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NZB0218

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Foto: © Sebastian Gauert/Fotolia.com Angleichung der ärztlichen Vergütungssysteme DIE ÄRZTE ARGUMENTIEREN STRIKT DAGEGEN die Bürgerversicherung „Wer will, der startet den Turbolader in die Zwei- Klassen-Medizin“, erklärt Professor Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), ganz allgemein. Schon im Vorfeld der Gespräche/Verhandlungen hat sich gezeigt, dass es sich bei der Bürgerversicherung um einen bunt schillernden Begriff handelt, hinter dem sich je nach Sichtweise zahlreiche Einzelprojekte verbergen. In der Analyse wird deutlich, dass die „Bürgerversicherung“ keine unüberwindbare Hürde in den Gesprächen/Verhandlungen darstellen dürfte, da es verschiedene Punkte für gesichtswahrende Kompromisse der Verhandler gibt. Trotzdem gibt es keinen Grund für deren Gegner zur Entwarnung: Die meisten Kompromissvorschläge gehen bei den Ärzten und Zahnärzten, aber auch bei den Unternehmen der PKV ans „Eingemachte“. Eine „Option“, die für die Gegner auch einem Super-Gau gleichkäme, liegt in der Angleichung der Vergütungen der ärztlichen Leistungen. Die Ausgangslage: In der GKV werden die Leistungen nach dem Bewertungsmaßstab für die ärztlichen Leistungen vergütet. Der Wert der Leistungen wird nach Punkten mit einem Punktwert von 10,53 Cent (2017) vergütet. In einem hoch differenzierten Vergütungssystem haben die Ärzte in den ersten drei Quartalen des Jahres 2017 einen Vergütungszuwachs von 5,1 Prozent verzeichnet. In der PKV werden die Leistungen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) mit einem Punktwert von 5,82873 Cent (Einfachsatz) vergütet. In der Regel darf eine Gebühr nur zwischen dem Einfachen und dem 2,3-fachen des Gebührensatzes bemessen werden; ein Überschreiten des 2,3-fachen des Gebührensatzes ist nur zulässig, wenn Besonderheiten der Bemessungskriterien dies rechtfertigen. Schon seit Jahren wird um die Novellierung der GOÄ gerungen. Die Verhandlungen zwischen BÄK und PKV-Verband mit einer betriebswirtschaftlichen Kalku- 8 POLITISCHES | NZB | FEBRUAR 2018

