bzw. beim

Abrollen von Teichfolien auf Verkaufsständern sind zu

berücksichtigen. Werden untere Rollen zuerst abgerollt,

besteht die Gefahr, dass nicht ausreichend befestigte

Ständer kopflastig werden und somit umfallen können.

9


Übersichtliche

Verkaufsware im

tragfähigen Regal

10

Arbeitssicherheit im Verkauf

Im Lagerbereich darf die zulässige Belastbarkeit von

Regalen ebenfalls nicht überschritten werden. Auch hier

muss die Standsicherheit in jedem Betriebszustand gegeben

sein.

Für den Transport von schweren Gütern sind Hilfsmittel wie

Hubwagen, Karren oder Gabelstapler einzusetzen.

Verkehrswege sind ausreichend breit auszulegen und

freizuhalten. Gabelstapler dürfen nur von unterwiesenen

und beauftragten Personen (Mindestalter 18 Jahre) bedient

werden, die dem Unternehmer ihre Fähigkeiten im Fahren

nachgewiesen haben. Gabelstapler sind regelmäßig durch

eine befähigte Person zu überprüfen. Das Prüfergebnis ist

schriftlich festzuhalten.


Geeigneter Aufstieg

zum Dekorieren im

Deckenbereich

Hinweise zum sicheren

Umgang mit Leitern finden

Sie im Merkblatt GBG 23!

Leitern und Tritte

Leitern und Tritte werden im Verkaufsbereich

für Dekorier- und Reparaturarbeiten sowie an

Regalen eingesetzt. Ungeeignete Aufstiege wie

Hocker, Kisten und Stühle sind nicht zu verwenden.

Leitern mit Mängeln oder schadhaften

Teilen sind sofort der Benutzung zu entziehen.

Beim Neukauf auf die Kennzeichnung EN 131

und ggf. auf das GS-Zeichen achten.

Mit einer Stehleiter können

Dekorationsarbeiten sicher

ausgeführt werden

Stehleitern sind nicht als Anlegeleitern zu

benutzen. Sowohl standsicheres Aufstellen

(Leiterpiktogramm beachten) als auch richtiges

Verhalten auf der Leiter garantieren ein sicheres

Arbeiten und tragen wesentlich zur Unfallverhütung

bei. Daneben erhöhen rutschhemmende,

intakte Leiterfüße aus Gummi die

Standsicherheit beim Einsatz von Leitern 11

und Tritten.


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Arbeitssicherheit im Verkauf

Im Endverkaufsbetrieb werden besonders häufig Arbeiten wie

Topfen, Fertigen von Gestecken, Kränzen und Binden von

Sträußen im Stehen ausgeführt. Individuell einstellbare Arbeitstische

oder wahlweise unterschiedlich hoch gebaute feste Arbeitsflächen

sowie die Bereitstellung von Stehhilfen tragen bei zeitintensiven

Arbeiten zum Wohlbefinden Ihrer Mitarbeiter bei.

Beim Einsatz von Stehhilfen können sich Beschäftigte an

Steharbeitsplätzen mit ihrem Gesäß abstützen. Dadurch werden

Beine und Füße sowie die Rückenmuskulatur erheblich entlastet.

Stehhilfen können bis zu 60% des Körpergewichtes aufnehmen.

Entlastungen für den Rücken bei Steharbeitsplätzen schaffen auch

ergonomische Fußmatten, die gleichzeitig Fußkälte vermeiden.

Lastenhandhabung

Das Heben und Tragen von schweren Lasten wie wassergefüllte

Blumengefäße, Schalen, Kränze, Solitärpflanzen, Blumenerden

usw. lässt sich im Endverkaufsbetrieb nicht vermeiden.

Das Heben

von Lasten

Arbeitsplatzgestaltung

Falsch Richtig


Palettenware

wird sicher

mit einem

Gabelhubwagen

transportiert

Belastungsgrenzen sind individuell unterschiedlich und

werden bestimmt durch Alter, Geschlecht, körperliche

Leistungsfähigkeit und Gesundheitszustand. Der Mensch ist

durchaus in der Lage, entsprechend seiner körperlichen

Konstitution ohne Schädigung der Wirbelsäule Lasten zu

heben und zu tragen.

Das Tragen von Lasten sollte möglichst mit aufrechter Körperhaltung

erfolgen, wobei eine einseitige Belastung oder ein Verdrehen

der Wirbelsäule zu vermeiden ist. Die Last wird nah am

Körper mit geradem Rücken bewegt. Besonders schwere Lasten

sollten mehrmals abgesetzt oder von mehreren Personen

bewegt werden. Nach Möglichkeit sind Hilfsmittel, wie z.B.

Stechkarre, Handwagen, Hubwagen, Gabelhubwagen usw. einzusetzen.

Bei all diesen Transportarbeiten müssen Sicher- 13

heitsschuhe zur Verfügung gestellt und getragen werden.


