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Made in Verden

Ulrich

Ulrich Steinmeyer ist Geschäftsführer der Biber GmbH, ein Fachhandel für biologische Baustoffe und Einrichtungen. „Die Kosten für ein ökologisches Objekt sind im ersten Moment vielleicht höher, jedoch sparen die Betreiber auf lange Sicht enorm und investieren in die Zukunft. Das Geld, was im ersten Moment mehr ausgegeben wird, fließt auf längere Sicht beispielsweise in Form geringerer Heizkosten oder einer gesunden Lebensweise durch den Verzicht auf Schadstoffe in den Baumaterialien wieder zurück“, erläutert der erste Netzwerkvorsitzende Thomas Isselhard. Sich ergänzen und dem Kunden Mehrwert bieten Weit über die regionalen Grenzen hinaus haben die zusammengeschlossenen Unternehmen mit ihrem gebündelten Wissen und Können den Markt für sich erschließen können. Dieses gemeinsame Auftreten hat in den vergangenen Jahren zu einer Vielzahl von Projekten und intensiven Kooperationsbeziehungen in den Segmenten Forschung, Entwicklung und Qualifizierung geführt, die das Ansiedeln von neuen und weiteren Akteuren ermöglichen. Hierzu ist jedoch der passende Rahmen nötig. Das im Frühjahr 2015 eröffnete Norddeutsche Zentrum für Nachhaltiges Bauen (NZNB) in Verden bietet genau diesen. Mit seinen 2000 qm bildet es das größte Anschauungsobjekt für ökologische Altbausanierung in Nordwestdeutschland. Es ist Informations-, Beratungs- und Schulungsort für Nachhaltiges Bauen zugleich. Durch die inhaltliche Vorarbeit des Netzwerkes deckt das Zentrum schwerpunktmässig die Kompetenzfelder Passivhausbau, energieeffiziente Haustechnik, ökologische Altbausanierung und Strohballenbau ab. Die NZNB-Geschäftsführerin Dorothee Mix beschäftigt sich bereits seit 1996 mit den ökologischen Aspekten im Handwerk. „Ich finde es faszinierend, wie konsequent und professionell nachhaltiges Bauen mittlerweile umgesetzt werden kann. Als ehemalige Verarbeiterin weiß ich den Einsatz ökologischer Materialien zu schätzen. Ich genieße die Qualität des Gebäudes an meinem Arbeitsplatz, beispielsweise in Form der angenehmen Raumluft“, schwärmt Dorothee Mix. Das Netzwerk Nachhaltiges Bauen zeichnet sich durch eine besonders hohe Qualität aus, die durch das stetige Weiterbilden und das Einhalten fachlicher Standards jedes einzelnen Mitglieds gesichert ist. Durch das gebündelte, vielseitige und tiefgehende Know-how sind die Unternehmen in der Lage, Komplettlösungen für Altbausanierungen und das Modernisieren von Gebäuden zu konzeptionieren und zu realisieren. Durch den Zusammenschluss als Netzwerk sind die Betriebe stark und zukunftsfähig. Denn Bauaufgaben werden zunehmend komplexer. Dies trifft sowohl auf technisch anspruchsvolle Neubauten als KfW-Effizienz- oder Passivhäuser, als auch auf Altbausanierungen zu. Das nötige fachgebietsübergreifende Handeln und Denken wird durch das Vernetzen gesichert. Das Weiterbilden auf dem Gebiet des klimagerechten Bauens und das Fördern des Nachwuchses empfinden die Netzwerkteilnehmer nicht nur für ihre Mitarbeiter und sich persönlich als enorm wichtig. Aus diesem Grund finden unter dem Dach des Norddeutschen Zentrums auch Fortbildungen für alle Interessierten, Auszubildende und unterschiedliche Fachleute statt. So gibt es eine Weiterbildung, die aus zwei Präsenzphasen in Verden, einer Phase des Selbststudiums mit Onlinebetreuung und einigen Austauschtreffen besteht. Die jeweiligen Termine sind im Internet unter www.weiterbildung.nznb.de veröffentlicht. Auf Wunsch und nach Absprache können Weiterbildungen auch gruppenweise durchgeführt werden. 40 Made in Verden

Bei einem Altbau legen alle Netzwerkunternehmen großen Wert auf eine detaillierte Bestandsanalyse und eine umfassende Beratung. Vor Vergabe wird zudem eine sorgfältige Ausführungsplanung und eine umfangreiche Leistungsbeschreibung mit genauen Absprachen erstellt. Dies ist die Basis für ein qualitativ hochwertiges Umsetzen. Orientierung für Bauherren und Fachleute Eines der durch das Netzwerk realisierten Projekte ist die Ausstellung nachhaltig. bauen. erleben. Sie ist das Herzstück des NZNB. „Auf diese Weise möchten wir Menschen erlebnisorientiert dazu bewegen, selbst nachhaltig Baustoffe einzusetzen“, erklärt der erste Netzwerkvorsitzende und Architekt Thomas Isselhard. Damit die Besucher gleich zu Beginn einen lebendigen Eindruck von dem Entstehen eines unter ökologischen Gesichtspunkten erbauten Hauses erhalten, beginnt die Ausstellung mit einer filmischen Dokumentation über die Bauphase des NZNB. Die Forschungs- und Entwicklungszeit für das innovative Strohballen-Bauwerk mit fünf Geschossen betrug mehr als zehn Jahre. Es ist komplett mit Stroh gedämmt und ist somit beispielhaft und europaweit einmalig. In der Ausstellung „nachhaltig.bauen. erleben" können sich Interessierte ein Bild von den Möglichkeiten des Strohballenbaus machen. Made in Verden 41