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Dipl.Arb._FINAL-09.02.18

Lehrgang

Lehrgang Diplom TiertrainerIn – MAURITIUSHOF Zentrum für Tiergestützte und Naturgestützte Therapie Wie diese Aufzählung zeigt, spielt beim Training auch der Faktor Mensch eine entscheidende Rolle und darf auf keinen Fall vernachlässigt werden. (vgl. Del Amo / Theby, 2017, S331ff) So wie eine schlechte Motivationslage, so kann auch das Gegenteil - eine hohe Erregungslage – am Training hinderlich sein. Ein zu hoher Erregungslevel löst Stress aus, und unter Stress ist Lernen nicht möglich. (vgl. Del Amo / Theby, 2017, S334) Doch auch wenn all diese Schwierigkeiten ausgeräumt sind, gibt es noch viele weitere Stolpersteine, welche sowohl die Motivation als auch den Trainings- und Lernprozess negativ beeinflussen können. Typische Stolperfallen sind: - kein strukturiertes Training - zu wenig Training - falsche Belohnung - zu wenig Belohnung - Strafe, wenn diese zum falschen Zeitpunkt (nämlich erst längere Zeit nach der Handlung) erfolgt - falsche Korrektur - zu wenig Beschäftigung - zu wenig Bewegung - zu wenig Schlaf- und/oder Ruhepausen und - ein „Zuviel des Guten“ (ständige Aufmerksamkeit, jede Regung des Tieres wird beachtet) (vgl. Hoefs / Führmann / Franzke, 2016, S200ff) 3.6 Aufbau einer Trainingseinheit Eine Trainingseinheit ist der kleinste Abschnitt einer Phase, in der das gesamte Training eingeteilt ist. (vgl. https://www.duden.de/rechtschreibung/Trainingseinheit). So werden beispielsweise die Übungen „Sitz“, „Platz“, „Hier“, usw. als einzelne, kleinste Einheit bezeichnet und sind Bestandteile des gesamten Trainingsprogramms. Anforderungen die gestellt werden bei den allgemein geltenden Trainingsplänen für Unterordnung bei der Hundeausbildung. Wie bereits im Kapitel 3.5. (Schwierigkeiten im Training) der vorliegenden Arbeit beschrieben, wird in der Aus- Seite 32

Lehrgang Diplom TiertrainerIn – MAURITIUSHOF Zentrum für Tiergestützte und Naturgestützte Therapie bildung im Allgemeinen und der Hundeausbildung im Speziellen oft der Fehler gemacht, dass zu viel auf einmal gefordert wird und zu große Lernschritte (seitens des Tieres) und / oder Trainingsschritte (Sicht von Seite des Trainers / der Trainerin) abverlangt werden. Wann immer eine neue Übung erlernt werden soll, ist es ratsam, sich Gedanken VOR dem Training zu machen und einen operationalisierten Trainingsplan zu erstellen. Wichtig für die Erstellung des operationalisierten Trainingsplans und den späteren Lernerfolg sind folgende Punkte bzw. Antworten auf folgende Fragen: 1. Die Frage: „Was soll erreicht werden“ (Trainingsziel) 2. Herausfinden des individuellen Ausgangspunkt des Trainings (Vorwissen, Können) 3. Wie lange soll das Tier das gewünschte Verhalten zeigen? 4. Welche Möglichkeiten bieten sich an, um das gewünschte Ziel zu erreichen? 5. Welche Signale (Sichtsignal, Hörsignal) sollen verwendet werden. 6. Die Übung soll in so viele Teilschritte wie möglich zergliedert werden. 7. Unter welcher Ablenkung soll das Tier am Ende das gewünschte Verhalten zeigen. 8. Pro Übung ein Trainingsplan 9. Führen einer Trainingsdokumentation. (vgl. Del Amo / Theby, 2017, S305ff) Ad Punkt 1: Das gewünschte Verhalten muss so genau wie möglich und bis ins kleinste Detail beschrieben werden. Je detaillierter das gewünschte, fertige Verhalten beschrieben wird, desto besser. Dies führt von der Ohrenstellung bis hin zum Schwanzwedeln (ob erwünscht oder nicht). Jedes noch so kleine Detail ist wichtig. (vgl. Del Amo / Theby, 2017, S305ff) Ad Punkt 2: Nachdem genau definiert wurde, wie das gewünschte Verhalten am Ende aussehen soll (siehe Punkt 1), gilt es zu überprüfen und zu klären, welche Grundkenntnisse / Kommandos und welche Teile von dem gewünschten Verhalten das das Tier lernen soll, sind bereits bekannt oder werden gar schon beherrscht. (vgl. Del Amo / Theby, 2017, S305ff) Seite 33

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