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Berner Kulturagenda 2018 N°6

2 Anzeiger Region Bern

2 Anzeiger Region Bern 14 15. – 21. Februar 2018 schauspiel KINDER DER SONNE MAXIM GORKIJ Ab 08. Mrz. 2018, Vidmar 1 Montag, 12. März, 19:30 Uhr Foto: © Frank Schinski Fotografie BIBI VAPLAN TRIO Samstag, 31. März, 19:30 Uhr PIPPO POLLINA SOLO Florentine Krafft Freitag, 4. Mai, 19:30 Uhr www.konzerttheaterbern.ch Tickets: www.ticketino.com 0900 441 441 (CHF 1.00/Min. FNT) www.ruettihubelbad.ch «Mis Theater im Härz vo Bärn» Stand-up-Comedy No Stress, No Fun! Stress isch s’neue Statussymbol! Unter diesem Motto stöckelt, torkelt und stolpert Stéphanie Berger durch ihre abendfüllende Comedyshow 23. und 24. Februar um 20.00 Uhr Ob nun mitten in der Vorstellung Facebook gecheckt oder SMS beantwortet werden müssen, ein allseits bekannter Anrufer via Skype die Komikerin unterbricht, der Schleudergang der Waschmaschine zum Wellness- Erlebnis wird – Stéphanie hält dank Origami, ihrem Mental-Coach Hortensia Pia Ramseier und ihrer Sextherapeutin Valérie Suchard durch! Weitere Infos: www.stephanie-berger.ch Comedy Schönen Gruss, ich komm zu Fuss Das Beste und Schönste aus 25 Jahren Bühne – von und mit Ingo Oschmann 1. März um 20.00 Uhr Ob Impro, Stand-up, Zaubern oder auch mal mit leisen Tönen: Oschmann schafft es immer wieder aufs Neue, sein Publikum zu begeistern. Abwechslungsreich, warmherzig, offen, persönlich, lustig und intelligent geht er auf sein Publikum ein, ohne verletzend oder langweilig zu sein. Weitere Infos: www.ingo-oschmann.de Vorverkauf an der Spitalgasse 4, 2. UG Di bis Sa 18.00 - 19.30 Uhr TICKETS Samstagnachmittag 12.30 - 16.30 Uhr Tickets online: www.theater-am-kaefigturm.ch 1. Konzert Saisoneröffnung Freitag, 23. Februar 19:30, Grosser Saal Konservatorium Bern RACHEL HARNISCH, SOPRAN & CHRISTIAN HILZ, BARITON GELIEBTE CONSTANZE WERKE VON WOLFGANG AMADÉ MOZART & MICHAEL HAYDN freitagsakademie.com facebook.com/diefreitagsakademie kulturticket.ch Impressum Herausgeber: Verein Berner Kulturagenda Die Berner Kulturagenda ist ein unabhängiges Engagement des Vereins Berner Kulturagenda. Sie erscheint wöchentlich mit dem Anzeiger Region Bern in einer Gesamtauflage von 153 509 Ex. Zudem gelangt die BKA in elektronischer Form an alle ePaper-Abonnenten des Frutigländers. verein@bka.ch Leitung Mitgliederbereich: Beat Glur, beat.glur@bka.ch Redaktion: redaktion@bka.ch Leitung: Sarah Sartorius (sas), sarah.sartorius@bka.ch Céline Graf (lin), celine.graf@bka.ch Lula Pergoletti (lup), lula.pergoletti@bka.ch Praktikum: Bettina Aeberhard (aba), bettina.aeberhard@bka.ch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Ausgabe: Barbara Boss, Matto Kämpf, Helen Lagger, Stephan Ruch Layout: prepress@anzeigerbern.ch Druckvorstufe: prepress@anzeigerbern.ch Verlag/Inserate: Simon Grünig, simon.gruenig@bka.ch Adresse: Berner Kulturagenda, Grubenstrasse 1, Postfach 32, 3123 Belp, Telefon 031 310 15 00, Fax 031 310 15 05, Internet: www.bka.ch Nr. 8 erscheint am 28.2.18. Redaktionsschluss 14.2.18. Inserateschluss 21.2.2018. Nr. 9 erscheint am 7.3.18. Redaktionsschluss 21.2.18. Inserateschluss 