14

Arbeitssicherheit im Verkauf

Floristische Tätigkeiten

Ordnung ist das halbe Leben und...

...ein wichtiger Aspekt der

Arbeitssicherheit, der auch

gegenüber dem Kunden eine

entsprechende Wirkung hat.

Das »kreative Chaos«

bleibt mit Hilfe der Ablagekästen

übersichtlich

Wir möchten Sie an dieser Stelle jedoch nicht

vom individuellen kreativen Chaos abhalten.

Eine Reihe von Organisationsmöglichkeiten,

wie z.B. Ablagekästen, helfen die Übersicht zu

behalten.

Spitze und scharfkantige Hilfsmittel in der

Binderei wie Bindedraht, Nadeln usw. führen zu

schmerzhaften Verletzungen. Die Aufbewahrung

von benötigtem Steckdraht, Klammern und

Dekorationsartikeln in Ablagekästen oder Regalen

direkt am Arbeitsplatz hat sich bewährt.

Schneidwerkzeuge sind nach Gebrauch in

geeignete Ablagen zu legen. Scheren sind in

geschlossenem Zustand abzulegen.

Das Arbeiten mit brennenden Kerzen, vor allem in

der Adventsbinderei, stellt eine nicht zu unterschätzende

Brandgefahr dar. Daher sind

brennende Kerzen nicht unbeaufsichtigt zu

lassen.

Ein ausreichender Abstand, insbesondere bei

schnell entflammbarer Kleidung, ist einzuhalten.

Feuerlöscher sind in ausreichender Anzahl bereitzustellen

und regelmäßig durch eine befähigte

Person einer Fachfirma prüfen zu lassen.

Aufbewahrung von Messern

und Scheren am Bindetisch in der Ablage


Handwerkszeug,

Maschinen Geräte

und

Verwendetes

Handwerkszeug

in der Binderei

Aus Ihrer eigenen Erfahrung wissen Sie sicherlich, dass nur

gepflegtes und geeignetes Werkzeug auch sicher eingesetzt

werden kann.

Defekte und stumpfe Geräte erweisen sich immer wieder als

Unfallursache.

Die wichtigsten Aspekte für den sicheren Umgang mit

Handwerkszeug sind:

Regelmäßige Pflege und Wartung.

Entsprechende Auswahl für das Einsatzgebiet.

Auf ergonomische Ausgestaltung achten, z.B. Rollgriff

bei Rosenschere.

Scheren in geschlossenem Zustand ablegen.

Handwerkszeuge wie Messer und Scheren niemals

offen in der Arbeitskleidung tragen.

15


16

Neben der Auswahl des geeigneten

Werkzeuges ist es besonders

wichtig, Mitarbeiter in dessen

Handhabung, Pflege und Aufbewahrung

einzuweisen.

Erschwerend kommt hinzu, dass

Blumengebinde beim Einkürzen

oder Anschneiden mit der freien

Hand gehalten werden und es

somit häufig zu Schnittverletzungen

kommt.

Zum Putzen von Blumenstielen,

Andrahten von Zapfen, Binden

von Kränzen oder Prägen von

Kranzschleifen werden im Endverkaufsbetrieb

Spezialmaschinen

eingesetzt.

Blumenstielputzmaschine mit Fußschalter,

Auffangbehälter und Höhenverstellung

Arbeitssicherheit im Verkauf

Bestimmungsgemäße Verwendung, die Beachtung der Bedienungsanleitung

der Hersteller und die erforderliche Fachkunde schützen Sie

und Ihre Mitarbeiter vor Verletzungen, z.B. durch rotierende Messer,

umlaufende Werkzeuge oder heiße Teile. Ein ausreichender Sicherheitsabstand

ist zum Werkzeug einzuhalten. Niemals sollten die Schutzeinrichtungen

außer Kraft gesetzt werden. Wird die Arbeit für längere Zeit

unterbrochen oder müssen Wartungs- bzw. Reinigungsarbeiten durchgeführt

werden, so ist immer der Netzstecker zu ziehen.


Einsatz einer

Klebepistole

Blumenstielputzmaschinen haben umlaufende Werkzeuge.

Pflanzenreste fallen in einen bereitgestellten Behälter. Beim

Umgang mit dornigen oder stacheligen Blumen sind Schutzhandschuhe

zu tragen.

Klebepistolen sind in jedem Betrieb im Einsatz. Eine

geeignete Ablagemöglichkeit am Arbeitstisch verhindert das

ungewollte Berühren der heißen Teile. Wird die Klebepistole

zwischen Bindegrün abgelegt, sind Beschädigungen der

elektrischen Anschlussleitung durch Messer oder Scheren

nicht ausgeschlossen. Um schmerzhafte Verbrennungen zu

vermeiden, sind nach Gebrauch Klebepistolen sofort

auszuschalten (Netzstecker ziehen!).

