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Dipl.Arb._FINAL-09.02.18

Lehrgang

Lehrgang Diplom TiertrainerIn – MAURITIUSHOF Zentrum für Tiergestützte und Naturgestützte Therapie sind Trainingsmethoden, die in sich abgeschlossene, einzelne Lernschritte formen, und sind bei beiden Tierarten anwendbar. Schwieriger ist dies beim Training über die „Chaining-Methode“. Chaining kommt – wie bereits im Kapitel 3.3. dieser Arbeit erwähnt – dort zum Einsatz, wo das Zielverhalten nicht in einem Durchgang erreichbar ist. Beim Hund lassen sich beide Ansätze des „Chainings“ (Forward-Chaining und Backward-Chaining) hervorragend umsetzen. Backward-Chaining (Lernen von hinten nach vorne) kann hierbei sogar eine einfache Hilfestellung für den Hund sein, um ihm zu verdeutlichen, welches Verhalten am Ende vom ihm verlangt wird. Ein hervorragendes Beispiel für das Erlernen eines Verhaltens über Backward- Chaining ist hier das Apportieren: - Schritt 1: der Hund lernt zuerst über das Kommando „Aus“ den Gegenstand im Maul auszugeben - Schritt 2: der Hund lernt, mit dem Gegenstand im Maul zu sitzen - Schritt 3: der Hund lernt, mit dem Apportierholz im Maul zu laufen - Schritt 4: erst jetzt wird der Gegenstand geworfen und der Hund lernt, diesen zurückzubringen Beim Huhn hingegen wird es auf Grund der kognitiven Fähigkeiten schwierig bis unmöglich, über Backward-Chaining Verhalten zu formen. Forward-Chaining jedoch funktioniert hervorragend und wird in Kombination mit dem Clickertraining bei der Arbeit mit dem Huhn am häufigsten angewandt. Unterschiede im Training mit Hund und Huhn ergeben sich vorwiegend aus der unterschiedlichen Wahrnehmung und den biologischen Voraussetzungen. Hühner sind kurzsichtig. Alles in einer Entfernung von bis zu 5 Metern können sie hervorragend wahrnehmen und erkennen. Das Bewegungssehen ist zudem besser ausgeprägt, als Entfernungssehen. Das bedeutet: stillstehende Objekte in einer Entfernung ab 50 Meter sind für Hühner nicht mehr wahrnehmbar. Ein weiterer Pluspunkt ist das Farbsehen. Hühner haben eine ähnliche Farbwahrnehmung wie Menschen. Bei Tageslicht haben Hühner einen durchaus gut ausgeprägten Sehsinn, ab- Seite 60

Lehrgang Diplom TiertrainerIn – MAURITIUSHOF Zentrum für Tiergestützte und Naturgestützte Therapie nehmende Lichtintensität hingegen schränkt ihre Sicht stark ein. (vgl. https://www.huehner-haltung.de/wissen/das-huhn/sinne/der-sehsinn/) Beim Hund ist genau das Gegenteil der Fall. Die Augen des Hundes sind perfekt angepasste Sinnesorgane, die es dem Tier auch bei schlechten Lichtverhältnissen ermöglichen, alle sich bewegenden Objekte wahrzunehmen. Farbwahrnehmung und räumliches Sehen, sowie Sehstärke sind hingegen schwächer ausgeprägt. Lang war die Wissenschaft davon ausgegangen, dass Hunde lediglich schwarz-weiß sehen können. Neuere Forschungen haben aber ergeben, dass Hunde Farben in etwa so sehen wie Menschen, die rot-grün-farbenblind sind. Hunde sehen im Wesentlichen den Spektralbereich von gelb über grün und blau. D.h. Objekte, die für Menschen grün sind, nimmt der Hund als farblos wahr, und rote Gegenstände erscheinen den Hunden gelb. (vgl. https://www.drei-hunde-nacht.de/gesundheit/was-der-hund-sieht/) Diese Erkenntnis über die Unterschiede im Sehvermögen, ist wichtig, um in Training auf die biologischen Voraussetzungen eingehen zu können. Es ist z. B. wenig sinnvoll, im Training mit Hunden mit unterschiedlichen Farben zu arbeiten, während hingegen Hühner in der Lage sind, Farben zu erkennen und diese auch zu unterscheiden. (siehe Kapitel 5.1. dieser Arbeit) Ein weiterer ganz entscheidender Unterschied im Training mit Hund und Huhn ergibt sich durch die unterschiedlich starke Ausprägung des Geruchssinnes. Das Huhn setzt seinen Geruchssinn zwar zur Orientierung und Nahrungssuche ein, dennoch spielt er lediglich eine untergeordnete Rolle. Beim Hund hingegen ist der Geruchssinn das wichtigste Sinnesorgan. Hunde sind Nasentiere. Sie nehmen nahezu die gesamte Umwelt über die Nase wahr, und orientieren sich über die eingeatmete Luft. Der Geruchssinn unterstützt den Hund bei der Nahrungssuche, bei der Suche nach Geschlechtspartnern, warnt vor Feinden, und noch vieles mehr. (vgl. http://www.hunde.de/hund/gesundheit/anatomie/nase/). In der Praxis bedeutet das, dass Hunde hervorragend geeignet sind, Arbeiten zu erledigen, bei denen sie auf ihren Geruchssinn angewiesen sind (Beispiel Rettungshundearbeit). Beim Training mit einem Huhn auf dessen Geruchssinn zu setzen, ist hingegen wenig erfolgsversprechend. Seite 61

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