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Made in Verden

„Gerade wenn es

„Gerade wenn es einem gut geht, muss man investieren und den Laden fit machen für die kommenden Generationen" • sowie Kreistagen zu haben. Das ist leider nicht der Fall und deswegen ist eine Mittelstandsvereinigung – sowie andere Unternehmerverbände auch – so wichtig. Wir müssen die Politiker ein bisschen antreiben und sagen: „Redet nicht nur, entscheidet mal!“ Wie lange hat es denn gedauert, bis die Entscheidung für eine Mittelstandsvereinigung in Verden getroffen wurde? Das kam, nachdem ich mehrere Fahrten für Unternehmerkollegen ins Ausland organisiert habe, um Geschäftsbeziehungen anzubahnen. Sei es nach Mailand zur Expo oder nach Taiwan. Ich habe irgendwann gesagt, dass ich das nicht mehr alleine machen kann, dass es mir zu viel wird und dass ich Mitstreiter brauche, die bestimmte Dinge organisieren können. Und innerhalb kürzester Zeit haben ganz viele gesagt: „Andreas, wir machen das.“ Sei es nun Ralf Dodenhof oder Reinhard Cordes von Frerichs Glas oder Marco Sündermann und Andy Molnar-Sipan von Dis-Tec oder unser Immobilienmakler Michael Bruns – die haben alle sofort etwas übernommen. Das ist alles über zwei Wochen gereift, wir haben geplant und organisiert und einen Vorstand gegründet und dem ganzen dann einen Rahmen gegeben. Das ist ja das, was mich am meisten freut! Die Kollegen haben nämlich gleich gesagt: „Jetzt wollen wir aber auch arbeiten, jetzt wollen wir dieses und jenes. Wann kommen wir denn alle zusammen?“ Durch meine Tätigkeit als Haushaltspolitiker im Wirtschaftsministerium habe ich ab und zu Zugriff auf Plätze, wenn der Wirtschaftsminister auf Reisen geht – jetzt zum Beispiel fahren zwei Kollegen aus der Mittelstandsvereinigung in den Iran, um dort Geschäftsbeziehungen aufzubauen. Einer kommt aus der Baubranche und hatte gleich gesagt: „In Teheran muss doch so viel Ist das nicht Obamas Satz – „Yes, we can!“? gebaut werden, da muss ich hin!“ So profitieren Wirtschaft und Politik voneinander. Ja, stimmt. Aber er hilft tatsächlich, er hat zwei Wahlen damit gewonnen. Ich bin der Überzeugung, dass bei uns in Verden die Menschen ganz Infrastruktur, Fachkräftebedarf und Internationalisierung sind alles wichtige Themen für die anders ticken, als es oft in den Medien dargestellt MIT Verden – ein weiteres Thema, das für viele wird. Es gibt immer eine schweigende Mehrheit. Unternehmer in der Region aber brandaktuell ist, Schon Cicero sagte: „Die Summe von Einzelinteressen ist noch lange nicht das Allgemeinwohl.“ ist Unternehmensnachfolge. Was planen Sie, um den Mitgliedern dabei unter die Arme zu greifen? Einzelinteressen müssen ernst genommen werden, keine Frage, aber man sollte auch nicht das Ich bin jetzt 47 und damit irgendwie das Bindeglied zwischen denen, die in den kommenden es so läuft, macht Politik es richtig. Politik muss Allgemeinwohl aus den Augen verlieren. Wenn Jahren aus den Unternehmen ausscheiden, und immer bereit sein, Kompromisse einzugehen, Politik muss Ideen haben. Politik muss Dinge anpa- denen, die einsteigen. Erfahrene ältere Unternehmer können sich manchmal auch schwer trennen cken. Dann wird unser Wirtschaftsstandort auch oder geben jungen Leuten nicht die Chance, zu in den kommenden 20 Jahren noch Bedeutung zeigen, was in ihnen steckt. Das ist nicht böse haben – niedersachsen-, bundes- und weltweit. gemeint, aber sie denken: „Wenn ich ihn oder Wir leben in einem tollen Leuchtturm in Niedersachsen, dieser Leuchtturm heißt Verden und sie jetzt machen lasse, dann passiert hier ein * den Fehler und da ein Fehler...“ Ich sage dann: „Na- müssen wir weiter gestalten. 92 Made in Verden türlich machen sie Fehler. Aber die hast du doch auch gemacht!“ Es wird einer der Schwerpunkte unserer Arbeit in den nächsten Jahren sein, die jungen Leute, die Nachfolgegeneration, zusammenzubringen, damit sie ein Netzwerk aufbauen, in dem sie sich austauschen können. Denn zum Teil haben sie ja alle die gleichen Probleme. Ich bekomme viele Anrufe von Nachfolgern, die sagen: „Kannst du mal mit Vaddern sprechen?“ oder von den Vätern, die mich bitten, den Sohn mal mit nach Berlin zu nehmen, damit er sich die Arbeit zwischen Wirtschaft und Politik ansehen kann. Die jungen Unternehmer haben es nicht einfach. Da steht häufig im Raum „Der hat's ja nur vom Alten geerbt“. Es ist nicht leicht, damit umzugehen und sich zu behaupten. In der Mittelstandsvereinigung versuchen wir, diese jungen Leute zusammenzubringen. Vielleicht kriegen sie manche Dinge besser gemeinsam hin, vielleicht fahren sie mal gemeinsam weg und machen eine Fortbildungsmaßnahme. Gerade, wenn man in unterschiedlichen Branchen tätig ist, kann das ganz gut sein. Was wünscht sich die Mittelstandsvereinigung von den Verdener Medien, die ja das Sprachrohr zur Bevölkerung sind und tatsächlich Einfluss auf gewisse Entscheidungen nehmen können? Und wann legen Sie los mit dem verfolgen Ihrer Ziele? In Deutschland werden in den Medien meistens diejenigen gehört, die gegen etwas sind. Uns ist wichtig, dass auch mal die zu Wort kommen, die für etwas sind. Es gibt gerade in Verden eine breite Mehrheit, die für etwas ist. Für einen weiteren Aller-Übergang, für einen weiteren Autobahnanschluss, für eine weitere Straße, die ein Gewerbegebiet erschließt. Gegen etwas zu sein ist immer ganz leicht. Und wenn man auch mal Stimmen für etwas lesen würde, könnte es uns helfen, mutiger zu sein und mehr Ideen für die Zukunft zu entwickeln. Jetzt will ich nicht Angela Merkels Satz zitieren, „Wir schaffen das!“, aber manchmal muss man das einfach sagen.

Tradition sichert Zukunft Vor 145 Jahren in der Region gegründet, seit mehr als 4 Jahrzehnten in Verden und jetzt in der 5. Generation in Familienhand.