17


18

Arbeitssicherheit im Verkauf

Gefährliche

Arbeitsstoffe

T+ T

Xn O

F+

C

F

Xi

N

Ganz ohne Chemie kommt auch ein Endverkaufsbetrieb

nicht aus. Wie können Sie unterscheiden

zwischen Gefahrstoffen und »harmlosen Hilfsmitteln«?

Die Gefahrstoffverordnung schreibt vor, wie ein

Stoff oder eine Zubereitung zu kennzeichnen ist.

In der Regel sind Gefahrstoffe mit einem auffälligen

Gefahrensymbol versehen.

So können Sie erkennen, ob z.B. das eingesetzte Farbspray

oder das Klebe-, Reinigungs- und Lösemittel sowie

das verwendete Pflanzenschutzmittel zu den Gefahrstoffen

gehören. Die auf der Verpackung abgedruckten

Gefahrenhinweise (R-Sätze) und Sicherheitsratschläge

(S-Sätze) geben Ihnen Auskunft über den sicheren

Umgang mit diesem Gefahrstoff.

Zusätzlich wird vom Hersteller in den Sicherheitsdatenblättern

auf die eventuell notwendigen

persönlichen Körperschutzmittel hingewiesen.

Diese sind vom Unternehmer bereitzustellen und von den

Mitarbeitern zu tragen.

Weiterführende Informationen finden Sie in den

Merkheften GBG 8, 11 und 17.


Für Pflanzenschutzmittel

gilt:

Keine

Selbstbedienung

Bitte beachten Sie:

Der Einsatz von Gefahrstoffen erhöht das Risiko, Gesundheitsschädigungen

davonzutragen. Der beste Schutz ist,

auf gefährliche Arbeitsstoffe zu verzichten oder zumindest

auf weniger gefährliche Ersatzstoffe umzustellen. Arbeitsplatzbezogene

Betriebsanweisungen, Erstellen eines Gefahrstoffverzeichnisses

und Unterweisungen der Mitarbeiter

geben mehr Sicherheit im Umgang mit Gefahrstoffen.

Gartenbau-Berufsgenossenschaft · Technischer Aufsichtsdienst

Frankfurter Straße 126 · 34121 Kassel · Telefon (0561) 9280 · Fax (0561) 9282304

Arbeitsplatzbereich

Betriebsanweisung Gesamtbetrieb

Tätigkeit

gem. §14 GefStoffV

Kulturarbeiten

Gefahrstoffbezeichnung

Pflanzenschutzmittel, Dünger und andere Pflanzenbehandlungsmittel, soweit es sich um

Gefahrstoffe handelt. Diese Betriebsanweisung gilt nur in Verbindung mit dem Beipackzettel

oder Sicherheitsdatenblatt des jeweiligen Mittels.

Gefahren für Mensch und Umwelt

Gefahrstoffe können bei unsachgemäßem Gebrauch Mensch und Umwelt gefährden.

Die Aufnahme kann über Haut, Mund oder Atmungsorgane erfolgen.

Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln

Augenschutz :

Körperschutz : bitte dem Gefahrstoffkataster bzw. den

Atemschutz : Produktinformationen entnehmen*

Handschutz : Aufbewahrungsort:

Verhaltensregeln : Umgang mit Pflanzenschutzmitteln nur durch Sachkundige!

Nur die Kulturen bearbeiten, die von Herrn/Frau

freigegeben wurden.

Verhalten im Gefahrfall

Brand : Wassersprühstrahl, Schaum, Trockenlöschmittel

:

:

:

:

:

:

:

Auslaufen mit geeigneten Mitteln aufnehmen und sachgerecht entsorgen

Sonstiges

Erste Hilfe

nicht in die Kanalisation bzw. in Gewässer gelangen lassen

Augenkontakt Augen mit Wasser spülen, Arzt aufsuchen

Hautkontakt mit Wasser und Seife waschen, Arzt aufsuchen

Kleiderkontakt Kleidung sofort ausziehen und reinigen

Einatmen an die frische Luft bringen, Arzt aufsuchen

Notruf: 112

Arzt:

Verschlucken Mund mit Wasser ausspülen, Wasser trinken,

Herr/Frau

Arzt aufsuchen

Aufbewahrungsort des Erste-Hilfe-Materials:

Tel:

Sachgerechte Entsorgung

Entsorgung erfolgt durch Herrn/Frau

Datum Unterschrift des Unternehmers

*Gefahrstoffe sind in

einem Gefahrstoffverzeichnis

aufzulisten.

Dem Verzeichnis sind die

Gebrauchsanweisungen

oder Sicherheitsdatenblätter

beizufügen.

Vom Unternehmen verwendete Pflanzenschutzmittel sind

ordnungsgemäß, in Originalverpackungen, stets gesondert,

unter sicherem Verschluss, kühl und trocken zu lagern.

Der Verkauf von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln an

Kunden darf nur von Personen mit einem Sachkundenachweis

erfolgen. Pflanzenschutzmittel dürfen für den

Kunden nicht frei zugänglich sein (keine Selbstbe- 19

dienung).

