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Dipl.Arb._FINAL-09.02.18

Lehrgang

Lehrgang Diplom TiertrainerIn – MAURITIUSHOF Zentrum für Tiergestützte und Naturgestützte Therapie 2 Lerntheorie im Allgemeinen In der Psychologie wird Lernen als eine dauerhafte Änderung des Verhaltens (im Gegensatz zur vorübergehenden Veränderung) und von Verhaltenspotentialen definiert, die durch Übung (im Gegensatz zur Prägung) erfolgt. (vgl. http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/Lernen.shtml) Gerring und Zimbardo bezeichnen Lernen als einen Prozess, der in einer relativ konstanten Änderung des Verhaltens resultiert und auf Erfahrungen basiert. So hat Lernen dann stattgefunden, wenn ein Ergebnis vorgewiesen werden kann. Z. B. das Bedienen eines Gerätes, Auto fahren, usw. Das Lernen selbst lässt sich nicht beobachten, auch kann man die Veränderung im Gehirn nicht sichtbar machen, vielmehr zeigt sich das Lernen in der Leistung. Tritt eine Veränderung des Verhaltens oder des Verhaltenspotentials nachhaltig und konstant und über verschiedene Gelegenheiten hinweg auf, so gilt dieses als gelernt. (vgl. Gerring – Zimbardo, 2008, S192). An dieser Stelle ist es jedoch wichtig anzumerken, dass Lernen von Leistung unterschieden werden muss. „Leistung ist das Umsetzen von Gelerntem durch Hinzukommen von Motivation“ (http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/Lernen.shtml) während Lernen einen ausschließlich auf Erfahrung basierten Prozess beschreibt. Es bedeutet, Informationen aufzunehmen, zu bewerten, zu transformieren und Reaktionen zu zeigen, mit welchen auf die Umwelt reagiert wird. „Lernen besteht darin, dass die Reaktionen durch Erfahrungen, die im Gedächtnis abgespeichert sind, beeinflusst werden“. (Gerring – Zimbardo, 2008, S193) Der Vorgang des Lernens ist jede Art von aktueller Anpassung, die als Resultat von Erfahrungen gebildet wird. (vgl. https://www.grin.com/document/281190) Alle beobachtbaren Verhaltensweisen, die jedoch nicht durch Übung erworben wurden, werden vom Begriff des Lernens ausgeschlossen – so etwa auch die Prägung. Prägung in der Psychologie definiert die Tatsache, dass sich bestimmte Einflüsse auf Organismen nachhaltig – gestaltend oder umgestaltend – auswirken. In der Verhaltensforschung wird Prägung als obligatorischer Lernvorgang beschrieben, der in ei- Seite 6

Lehrgang Diplom TiertrainerIn – MAURITIUSHOF Zentrum für Tiergestützte und Naturgestützte Therapie nigen Merkmalen von der Konditionierung abweicht. Charakteristisch für Prägung laut der Definition aus der Verhaltensforschung ist: - dass sie sich auf eine einzelne Bewegung, auf eine bestimmte Verhaltensweise bezieht, - dass sie in der Entwicklung eines Einzellebewesens nur einmal – in einer sensiblen Phase – stattfinden kann, und - dass ein nachträgliches Umlernen unmöglich ist. (vgl. http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/Lernen.shtml) Auf Grund dieser Definition lässt sich festhalten, dass Prägungsvorgänge weder Belohnung noch Bestrafung bedürfen und ganz ohne Motivation auskommen. Prägung geschieht zur Gänze ohne Zutun des Individuums. (vgl. Lind, 2015, S86) Bei niederen Tieren ist zudem auch noch die primitivste Form des Erwerbs von Verhaltensmustern anzutreffen – die genetische Weitergabe. Diese beschreibt, dass lebensnotwendige bzw. arterhaltende Verhaltensweisen (wie beispielsweise Flucht oder Paarung) über Erbinformation erworben werden. Die nächsthöhere Form des Lernens ist jene des automatischen Lernens. Automatisches Lernen bedeutet, dass Wissen nicht willentlich kontrolliert erworben wird oder anders formuliert: Lernen, dass von selbst, ohne direktes Erfassen von Bedeutungen und Sinnzusammenhängen - allein durch aktuelle Beobachtung bzw. Informationsaufnahme und ohne Anweisungen erfolgt. (vgl. http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/Lernen.shtml) In der verhaltensbiologischen Terminologie wird als eine der ältesten und grundlegenden Formen des Lernens jene der Habituation (erlernte Verhaltensunterdrückung) beschrieben. Der ursprüngliche Sinn dieser Lernform liegt darin, Individuen an eine Situation, an ein Geräusch, usw. zu gewöhnen und die Aufmerksamkeit nicht länger auf bedeutungslose Reize, sondern auf Neues zu lenken. Weder Motivation noch bewusste Beteiligung oder Steuerung eines Verhaltens sind bei der Habituation von Nöten. Kurz gesagt: Ein Individuum lernt auf bestimmte Reize zu reagieren oder diese zu ignorieren ganz ohne eigenes Zutun. (vgl.Lind. 2015, S78) Das Gegenstück zur Habituation ist die Sensitivierung. Bei der Sensitivierung handelt es sich zudem um einen deutlich komplexeren Vorgang. Während bei der Habituati- Seite 7

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