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Die Besteuerung der Renten - unter besonderer Berücksichtigunbg einer Reform des Systems der sozialen Sicherung

Die Besteuerung der Renten - unter besonderer Berücksichtigunbg einer Reform des Systems der sozialen Sicherung - Dissertation aus dem Jahr 1988

156 Die

156 Die Frage nach der gewünschten steuerlichen Belastung der eigenen Alterseinkünfte erbrachte folgendes Resultat : Voranzuschicken ist, daß 80,4 % der befragten Personen derzeit oder später Rentenleistungen aus der GRV erhalten werden. 11,7 % beziehen heute oder zukünftig eine Pension; 3,6 % eine sonstige Leibrente, 2,4 % sonstige Alterseinkünfte und 1,8 % der Befragten werden über keine eigenen Alterseinkünfte verfügen. 2 Personen gaben auf diese Frage keine Antwort. 1 42,3 % der auf diese Frage geantworteten Personen wollten "wie bisher" besteuert werden. 32,1 % wollten überhaupt keine, 19,9 % weniger und lediglich 5,8 % mehr Steuern zahlen. 2 Von den Personen die heute oder später eine Rente beziehen, sprach sich eine knappe Mehrheit ( 39,8 % ) für eine Besteuerung "wie bisher" aus. 61,1 % der befragten Beamten und Pensionäre zeigten sich mit der gegenwärtigen Besteuerung ihrer Alterseinkünfte zufrieden. 22,2 % von ihnen wollten "geringer" und nur 16,7 % "überhaupt nicht" zur Steuer herangezogen werden. Von den Rentenbezieheren wollten 9 ( 7 % ) mehr Steuern zahlen. 3 Die Möglichkeit, ihre Entscheidung kurz zu begründen, nahmen 21,82 % der befragten Personen wahr. Dabei fühlten sich die Personen, die sich generell gegen eine Besteuerung ihrer Alterseinkünfte aussprachen, am häufigsten veranlaßt, eine Rechtfertigung ihrer Entscheidung zu geben ( 40 % ). Hauptargument für sie war, daß sie in der Vergangenheit "genügend bezahlt" hätten. Weitere Begründungen waren u.a., daß die Renten "zu gering seien" oder, daß "bereits die Beiträge versteuert" wurden. Hierin und in der weiter oben beschriebenen Wahl für das vorgelagerte Modell kommt eine gewisse Steuermüdigkeit zum Ausdruck, die in der Besteuerungstechnik Berücksichtigung finden sollte. Die Argumente, die zur Begründung einer höheren Besteuerung vorgebracht wurden, standen eindeutig unter dem Einfluß der in Frage 5 ( Besteuerungsalternativen ) aufgeführten Meinungen. Beide Personen, die sich hier äußersten, stimmten einer höheren steuerlichen Belastung unter der Bedingung zu, daß ihre Aktiveinkommen einer verminderten Abgabenlast unterlägen. Einer der Befragten, der sich zu der Frage nach der gewünschten steuerlichen Belastung nicht im vorgegebenen Rahmen äußern wollte, begründete seine Entscheidung verbal damit, daß er eine "prinzipielle Änderung der Altersversorgung von Beamten und Erwerbstätigen" wünsche. Die zweite offene Frage der empirischen Untersuchung, die zum Abschluß der Darstellung der vorgefundenen Meinung stehen soll, richtete sich ausschließlich an die Rentenbezieher. Sie sollten im kurzen begründen, wie sie auf eine 1 Siehe Tabelle 12, Anlage II 2 Siehe Tabelle 12, Anlage II 3 Siehe Tabelle 38, Anlage II

157 Kürzung ihrer Rentenleistung reagieren würden. Als Grund für die erfolgte Kürzung wurde eine Steuererhöhung genannt. Die Intensität, mit der sich die Rentner hiervon betroffen fühlten, wird anhand der Frequenz sichtbar, mit der sie diese Frage beantworteten. 70,59 % der Rentner nutzten die Gelegenheit, um ihren Mißmut zur in Aussicht gestellten Rentenkürzung zu äußern. In 45,83 % der registrierten Fälle lautete die Antwort "sauer". Ähnlich ablehnend waren die übrigen Äußerungen. Nur zwei der betroffenen Personen ( 5,8 % ) sahen der Rentenkürzung "ohne Emotionen" entgegen bzw. wollten "überhaupt nicht" reagieren. Fast alle Antworten zeichneten sich durch eine passive Unzufriedenheitsäußerung aus. Eine Ausnahme hiervon bildeten die beiden Meinungen, man solle sich "aufhängen" oder als "Anarchist" reagieren. Das die Rentner mit solidarischer Unterstützung rechnen dürfen, belegt die Tatsache, daß auch andere Personengruppen an dieser Stelle des Fragebogens ihre Unzufriedenheit zu der in Aussicht gestellte Rentenkürzung äußerten. Der vorangegangene Exkurs ließ einige Stimmungen erkennbar werden, die in der Öffentlichkeit zum Thema Rentenbesteuerung bestehen. Eine Überinterpretation der Ergebnisse sollte wegen der geringen Frequenz der Stichprobe jedoch nicht erfolgen. Die vorliegende Befragung gibt aber vorhandene Meinungsbilder tendenziell wieder. Viele der Ergebnisse decken sich mit allgemeinen, zum Teil in anderen Untersuchungen verfestigten Annahmen. Andere widerum erbrachten eine völlig neue Situation. ( Beitragsmentalität versus Steuermentalität ) Ihre Erforschung sollte die Grundlage weiterer Untersuchungen sein.

Merkblatt zur Besteuerung von Renten
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