}

Eine Betriebsanweisung enthält

Anweisungen zum sicheren Umgang

mit dem eingesetzten Gefahrstoff


20

Arbeitssicherheit im Verkauf

Hauterkrankungen und

Hautschutz

Hautgefährdungen und Hauterkrankungen

Hauterkrankungen

wie rauhe Hände,

Juckreiz, Brennen,

Röten und Schuppen

Die menschliche Haut schützt das Körperinnere

gegen chemische, physikalische und

mikrobiologische Einwirkungen. Nur eine gesunde

Haut kann die vielfältigen Funktionen erfüllen.

Voraussetzung für eine gesunde Haut

ist Schutz, Reinigung und Pflege.

Bei Hautgefährdungen reagiert die Haut mit

Verhornung, Säureschutzmantel, Pigmentbildung,

Schweiß, Hauttalg usw. als Schutzfunktion.

Diesen natürlichen Schutzfunktionen sind

Grenzen gesetzt. Mechanische Verletzungen

(z.B. Stiche, Schnitte), chemische Einwirkungen

(z.B. Reinigungsmittel, Farben) und ständiger

Umgang mit Schnittblumen und Topfpflanzen in

Verbindung mit Feuchtigkeit überfordern die

Möglichkeiten der Schutzfunktionen. Wasser gilt

ab einem entsprechenden täglichen Kontakt

(> 2 Stunden) als Gefahrstoff, was eine arbeits-

medizinische Beratung oder Untersuchung zur

Folge haben kann. Hauterscheinungen wie rauhe

Hände, Juckreiz, Brennen, Röten und Schuppen

sind Zeichen von Hauterkrankungen. Diese können

sowohl spontan als auch erst nach Jahren

durch immer wiederkehrenden Kontakt mit Feuchtigkeit,

sensibilisierenden Pflanzeninhaltsstoffen

oder anderen Schadstoffen, oftmals auch in

Wechselwirkung, auftreten.


Geeignete

Schutzhandschuhe

minimieren den

Kontakt zum Substrat

Narzissen, Tulpen, Chrysanthemen usw. sind bekannte

Pflanzen mit hochwirksamen Allergenen. Zudem entstehen bei

Arbeiten mit Pflanzen, Blumenerden, Nadelhölzern und Farben

zum Teil starke Verunreinigungen auf der Haut. Zu den berufsbedingten

Hauterkrankungen bei Floristinnen und Floristen

zählen Ekzeme allergischer oder toxisch-degenerativer Art

(Kontaktallergie oder Abnutzungsdermatose).

Allergische Erkrankungen der Atemwege können sich durch

Augenbrennen, Tränenabsonderung oder Fließschnupfen

äußern.

Vor Beginn der Arbeiten ist durch eine Gefährdungsbeurteilung

zu ermitteln, welche Unfall- und Gesundheitsgefahren

am Arbeitsplatz entstehen. Bei der Bewertung der

Schutzmaßnahmen gilt folgende Rangfolge:

Austausch von schädigenden Stoffen durch einen

gefahrlosen oder weniger schädigenden Stoff.

Herabsetzung des Kontaktes mit Schadstoffen durch

mögliche Änderungen der Arbeitsabläufe.

Verbesserung der hygienischen Verhältnisse.

Tragen geeigneter persönlicher Körperschutzausrüstung.

Durchführen eines speziellen Hautschutzes.

21


Auch für die

Binderei gibt es

geeigneten

Handschutz

22

Arbeitssicherheit im Verkauf

Handschutz

Zur Vermeidung von Handverletzungen bei Arbeiten mit

dornigen oder stacheligen Pflanzen, Substraten, Nadelhölzern,

Farben, Reinigungsmitteln usw. sind geeignete

Schutzhandschuhe zu tragen.

Aufgrund der vielseitigen Arbeiten in der Floristik sind Handschuhe

einzusetzen, bei denen das Tastgefühl für feine

Arbeiten (z.B. Sträußebinden, Gestecke erstellen) voll erhalten

bleibt. Dazu eignen sich Handschuhe aus dünnem Material

mit Baumwoll-Innengewebe. Beim Umgang mit Nadelhölzern,

bei Pflanz- und Entdornungsarbeiten können Leder- oder

Baumwollhandschuhe mit Nitrilbeschichtung eingesetzt

werden.


Der

Unternehmer

hat einen

nach Hautgefährdungen

gegliederten

Hautschutzplan

zu erstellen.

Hautschutz wird

unterteilt in drei

Stufen:

Hautschutz

Hautreinigung

Hautpflege

Hautschutz

Nicht immer können in allen Arbeitsbereichen Schutzhandschuhe

getragen werden. Um dennoch Hautgefährdungen zu

vermeiden, ist geeigneter Hautschutz einzusetzen. Dieser ist

gleichzeitig eine sinnvolle Ergänzung zum Handschutz.