28.2.2018. Agendaeinträge: Nr. 8 bis am 21.2.2018. / Nr. 9 bis am 28.2.2018. Eingabe in die Datenbank der Berner Kulturagenda: Auf www.bka.ch klicken Sie auf den Link «Event hinzufügen». Bei technischen Problemen oder Fragen wenden Sie sich an 031 310 15 08 oder per E-Mail an veranstaltungen@bka.ch Über die Aufnahme in die Berner Kulturagenda entscheidet die Redaktion der Berner Kulturagenda. Verleger: Gemeindeverband Anzeiger Region Bern, Postfach 5113, 3001 Bern Abonnemente: Sie können die Mittwoch-Ausgabe des Anzeigers Region Bern inkl. BKA abonnieren: 3-Monats-Schnupperabo: CHF 25 1-Jahres-Abo: CHF 110 1-Jahres-Gönner-Abo: CHF 222 Bestellungen an: verlag@bka.ch, 031 310 15 00 Rechtlicher Hinweis: Redaktionelle Beiträge und Inserate, welche in der Berner Kulturagenda abgedruckt sind, dürfen von nicht autorisierten Dritten weder ganz noch teilweise kopiert, bearbeitet oder sonstwie verwendet werden. Insbesondere ist es untersagt, redaktionelle Beiträge und Inserate – auch in bearbeiteter Form – in Online-Dienste einzuspeisen. Die Berner Kulturagenda dankt der Stadt Bern für die finanzielle Unterstützung. © Marco Borggreve 24. Februar 2018 19.30 Uhr Kursaal Bern Fazil Say Klavier «Er ist nicht nur ein genialer Pianist, er wird zweifellos einer der grossen Künstler des 21. Jahrhunderts sein.» Le Figaro Endlich wieder in Bern! Chopin – Beethoven – Satie – Say PRÄSENTIERT VON Vorverkaufsstellen Meisterzyklus Billettkasse Telefon 031 994 49 22 www.meisterzyklus.ch

15. – 21. Februar 2018 Anzeiger Region Bern 15 3 Brüder bis aufs Blut Konzert Theater Bern inszeniert Verdis Oper «Il Trovatore» mit starken Sängerinnen und Sängern, einem minimalistischen Bühnenbild und mittelalterlich inspirierten Kostümen. Ein Augen- und Ohrenschmaus. Alles Übel beginnt mit einer Hinrichtung. Ein mittelalterlicher Graf lässt eine Zigeunerin auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Bevor die als Hexe Gebrandmarkte stirbt, beschwört sie ihre Tochter, Rache zu nehmen. Diese will daraufhin den Sohn des Grafen ins Feuer stossen, opfert aber aus Versehen ihr eigenes Kind und zieht an dessen Stelle den adeligen Knaben Manrico gross, der nichts von seiner Identität ahnt. Der Kindheit entwachsen, wird dessen älterer Bruder, der Philipp Zinniker Conte di Luna zu seinem grössten Rivalen. Die beiden bekriegen sich im herrschenden Bürgerkrieg und buhlen um die gleiche Frau – bis es zum dramatischen Showdown kommt. Düsteres Zeitalter So die im Spanien des 15. Jahrhunderts angesiedelte Handlung von «Il Trovatore», einer Oper in vier Teilen von Giuseppe Verdi. Regisseur Markus Bothe inszeniert das Meisterwerk mit starken Sängerinnen und Sängern Alles wird in Flammen stehen: Manrico und seine Ziehmutter Azucena. (Musikalische Leitung: Jochem Hochstenbach), die in einem minimalistischen Bühnenbild (Kathrin Frosch) agieren. Eine einfache Konstruktion ergibt ein Haus, das mal ein Palast, eine Kirche oder ein Gefängnis suggeriert. Ohne plumpe Verweise auf die Jetztzeit kommen auch die Kostüme aus. Mit steifen Krägen, schwarzen Schleiern und einem blutüberströmten Hemd wird das düstere Zeitalter der spanischen Romantik