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Made in Achim

Praktikanten bis zum

Praktikanten bis zum Studenten im dualen Studium die Wünsche der Berufseinsteiger mit denen der Unternehmen im Landkreis abgeglichen. Alle offenen Ausbildungsmöglichkeiten teilnehmender Unternehmen sind hier gelistet, aber auch normale Stellenanzeigen. Die Suchenden können ihre Kriterien eingeben und dazu passende Angebote filtern. Die Vorteile des Online-Portals: „Die Rahmenbedingungen für die Berufswahl Jugendlicher haben sich in den vergangenen Jahren deutlicher verändert“, weiß Wendt. Die Lehrstelle ist für viele nicht mehr so angesagt. Büro statt Werkstatt lautet die Devise. ihnen Fragen beantworten und dafür sorgen, dass sie zu Beginn nicht gleich in unnötige Fettnäpfchen treten“, schmunzelt Wendt. Mit dabei sind Auszubildende aus verschiedenen Unternehmen der Region, die hier als Mentorinnen und Mentoren für die Neustartenden dienen und damit auch gleich selbst wertvolle Erfahrungen für ihre Persönlichkeitsentwicklung sammeln können. Der Bildungsverbund Schule-Beruf Bildung ist ein wesentliches Zukunftsthema im Landkreis Verden. Seit Juli 2011 gibt es den Bildungsverbund Schule-Beruf als Netzwerk zur Steigerung der Lern- und Lebenschancen für Kinder und Jugendliche. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Berufsorientierung in Schulen der Sekundarstufe I zu unterstützen. In schulübergreifender Zusammenarbeit ist dabei ein Berufsbildungsplaner entstanden – ein Ordner, der den Unterricht mit Materialien ergänzt und in dem für die Schülerinnen und Schüler alle individuellen Unterlagen und Aktivitäten zum Übergang von der Schule in den Beruf gebündelt sind. Ferner sind Formate zum Austausch rund um das Thema Kompetenzfeststellung in Schulen entstanden. Die Berufswahlentscheidung, das Erkennen eigener Wünsche, Fähigkeiten und Ziele ist zudem in unseren schnelllebigen Zeiten nicht nur für junge Menschen schwieriger geworden. „Auch Lehrer und Lehrerinnen, Eltern und Ausbildungsbetriebe sowie die Berufsberatung stehen vor der Herausforderung, gemeinsam diese individuellen Orientierungsprozesse erfolgreich zu begleiten, zu gestalten und zu strukturieren“, erklären Wendt und Schwetje-Arndt. „Mit unserem Online-Ausbildungsportal haben wir ein zeitgemäßes Instrument am Markt, um die jungen Menschen zu motivieren und sie besser aufzuklären über die vielen möglichen Wege hier in der Region von der Schule in die Berufsausbildung“, so Wendt. Getreu dem Motto „Starte durch“ werden auf dem Weg zum Traumjob vom Alle teilnehmenden Ausbildungsbetriebe sind auf einen Blick sichtbar – auch dann, wenn derzeit keine Stellen offen sind Automatische Datenbankpflege und somit immer aktuelle Stellenanzeigen. Die Stellen müssen vom Unternehmen nur einmal angelegt werden Eigener Bereich für Berufsschulen. Somit werden auch Ausbildungsstellen angezeigt, die beispielsweise nur an Berufsbildenden Schulen erlernt werden können Ausweisung von dualen Studienplätzen unterteilt in ausbildungs- und praxisintegrierend Schülerinnen und Schüler müssen sich mit ihren persönlichen Daten nicht registrieren und können sofort loslegen Mehr dazu unter www.ausbildung-verden.de Das Fachkräftebündnis Elbe-Weser 2017 wurde auf der Ausbildungs-, Arbeitsmarktund Fachkräftekonferenz ein neues Format zur Unterstützung von Ausbildungsbetrieben vorgestellt. Die neue Erstberatungsstelle FAME (Fachkräftesicherung Attraktiver Mittelstand Elbe-Weser) ist ein Gemeinschaftsprojekt der Landkreise Cuxhaven, Osterholz, Rotenburg (Wümme), Stade und Verden mit ihren Wirtschaftsförderungen, der IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum, der Gewerkschaften und des Arbeitgeberverbandes, der Agentur für Arbeit und der Jobcenter der beteiligten Kreise sowie der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, die in diesem Projekt der Träger ist. Laut Schwetje-Arndt unterstütze FAME Betriebe dabei, ihre Wahrnehmung in der Öffentlichkeit als attraktiver Arbeitsgeber zu verbessern. Unterstützt werden sollen Betriebe mit bis zu 50 Beschäftigten. Dabei geht es laut Wendt nicht nur darum, ein positives Erscheinungsbild als interessantes Unternehmen für Azubis und Fachkräfte zu schaffen, sondern auch um gezielte Ansprachen von potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern, um Mitarbeiterbindung, um Gesundheit und Altersvorsorge für Beschäftigte und nicht zuletzt um Förderchancen für Unternehmer. „Wir werden außerdem neue Workshops zu Fragen der Arbeitergeberattraktivität veranstalten“, so Wendt. Das FAME-Projekt wird als Strukturmaßnahme im Rahmen des regionalen Fachkräftebündnisses Elbe-Weser durch das Land Niedersachsen und die EU gefördert. 34 Made in Achim