Gartenbau-Berufsgenossenschaft · Technische Abteilung

Frankfurter Straße 126 · 34121 Kassel · Telefon (05 61) 9 28-0 · Fax (05 61) 9 28-23 04

Wie werden die Hautmittel richtig benutzt?

Richtiges Auftragen von Hautschutzmitteln

● Hautschutzmittel vor der Arbeit, nach dem Händewaschen und nach den Pausen und vor dem Anziehen der Handschuhe

auf die trockene gereinigte Haut auftragen

● Zuerst auf den Handrücken auftragen, die Handrücken gegeneinander reiben

● Sorgfältig auch zwischen den Fingern und rund um die Fingernägel einreiben

● Restliches Mittel mit Waschbewegung verteilen; dabei die Handgelenke und Unterarmbereich nicht vergessen

● Vorgang nach jedem Waschen wiederholen

● Schutzhandschuhe erst anziehen, wenn Hautschutzmittel eingezogen ist

Richtiges Waschen mit Hautreinigungsmitteln

● Hautreinigungsmittel auftragen, zunächst ohne Wasser gründlich verreiben und kurz einwirken lassen

● Keine Bürste oder Scheuermittel verwenden

● Verunreinigungen und Reinigungsmittel mit Wasser gründlich nachspülen, dabei kein heißes Wasser verwenden

● Hände sorgfältig und schonend abtrocknen (auch zwischen den Fingern)

● Hautschonende Einmalhandtücher benutzen

Richtiges Pflegen mit Hautpflegemitteln

● Hautpflegemittel nach der Arbeit und ggf. in der Freizeit jeweils nach gründlicher Hautreinigung sorgfältig, auch zwischen

den Fingern, auftragen

● Das Auftragen in gleicher Weise wie beim Hautschutzmittel angegeben vornehmen

Dazu bieten Hersteller von Hautschutzmitteln Informationsmaterial

an, mit dessen Hilfe arbeitsplatzgerechte Hautschutzpläne

individuell erstellt werden können. Die einzelnen Komponenten

des Hautschutzes sind farblich gekennzeichnet, so dass

eine Verwechslung ausgeschlossen wird. Spendersysteme stellen

Anwenderhilfen für hygienische, aber auch dosierte und

damit wirtschaftliche Entnahme der Mittel dar. Die Installation

der Spender soll im Bereich der Waschstelle erfolgen. 23


24

Auch nach

getaner Arbeit

an die Hände

denken

Hautschutz

Arbeitssicherheit im Verkauf

Vor Arbeitsbeginn und nach Pausen sind die Hände mit

dem Hautschutzmittel einzucremen. Das Hautschutzmittel

muss auf die spezifische Hautgefährdung abgestimmt sein.

Es soll ein Eindringen von Schadstoffen in die Haut möglichst

gut verhindern und die Hautreinigung erleichtern.

Gegen wasserlösliche Schadstoffe (z.B. Reinigungsmittel,

Dünger) werden wasserunlösliche Hautschutzmittel

benutzt. Diese kommen auch bei intensivem, langandauerndem

Hautkontakt mit Wasser zum Einsatz.

Gegen wasserunlösliche Schadstoffe (Öle, Harze, Farben)

werden wasserlösliche Hautschutzmittel benutzt.

Bei wechselnden oder nicht klar definierbaren Hautgefährdungen

können auch Präparate mit relativ breitem

Wirkungsspektrum eingesetzt werden. Der sogenannte

„Flüssige Handschutz“ ersetzt in besonderen Fällen,

z.B. beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln, nicht

die persönliche Schutzausrüstung (Schutzhandschuh).


Hautreinigung

Die Hautreinigung soll gründlich und hautschonend erfolgen.

Das Reinigungsmittel muss auf die Art und die Verschmutzung

abgestimmt sein.

Vorsicht:

Produkte, die als

Reibemittel z.B.

scharfkantigen Sand

enthalten, können

zu Mikroverletzungen

der Haut führen.

Verdünner, Waschbenzin

und Terpentin

eignen sich nicht zur

Hautreinigung.

Hautpflege

Die regelmäßige Hautpflege unterstützt die Regeneration der Haut.

Bei Arbeitsende sind nach der Reinigung fett- und feuchtigkeitshaltige

Pflegemittel anzuwenden.

Doch merke: Nur der kombinierte Handschutz und der gleichzeitige

Einsatz von Hautschutz bieten den optimalen Schutz

25

gegen Hautgefährdungen und Erkrankungen!


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Marktstand

Verkaufsstände

Blumenstand auf dem

Wochenmarkt

Arbeitssicherheit im Verkauf

Blumen, Pflanzen, Obst und Gemüse werden von

Gartenbaubetrieben traditionell auf Wochenmärkten

verkauft.

Mit Hilfe von Verkaufswagen bis hin zu einfachsten

Zeltkonstruktionen mit Verkaufstischen und Marktschirmen

wird die Ware angeboten.