heraufbeschworen. Singender Troubadour Die kroatische Starsängerin Lana Kos vermag das Publikum als von beiden Brüdern begehrte Leonora mit ihrem Sopran und dem für Verdis Opern typischen Belcanto zu begeistern. Der Bösewicht ist ein Bariton: Jordan Shanahan gibt den unnachgiebigen Widersacher von Manrico (Martin Muehle), der als nächtlich singender Troubadour der Oper ihren Namen verleiht. Eindrückliche Chorszenen, erhabene Arien («In deines Kerkers tiefe Nacht») und starke Bilder machen den Abend zu einem Ohren- und Augenschmaus. Am meisten Applaus erhält an der Premiere die polnische Sängerin Agnieszka Rehlis als rachsüchtige leidende Zigeunerinnentochter Azucena, die mit ihrem dunklen Mezzosopran das Haus, tatsächlich und im übertragenen Sinn, brennen lässt. Helen Lagger Stadttheater Bern Fr., 16.2., 19.30 Uhr Vorstellungen bis 20.4. www.konzerttheaterbern.ch Freddy Drilhon Ethnologischer Blick: Fotografie Drilhons aus Neuguinea in den 50er-Jahren. In die Welt hinaus Das Kornhausforum zeigt Zeichnungen von Katharina von Arx und Fotografien von Freddy Drilhon. Vom Reisereporter-Paar erzählt auch ein neuer Kinofilm. Am jungen Freddy war ein Seefahrer verlorengegangen. «Ich will leben, mich vom Meer der Erde und der Luft ernähren!», schrieb der Franzose mit 21 auf einer Expedition. In der Pariser Société des Explorateurs eignete er sich den ethnologischen Blick an. Die Schweizerin Katharina von Arx studierte an der Kunstakademie in Wien, wo sie in adeligen Kreisen verkehrte und unter anderem mit dem Maler Hundertwasser liiert war. Doch am meisten suchte sie Freiheit, bald zog sie als Reisereporterin los. «Die Männer habe ich aufs Eis gelegt (bis auf Besseres)», schrieb sie. Drilhon lernte sie 1956 über eine gemeinsame Reportage auf Tonga kennen. Es wurde eine leidenschaftliche und keineswegs konfliktfreie Liebesgeschichte. Diese erzählt nun die Ausstellung «Abenteurerin und Fotograf» im Kornhausforum mit Tuschzeichnungen und Fotografien der beiden. Im Kino läuft zudem der Film «Bis ans Ende der Träume» des Biografen Wilfried Meichtry. Céline Graf Kornhausforum, Bern Vernissage: Do., 15.2., 19 Uhr Inkl. Gespräch mit Wilfried Meichtry Ausstellung bis 17.3. www.kornhausforum.ch «Eine andere Biografie probieren» Im Zentrum von Max Frischs «Biografie: Ein Spiel» steht die Frage nach der Kontinuität der eigenen Geschichte. Das Theater an der Effingerstrasse bringt das Stück unter der Regie von Markus Keller auf die Bühne. «Was wäre, wenn» – der Anfang einer Frage, die sich vermutlich die meisten schon einmal gestellt haben. Und wie wäre es, wenn man seine Biografie mit dieser Frage korrigieren könnte? Wenn das Leben ein Entwurf wäre, den man im Nachhinein abändern könnte? Als der Endvierziger Hannes Kürmann (Florian Eisner) von seiner lebensgefährlichen Krankheit erfährt, wird ihm bewusst, dass er gerne ein anderes Leben gelebt hätte. Von einem Spielleiter (Peter Schorn) erhält er die Möglichkeit, von vorne zu beginnen. Besonders die zerrüttete Ehe mit seiner zweiten Frau Antoinette (Karo Guthke) möchte der Verhaltensforscher Kürmann ungeschehen machen. Doch so oft er den Abend ihres Kennenlernens