Foto: © Sebastian Duda/Fotolia.com lation der Bewertungen stehen inzwischen vor dem Abschluss. Zu den finanziellen Konditionen ist bekannt, dass die PKV den Preiseffekt der neuen GOÄ mit plus 5,8 Prozent (+/- 0,6 Prozent) kalkuliert. Dieser Finanzierungsrahmen soll in den ersten drei Jahren nach dem Start nicht überschritten werden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der konsentierte Entwurf noch vor Beginn der Koalitionsverhandlungen feierlich an den geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister überreicht wird. Die Bewertung einer „Konvergenz“ der Vergütungssysteme aus Sicht der Ärzte hat Klaus Reinhardt, Vorsitzender des Hartmannbundes, so zusammengefasst: „Der im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) implementierte Versuch, durch Regulierungsmechanismen Kosten und Beiträge im Bereich der ärztlichen Versorgung in einem künstlichen Gleichgewicht zu halten, kann keine Grundlage für die ärztliche Tätigkeit in freier Berufsausübung sein.“ Wo auch immer eine mögliche Große Koalition den Hebel ansetze, müsse auch künftig die Behandlung eines Patienten auf Grundlage einer individuellen Vereinbarung möglich sein. Dazu bedürfe es einer der freien Berufsausübung angemessenen Gebührenordnung, die nicht den „WANZ“-Kriterien (wirtschaftlich, ausreichend, notwendig und zweckmäßig) unterliege und feste Preise für alle erbrachten Leistungen garantiere. Die Behauptung, Ärzte erhielten für Leistungen in der PKV mehr Geld als im EBM, wies Reinhardt mit dem Hinweis auf fehlende Vergleichbarkeit zurück. „Solche Aussagen entbehren schon allein deshalb jeglicher Grundlage, weil im EBM überhaupt nicht für einzelne Leistungen, sondern über Pauschalvergütungen bezahlt wird.“ Der Unterschied beider Systeme ergebe sich im Kern durch die Budgetierung der ärztlichen Gesamtvergütung im GKV-System, „indem Leistungen – durch Mengenobergrenzen bzw. Quotierung oder Abstaffelung der Vergütung – überhaupt nicht mehr oder nur teilweise bezahlt werden“, erläutert Reinhardt. Wenn also überhaupt Modelle einer Angleichung der Gebührenordnungen erwogen werden könnten, dann nur, wenn sichergestellt sei, dass wirklich jede erbrachte ärztliche Leistung ohne Abstriche bezahlt würde. Ansonsten bliebe am Ende die einheitliche Gebührenordnung nichts anderes, als das Trojanische Pferd, dass die Einheitskasse in die Mauern des deutschen Gesundheitssystems trage. Die beiden ärztlichen Gebührenordnungen, GOÄ und EBM, sind nach Meinung des Spitzenverbandes Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) nicht vergleichbar und daher auch nicht vereinbar. Der EBM sei keine Gebührenordnung, sondern als Einheitlicher Bewertungsmaßstab ein Verteilungsinstrument in einem budgetierten System, das zudem einen Sozialrabatt enthalte. Die GOÄ sei hingegen eine staatliche Gebührenordnung, wie sie jedem freien Beruf zustehe. • — Quelle: gid Nr. 2 vom 07.01.2018 NEUES SCHULUNGSANGEBOT DER ZAN Fit für die Praxisbegehung! SCHULUNG DIREKT IN IHRER PRAXIS Seit geraumer Zeit führen die Gewerbeaufsichtsämter in Niedersachsen Praxisbegehungen durch. Sie überprüfen dabei insbesondere die Einhaltung der Vorgaben des Medizinproduktegesetzes bzw. der Medizinproduktebetreiberverordnung. Um Zahnarztpraxen bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben und damit auch bei der Vorbereitung auf eine mögliche Praxisbegehung zu unterstützen, bieten wir praxisinterne Fortbildungen an. Speziell qualifizierte Referenten schulen mit Hilfe einer Checkliste Ihr Team direkt vor Ort und geben Tipps sowie Hilfestellungen im Hinblick auf die rechtskonforme Umsetzung von Hygienevorschriften. Bitte beachten Sie, dass dieses Schulungsangebot einen gewissen zeitlichen Vorlauf erfordert. Eine Art Feuerwehrdienst in letzter Minute (kurzfristige Beschaffung von Geräten, Validierungen, Handwerkern u. a. m.) können wir mit unserem Schulungsangebot nicht leisten. Termin: Nach Vereinbarung Dauer: 3 Stunden Teamgebühr: 550 € 4 Fortbildungspunkte nach BZÄK Informationen/Terminvereinbarungen: Christine Lange-Schönhoff Tel.: 0511 83391-123 E-Mail: clange@zkn.de Zahnmedizinische Akademie Niedersachsen Zeißstraße 11 a 30519 Hannover

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palliativmedizin – - Hannoversche Ärzte-Verlags-Union
1. Zahnärztinnen- - Zahnärztekammer Niedersachsen
Beihilfe zur Selbsttötung - Zahnärztekammer Niedersachsen
Bundestags- wahlkampf - Zahnärztekammer Niedersachsen
Braunlage 2011 - Zahnärztekammer Niedersachsen
Gute Versorgung rund um die Uhr Seniorenpflegeheim "Lindner"
Gute fachliche Praxis, Eingriffsregelung und weitere ...
Wenn dem Patienten die Luft wegbleibt… - Zahnärztekammer ...
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