Bügel

sichern den

aufgeklappten

Verkaufsstand

Die auf den Märkten errichteten Verkaufseinrichtungen sind

standsicher aufzustellen. Verkaufsstände im Freien sind so

einzurichten, dass die Arbeitnehmer gegen Witterungseinflüsse

geschützt sind. Rutschhemmende Bodenbeläge aus

Gummi oder Kunststoff erleichtern das ständige Stehen auf

dem harten und kalten Untergrund. Zu betretende Verkaufswagen

sind sicher und bequem über eine gut profilierte Stufe

oder einen Tritt zu erreichen.


Heizgeräte

In der kalten Jahreszeit werden Marktstände zusätzlich mit

Seitenschutz und mobilen Heizgeräten ausgestattet, damit

sowohl die Beschäftigten als auch die empfindliche Verkaufsware

vor Witterungseinflüssen geschützt sind.

Mobile Heizgeräte, die mit Flüssiggas betrieben werden, sind

so aufzustellen, dass niemand gefährdet wird (Sicherheitsabstand

in der Bedienungsanleitung beachten).

Vorsicht: Heizstrahler – zu geringer Abstand

und nicht standsichere Aufstellung gefährden

die Gesundheit

Gebläseheizgeräte erleichtern den

Aufenthalt in der kalten Jahreszeit

Heizstrahler, Gebläseheizungen und eingebaute Flüssiggasheizungen

in Verkaufswagen sind regelmäßig durch eine befähigte

Person zu überprüfen. Das Prüfergebnis ist schriftlich

festzuhalten. Auf eine ausreichende Belüftung des beheizten

Raumes ist zu achten.

Flüssiggasflaschen sind gemäß der „Gefahrgutverordnung

Straße“ (GGVSE) zu transportieren.

27


28

Schlussbemerkung

Arbeitssicherheit im Verkauf

Das vorliegende Merkblatt »Arbeitssicherheit im Verkauf«

soll erreichen, dass sowohl der Unternehmer, der Verantwortliche

als auch jeder Mitarbeiter im Verkauf über die

wesentlichsten Punkte der Arbeitssicherheit bei den einschlägigen

Arbeiten informiert ist.

Bei allen Arbeiten im Verkaufsbereich müssen die einschlägigen

Unfallverhütungsvorschriften (VSGen) der Gartenbau-

Berufsgenossenschaft beachtet werden.

Des Weiteren stellt die Gartenbau-Berufsgenossenschaft Ihnen

folgendes Informationsmaterial kostenlos zur Verfügung:

Betriebsanweisungen

Merkhefte

Aufkleber

Aushänge

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Gartenbau-Berufsgenossenschaft

Technischer Aufsichtsdienst

Frankfurter Straße 126 · 34121 Kassel

Telefon (o5 61) 9 28-0 · Fax (o5 61) 9 28-23 04

www.gartenbau.lsv.de


Gartenbau-Berufsgenossenschaft

Betriebsanweisung Betrieb/Betriebsteil:

nach Arbeitsschutzgesetz Arbeiten mit Buschholzhackern

Datum Unterschrift des Unternehmers

Floristische Tätigkeiten

Gefahren für Mensch und Umwelt

– Stichverletzungen durch Stacheln und Dornen.

– Toxische Hautreaktionen durch Pflanzensäfte.

– Sensibilisierungen der Haut durch ständigen Wasserkontakt (Feuchtarbeitsplatz nach GefStoffV).

– Allergische Reaktionen auf Pflanzen, Pflanzensäfte, Pollen o. ä.

– Schnitt-/Stichverletzungen durch scharfe/schneidende Werkzeuge oder Drähte.

– Verbrennungen durch Heißklebepistole.

– Ausrutschen und Stolpern.

Verhalten bei Unfällen, Erste Hilfe

Ersthelfer: Herr / Frau Notruf: 112

– Sofortmaßnahmen am Unfallort einleiten.

– Rettungswagen / Arzt rufen.

– Unternehmer / Vorgesetzten informieren.

– Bei Auftreten von allergischen Reaktionen Arzt aufsuchen.

Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln

– Grünabfälle (z.B. am Bindetisch oder im Verkaufsraum) regelmäßig in geeignete Abfallbehälter entsorgen.

– Fußböden im Arbeits- und Verkaufsbereich regelmäßig reinigen.

– Rutschhemmendes Schuhwerk tragen.

– Scharfe und schneidende Werkzeuge bei Nichtgebrauch in geeigneten Ablagen aufbewahren.

– Soweit möglich, bei den Arbeiten Handschutz tragen.

– Hautschutz-, Hautreinigungs- und Hautpflegemittel verwenden (in Hautschutzplan zusammenstellen).

– Feuchtarbeit soweit wie möglich reduzieren.

– Heißklebepistole nach Gebrauch an geeigneter Stelle auskühlen lassen.

