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Foto: © vege/Fotolia.com Gedanken zum Begriff der Behinderung WIE BEKENNEN WIR UNS ZU MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN? WIE LEBEN WIR ZUSAMMEN? Behinderung als menschliche Seinsweise Die Lebenshilfe formuliert in ihren ethischen Grundaussagen: „Es ist normal, verschieden zu sein. Behinderung allein prägt nicht das Wesen eines Menschen. Menschen mit einer Behinderung können ebenso sinnerfüllt und glücklich leben wie es nicht behinderte Menschen können. Behinderung ist keine Krankheit.“ Behinderung ist somit eine Form menschlicher Seinsweise. Dies beschreibt letztlich die Forderung und Erwartung, Menschen mit Behinderung nicht mit Mitleid, sondern auf Augenhöhe zu begegnen: Empathie ja, aber keine Bevormundung aus falsch verstandener oder anerzogener Fürsorge. … Man darf nicht allgemein von „Behinderten“ sprechen Dass Behinderung nur als Verschiedenheit aufgefasst wird, das ist ein Ziel, um das es uns gehen muss. In der Wirklichkeit freilich ist Behinderung nach wie vor die Art von Verschiedenheit, die benachteiligt, ja die bestraft wird. Maßstäbe für Behinderung sind zufällig und fragwürdig. Jedenfalls darf man nicht allgemein von „Behinderten“ sprechen, das würde ja den ganzen Menschen treffen. In Wahrheit sind doch nur Teilbereiche, einzelne Fähigkeiten eingeschränkt. „Geistige Behinderung“ z.B. tritt in vielfältigen Erscheinungsformen und Ausprägungsgraden auf und ist häufig mit anderen Behinderungsformen und psychischen Erkrankungen vergesellschaftet. Als „kleinster gemeinsamer Nenner“ unterschiedlicher Definitionsversuche gelten intellektuelle Einschränkungen und ein beeinträchtigtes affektives Verhalten. „Jemand ist behindert“ versus „jemand wird behindert“ Aus medizinischer Sicht kann man den Zustand beziehungsweise die Folgen einer Behinderung beschreiben („jemand ist behindert“). Behinderung hat ihre individuelle Ursache. 10 POLITISCHES | NZB | FEBRUAR 2018

Betrachtet man das Phänomen aber aus einem gesellschaftlichen Blickwinkel, so kann man Barrieren identifizieren, die zur Ausgrenzung erst führen („jemand wird behindert“). Beide Perspektiven fanden Eingang in das „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechtskonvention)“ von 2008, das von Deutschland 2009 ratifiziert wurde. Die Teilhabe behinderter Menschen wird zu einer Frage des Rechts auf Zugang und ist nicht mehr an körperliche oder geistige Besonderheiten gebunden. So liefert die Behindertenrechtskonvention auch keine klare Definition, sondern formuliert: „Zu den Menschen mit Behinderungen zählen Menschen, die langfristige körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, welche sie in Wechselwirkung mit verschiedenen Barrieren an der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern können.“ Nicht ohne uns über uns Kern der Behindertenrechtskonvention ist die gleichberechtigte Teilhabe an der Gemeinschaft (Inklusion). Dieser Inklusionsgedanke umfasst alle Lebensbereiche, wie Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen, Barrierefreiheit, Selbstbestimmtheit, Bildung, Arbeit und Gesundheit. Das Motto: „Nicht ohne uns über uns.“ Foto: Privat Dr. Wilhelm Bomfleur In Deutschland sind die Rechte von Menschen mit Behinderung im Grundgesetz Artikel 3, Absatz 3 („Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“) seit 1994 verankert. Im SGB V heißt es im § 2a: „Den besonderen Belangen behinderter und chronisch kranker Menschen ist Rechnung zu tragen.“ Im SGB IX wird Behinderung im § 2 (1) definiert: „Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist […].“ POLITISCHES FEBRUAR 2018 | NZB | POLITISCHES 11

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