Die Wahrnehmung des Fachkräftemangels im Kreis Verden hat sich deutlich verschärft. 2014 wie auch 2011 war jeweils etwa ein Drittel der Unternehmen vom Mangel an Fachkräften tangiert. 2016 ist dieser Anteil auf 58% gestiegen. 2011 haben 53 % und 2014 62 % eine Betroffenheit der Branche wahrgenommen. 2016 sind es 81 % der Unternehmen. Unsere Branche ist schon jetzt vom Fachkräftemangel betroffen Unser Unternehmen ist schon jetzt vom Fachkräftemangel betroffen ■ 2016 (N=348) ■ 2014 (N=206) ■ 2011 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Prozent Abbildung: Bewertung der Fachkräftesituation 2011 bis 2016 Quelle: 2. Ausbildung-, Arbeitsmarkt- und Fachkräftekonferenz am 21.02.2017, Fachdienst Wirtschaftsförderung Verden, Kerstin Wendt. Fotos: Adobe Stock Ein Ausblick Um die aktuelle Situation besser einschätzen zu können, wurden zum einen heimische Unternehmer aufgefordert, ihre Einschätzungen zur aktuellen Fachkräfte- und Personalsituation in ihrem Betrieb sowie zur Nachwuchsrekrutierung zu geben. Parallel beleuchtete eine Schülerbefragung die Berufswünsche der jungen Menschen sowie ihre Erwartungen an die Ausbildung und ihren künftigen Ausbildungsbetrieb. Dabei kam heraus, so Wendt, dass zumindest im Landkreis Verden aktuell eine erfreuliche Zunahme an Bewerbern vorhanden sei. Mit 597 Anwärtern stiegen die Zahlen 2016 im Vergleich zum Vorjahr um über neun Prozent an. Zur gleichen Zeit sanken die Stellenangebote um 10,8 Prozent auf 742. Aus Sicht der Unternehmer ist ein generelles Hemmnis bei der Ausbildungsaufnahme die fehlende Mobilität der Azubis. Lange Fahrzeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind schwerer zu realisieren, wissen die Ausbildungsleiter in den Unternehmen. Der EDV-gestützte regionale Fachkräftemonitor in Kooperation mit der Metropolregion Nordwest dient auch als Grundlage zur übergreifenden Fachkräftestrategie und stellt somit eine Ergänzung zur amtlichen Statistik dar, in dem der Bedarf der Unternehmen und die beruflichen Wünsche und Pläne des Nachwuchses und zukünftiger Fachkräfte regelmäßig abgefragt und gegenübergestellt werden. Neue und alte Unternehmen aus der Region sind nach den Worten von Wendt und Schwetje-Arndt weiterhin herzlich willkommen, am Auf- * und Ausbau der vorhandenen Strukturen und Netzwerke mitzuwirken. • Fazit Die Fachkräfteoffensive des Landkreises Verden und der Bildungsverbund Schule-Beruf setzen sich dafür ein, die Fachkräftesituation durch eine Förderung der betrieblichen Ausbildung nachhaltig zu verbessern. Schülerinnen und Schüler erhalten außerdem konkrete Angebote zu ihrem Ausbildungsstart. Beide Formate unterstützen den regionalen Ausbildungsmarkt in Achim und dem gesamten Landkreis Verden mit den dort ansässigen Unternehmen durch Netzwerkbildung, Durchführung von Studien, Entwicklung von Rekrutierungsmodellen und Imagekampagnen. Fachkräfteoffensive Landkreis Verden Ute Schwetje-Arndt Landkreis Verden Kreishaus, Lindhooper Straße 67 27283 Verden (Aller) Tel. 04231-15-667 schwetje-arndt@ landkreis-verden.de Fachdienst Wirtschaftsförderung Kerstin Wendt Landkreis Verden Kreishaus, Lindhooper Str. 67 27283 Verden (Aller) Tel. 04231-15-709 K-Wendt@ landkreis-verden.de Made in Achim 35