– Soweit möglich, nickelfreie Drähte verwenden.

– Direkten Hautkontakt mit Reinigern, Pflanzenfarben, Frischhaltemitteln, Blattglanz, Pflanzenbehandlungsmitteln

vermeiden.

– Pflanzenbehandlungsmittel (Pflanzenschutzmittelsprays) oder Blattglanz nur in gut belüfteten Räumen oder

im Freien verwenden (Herstellerangaben beachten).

Verhalten im Gefahrfall bzw. bei Störungen

– Nach Kontakt zu hautreizenden oder toxischen Pflanzensäften, betroffene Hautstellen sofort gründlich

mit Wasser reinigen.

Es wird bestätigt, dass die Inhalte dieser Betriebsanweisung mit den betrieblichen Verhältnissen und Erkenntnissen der Gefährdungsbeurteilung übereinstimmen.


Gartenbau-Berufsgenossenschaft

Betriebsanweisung Betrieb/Betriebsteil:

nach Arbeitsschutzgesetz und

Unfallverhütungsvorschriften

VSG 3.1

Transportarbeiten mit handgeführten

Flurförderzeugen, Rollcontainern und CC-Karren

Gefahren für Mensch und Umwelt

– Umsturz.

– Fußverletzungen durch Anfahren.

– Quetschverletzungen der Hände und Finger.

– Einquetschen von Personen.

Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln

– Die Unfallverhütungsvorschrift 3.1 und die Bedienungsanleitung beachten.

– Die Transportgeräte dürfen nur von unterwiesenen Personen bedient werden.

– Bei allen Transportarbeiten sind Sicherheitsschuhe zu tragen.

– CC-Karren und Rollcontainer immer im Vorwärtsgehen ziehen, dabei seitlich vom Karren gehen!

– CC-Karren und Rollcontainer immer an der lenkbaren Seite ziehen.

– Beim Beladen der Transportgeräte auf das zulässige Ladegewicht achten.

– Auf einen möglichst niedrigen Ladungsschwerpunkt achten – schwere Ladung unten, leichte Ladung oben.

– Höhe und Breite der Verkehrswege beachten.

– Mit angepasster Geschwindigkeit fahren.

– Transportgeräte nach dem Abstellen gegen Wegrollen sichern

(Feststellbremse betätigen, Hubwagen absenken).

– Handschutz tragen.

Verhalten im Gefahrfall bzw. bei Störungen

– Im Gefahrfall (Umstürzen) ist der Gefahrenbereich sofort zu verlassen.

– Andere Personen warnen.

Verhalten bei Unfällen, Erste Hilfe

Ersthelfer: Herr / Frau Notruf: 112

– Sofortmaßnahmen am Unfallort einleiten.

– Rettungswagen / Arzt rufen.

– Unternehmer / Vorgesetzten informieren.

Instandhaltung

– Zur Wartung und Instandhaltung ist die Bedienungsanleitung des Herstellers zu beachten.

– Reparaturen nur von Fachpersonal durchführen lassen.

Datum Unterschrift des Unternehmers

Es wird bestätigt, dass die Inhalte dieser Betriebsanweisung mit den betrieblichen Verhältnissen und Erkenntnissen der Gefährdungsbeurteilung übereinstimmen.


Gartenbau-Berufsgenossenschaft

Betriebsanweisung Betrieb/Betriebsteil:

nach Arbeitsschutzgesetz und

Unfallverhütungsvorschriften

VSG 1.1, BGR 500

– Thermische Gefahr (Kälte).

– Umgang mit Arbeitsstoffen (Kühlmittel).

Arbeiten im Kühlraum

Gefahren für Mensch und Umwelt

Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln

– Kühlraum nur von unterwiesenen Personen betreten.

– Kühlraum nur verschließen, wenn sich keine Personen im Raum befinden.

– Kühlraum muss jederzeit von innen zu öffnen sein.

– Bei Arbeiten im Kühlraum wärmende Kleidung tragen.

– Je nach Tätigkeiten im Kühlraum Sicherheitsschuhe und Schutzhandschuhe tragen.

– Beim Umgang mit Arbeitsstoffen (z.B. Kühlmittel) die Betriebsanweisung gemäß

Gefahrstoffverordnung beachten.

Verhalten im Gefahrfall bzw. bei Störungen

– Kühlraum verlassen.

– Bei austretendem Kühlmittel geeignete Schutzkleidung tragen.

Verhalten bei Unfällen, Erste Hilfe

Ersthelfer: Herr / Frau Notruf: 112

– Sofortmaßnahmen am Unfallort einleiten.

– Rettungswagen / Arzt rufen.

– Unternehmer / Vorgesetzten informieren.

Instandhaltung

– Regelmäßige Prüfung der Kühlanlage durch befähigte Person.

Datum Unterschrift des Unternehmers

Es wird bestätigt, dass die Inhalte dieser Betriebsanweisung mit den betrieblichen Verhältnissen und Erkenntnissen der Gefährdungsbeurteilung übereinstimmen.


