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electronic-fab 1-2018

Fachzeitschrift für Elektronik-Produktion - Fertigungstechnik, Materialien und Qualitätsmanagement

Editorial Martin Zapf,

Editorial Martin Zapf, Vorstand der MTQ Testsolutions AG Mess- und Prüftechnik – die Garanten des Fortschritts Eine technologische Entwicklung ohne das Einbeziehen von Mess- und Prüftechnik ist nicht denkbar. Jeder Fortschritt muss auch qualitativ beherrscht werden, um daraus entstehende Produkte zu fertigen. Es zeichnet die Techniker und Ingenieure für Mess- und Prüftechnik aus, nicht nur dem Fortschritt zu folgen, sondern ihn mit zu gestalten. Kann es Zweifel an der Notwendigkeit einer gut aufgestellten Prüftechnik geben? Kaum. Besonders weil die technischen Anforderungen noch schneller wachsen werden als es in der Vergangenheit der Fall war. Es erfordert immer leistungsfähigere Testsysteme, um die neuen Technologien auch überprüfbar in den besseren Produkten einzusetzen. Hochspezialisierte Ingenieurteams rund um den Erdball arbeiten im Grenzbereich des physikalisch machbaren und stellen Maschinen zur Verfügung, die für eine leistungsfähige Produktion von heute essentiell sind. Nun hat der technische Fortschritt mehrere treibende Kräfte, die mit ihren Auswirkungen die Ingenieure vor unterschiedliche Herausforderungen stellt. Besonders die Bestrebung Produkt- und Herstellungskosten stetig zu senken führt zu höherer Integration und Miniaturisierung bei den Bauteilen. Der Anspruch an die Prüftechnik steigt. Wachsende technische Notwendigkeiten und wirtschaftliche Aspekte müssen unter einen Hut gebracht werden. Kenntnisse von Schaltungstechnik und Software für den automatischen Test alleine reichen dabei nicht mehr. Auch die Beherrschung von Prozessen und Analysesystemen sind gefragt. Gleichzeitig muss sich mit dem technischen Wandel befasst werden, wie zum Beispiel in der Automobilbranche. Autonomes Fahren wird für Produktionstechnik die Anwendung von Hochfrequenzprodukten bis 100 GHz erfordern. Obwohl die Kommunikation im Wesentlichen digital daher kommt, verlangt dieser Frequenzbereich wieder erhebliche analoge Fähigkeiten der Ingenieure. Bei den E-Autos führt die Forderung eines effektiven Powermanagements neben der 14-V-Bordspannung auch zu Komponenten die bis zu 1000 V Versorgungsspannung benötigen. Die Ingenieure in der Prüftechnik müssen sich mit diesen neuen Funktionen intensiv auseinandersetzen und ihre Kenntnisse auch entsprechend neu anpassen. In Anbetracht des großen Nutzen der Prüftechnik ist verwunderlich, dass im Management diese meist als ein reiner Kostenfaktor angesehen wird und nicht als Garant für die Umsetzung von Produktstrategien. Tolle Ideen im Marketing, technologische Forderungen beteiligter Interessengruppen und die Entwicklung neuer Produkte sind gut. Damit diese auch mit entsprechender Qualität realisiert werden können, wird im gleichen Maße auch die Mess- und Prüftechnik benötigt. In der Nahtstelle von Entwicklung, Produktion und Qualitätsmanagement strategisch richtig eingesetzte Prüftechnik ist daher ein gewichtiger Faktor für die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens. Martin Zapf, Vorstand der MTQ Testsolutions AG 1/2018 3