auch wiederholt: Ihre Begegnung endet jedes Mal mit einer gemeinsamen Nacht. Also spult er weiter zurück. Identität, Zufall, Schicksal «Was die Wirklichkeit nicht gestattet, das gestattet das Theater: zu ändern, noch einmal anzufangen, eine andere Biografie zu probieren ...» schrieb der Zürcher Autor Max Frisch in «Biografie: Ein Spiel». Das von Frisch als Komödie bezeichnete Stück, 1984 in Zürich uraufgeführt, sieht das Leben als Entwurf. Es handelt von Identität, Zufall und Schicksal. Und davon, ob es überhaupt möglich wäre, seiner Biografie durch einen Neubeginn eine andere Wendung zu geben. Lula Pergoletti Das Theater an der Effingerstrasse, Bern. Premiere: Sa., 17.1., 20 Uhr Vorstellungen bis 16.3. www.dastheater-effingerstr.ch Severin Nowacki Das Leben zurückspulen: Karo Guthke, Florian Eisner und Peter Schorn. Pegelstand Kolumne von Barbara Boss Mein Vorgänger Simon Jäggi liess seine letzte Kolumne mit einem Traum ausklingen. Ich erlaube mir, weiter zu träumen – heute von Räumen. Ich bin gegen Vereinzelung und träume von Berner Kulturräumen, die von verschiedenen Menschen zu unterschiedlichen Zwecken genutzt werden. Räume, in denen tagsüber geprobt wird und abends ein Konzert, eine Lesung oder eine Party stattfindet. Wie im legendären Bunker des Berner StudentInnen Theaters BeST. Dessen Spirit treffe ich höchstens bei temporären Nutzungen wie dem Pyrisorium oder dem Gränni an. Ich träume von mehr Gemeinschaftsateliers, zum Beispiel in ebensolchen «Ich träume von Theaterhäusern, die sich nicht scheuen, sich nachhaltig zu vernetzen.» Zwischennutzungen. Im Zieglerspital gibt es städtische Ateliers, im Calvinhaus im Kirchenfeld sogar speziell für junge Menschen. Im Swisscom-Hochhaus in Ostermundigen hingegen werden ein paar Stockwerke von der Zürcher GmbH Projekt Interim verwaltet. Deren Website wirbt bei Eigentümern mit Sätzen wie: «Mit unseren Zwischennutzungen reduzieren wir für Sie Ertragsausfälle und Kosten!» Leerstand also, mit dem vor allem Profit geschlagen wird. Ich träume von der Belebung von leerstehendem Raum durch Eigeninitiative der Kulturschaffenden. Vorbildhaft: das Festivalzentrum von Auawirleben 2014 in der Wifag-Halle. Ich träume von Theaterhäusern, die sich nicht scheuen, sich nachhaltig mit anderen Institutionen zu vernetzen. Die Synergien nutzen, um es den Gruppen zu erlauben, anders, innovativ zu produzieren. Ich träume von Projekten, die vom Schlachthaus Theater koproduziert, aber in der Grossen Halle der Reitschule aufgeführt werden. Nicht zuletzt träume ich von mehr Umnutzung von öffentlichem Raum à la NeustadtLab auf der Schützenmatte. Kollektiver, partizipativer Kulturraum statt Parkplatz – Rollschuhdisco statt Blechbrache! I däm Sinn: S’isch ja nur es chlises Träumli gsi. Barbara Boss ist freischaffende Produktionsleiterin und Dramaturgin und Mitglied des Theaterkollektivs Faust Gottes. Sie ist ein «Bärgmeitschi» aus dem Oberland, fühlt sich aber in der Stadt Bern heimisch. Sie mag guten Schnaps, Bruce Springsteen und Katharsis im Theater. Illustration: Rodja Galli, a259 Mit diesem «Pegelstand» begrüssen wir Barbara Boss in der Runde: Herzlich Willkommen!