Gartenbau-Berufsgenossenschaft

Betriebsanweisung Betrieb/Betriebsteil:

nach § 14 Gefahrstoffverordnung/TRGS 401

Unfallverhütungsvorschriften

VSG 4.5 Tätigkeit:

Feuchtarbeit

– Verarbeiten von Schnittblumen und feuchten Pflanzenmaterialien.

– Nass- und Feuchtreinigung der Tische, Töpfe, Arbeitsräume usw.

– Verarbeiten von feuchten Substraten.

– Verarbeiten von flüssigen Arbeitsstoffen.

– Tragen von flüssigkeitsdichten Handschuhen.

Gefahren für Mensch und Umwelt

– Wenn die Haut regelmäßig mit Wasser in Berührung kommt, wird ihre Widerstandskraft herabgesetzt und es kann

zu Hauterkrankungen kommen.

– Zusätzliches Benutzen von Desinfektionsmitteln, reizende oder sensibilisierende Arbeitsstoffe können die Haut darüber

hinaus schädigen und zu Allergien oder Sensibilisierung führen.

Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln

– Die bereitgestellten Schutzhandschuhe sind zu tragen und nach der Arbeit zu trocknen.

– Arbeitshandschuhe sind baumwollgefüttert oder ggf. häufiger zu wechseln.

– Vor der Arbeit und mindestens alle drei Stunden sind die Hände und Unterarme mit

dem Hautschutzmittel _________________ einzucremen (Handrücken, Fingerzwischenräume, Unterarme,

Handinnenflächen).

– Die Hände sind mit dem Reinigungsmittel __________________ zu reinigen.

– Nach der Arbeit sind die Hände mit dem Hautpflegemittel ________________ einzucremen.

– Der ausgehängte Hautschutzplan ist einzuhalten.

– Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung (G 24) anbieten (bei regelmäßig mehr als 2 Std. Feuchtarbeit pro

Arbeitsschicht). Bei regelmäßig mehr als 4 Std. Feuchtarbeit pro Arbeitsschicht, G 24 veranlassen.

Verhalten im Gefahrfall

– Bei ersten Anzeichen einer Hautschädigung (Rötung, Schuppung, Juckreiz, Einrisse) ist ein Arbeitsmediziner

oder Hautarzt zu Rate zu ziehen.

Name: Tel.:

Verhalten bei Unfällen, Erste Hilfe

Ersthelfer: Herr / Frau Notruf: 112

Bei Kontakt mit reizenden oder sensibilisierenden Arbeitsstoffen

Hände gründlich mit Wasser reinigen und ggf. Arzt konsultieren.

Sachgerechte Entsorgung

– Reinigungs- und Desinfektionsmittel sind entsprechend der Herstellerangaben zu entsorgen.

Datum Unterschrift des Unternehmers

Es wird bestätigt, dass die Inhalte dieser Betriebsanweisung mit den betrieblichen Verhältnissen und Erkenntnissen der Gefährdungsbeurteilung übereinstimmen.


Herstellernachweis

von Hautschutzprodukten

Die Liste

erhebt

keinen

Anspruch

auf

Vollständigkeit

Basotherm GmbH

Postfach 1254, 88382 Biberach

Beiersdorf AG

Unnastraße 48, 20253 Hamburg

Chemische Fabrik Stockhausen GmbH

Postfach 570, 47805 Krefeld

Chemische Fabrik Carl Wilden GmbH

Postfach 1864, 63238 Neu-Isenburg

Cosmedis Pharma GmbH

Kölner Straße 176, 53840 Troisdorf

Faweco GmbH

Haardtring 130, 64295 Darmstadt

Feilbach-Chemie

Postfach 66, 55247 Mainz-Kastel

Peter Greven, Fett-Chemie GmbH & Co. KG

Postfach 1260, 53896 Bad Münstereifel

Chemische Fabrik Kreussler GmbH & Co. KG

Postfach 120454, 65082 Wiesbaden

Ursula Rath GmbH

Messingweg 11, 48308 Senden

Reinol, Obstfeld GmbH, Chemische Fabrik

Altenaer Straße 49–53 a, 58769 Nachrodt-Wiblingwerde

Tegee Chemie Bremen

Bergedorfer Straße 6–8, 28219 Bremen

Paul Voormann GmbH, Handreinigungsmittel

Siemensstraße 44, 42551 Velbert

Woellner-Werke GmbH & Co.

Postfach 211469, 67014 Ludwigshafen


5. überarbeitete Ausgabe, Mai 2008

Herausgeber:

Gartenbau-Berufsgenossenschaft

Technischer Aufsichtsdienst

Frankfurter Straße 126

D-34121 Kassel

Telefon (05 61) 9 28-0

Fax (05 61) 9 28-23 04

http://www.gartenbau.lsv.de

Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier

05/2008 10.000

Oberbrunner

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